Knallharter Verteidiger: Silvan Heiß hat Spaß am Spiel des SC Riessersee.
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Knallharter Verteidiger: Silvan Heiß hat Spaß am Spiel des SC Riessersee.

Eishockey

Starke Leistungen im familiären Umfeld

  • Matthias Strehler
    vonMatthias Strehler
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Verteidiger Silvan Heiß fühlt sich wohl - in seiner Rolle und mit dem Konzept des SC Riessersee. Im Derby gegen den EC Peiting soll der nächste Erfolg her.

Garmisch-Partenkirchen – Silvan Heiß hat sich ganz bewusst für eine Karriere als Eishockey-Feldspieler entschieden. Bloß nicht zwischen zwei roten Pfosten stehen und die Scheibe als Torhüter abwehren. Oder mit einem Augenzwinkern ausgedrückt: „Auf Vergleiche mit meinem Vater hatte ich keine Lust“, sagt er und lacht. Der Vater des Verteidigers vom SC Riessersee ist nämlich kein Unbekannter. Deutscher Meister 1995 mit den Kölner Haien, Teilnehmer an neun Weltmeisterschaften und drei Mal stand Heiß senior im Tor der deutschen Eishockey-Olympia-Mannschaft. Sein Name: Josef „Peppi“ Heiß.

Sein Sohn Silvan spielt mittlerweile seit zwei Jahren wieder beim SCR. Bereits in der Jugend stand er für die Werdenfelser auf dem Eis. „Es macht Spaß in unserem jungen Team“, betont der 23-Jährige. Kein Wunder, schließlich läuft zur Zeit nicht nur der Puck perfekt durch die Reihen des SCR, sondern auch in der Tabelle sind die Garmisch-Partenkirchner in der Spitzengruppe angekommen. Und da will der SCR auch nach den Spielen gegen Peiting und Weiden bleiben. „Wir freuen uns alle, dass es momentan gut läuft“, sagt Silvan Heiß. „Mit Memmingen und Deggendorf haben wir zuletzt auch zwei starke Gegner verdient geschlagen.“ Im Derby soll jetzt der nächste Erfolg eingefahren werden.

Heiß glaubt dran. Er fühlt sich wohl im SCR-Trikot mit der Nummer vier. „Ich habe eigentlich schon immer diese Zahl“, sagt er. „Sogar schon in der Jugend und vielleicht auch ein bisschen, weil Uwe Krupp die früher hatte.“ Seit seiner Rückkehr aus Landshut 2018 freut sich der Verteidiger über jede Menge Einsätze. „Hier hab ich definitiv mehr Eiszeit.“ Die Philosophie seines jetzigen Vereins spielt da freilich eine große Rolle. „Der Toni (Anm. d. Red. Söderholm) hat mich damals gefragt, ob ich nicht zurückkommen möchte“, erinnert er sich. „Das Konzept – mit überwiegend jungen Spielern zu arbeiten – hat mich überzeugt und deswegen bin ich jetzt hier.“ Bereut hat er diesen Schritt noch nie. „Mit ist das familiäre Umfeld wichtig“, betont er. Dazu kommt die gute Atmosphäre in der Mannschaft: „Einige von uns kennen sich, seit sie klein waren und mit vielen hab ich ein freundschaftliches Verhältnis.“ Profi-Eishockey mit seinen Kumpels – es gibt bestimmt schlechteres. Dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte, ist Heiß bewusst. Auch wenn er sich manchmal platt fühlt und wieder zum Training aufbrechen muss. „Es ist trotzdem geil, jeden Tag in die Kabine zu kommen.“

Dabei war Heiß im Nachwuchs kein Überflieger. Keiner, der herausstach. „Aber dafür immer solide“, betont Heiß und grinst. Noch in der Jugend ging er für ein halbes Jahr nach Regensburg. 2016 erfolgte der Wechsel nach Landshut. Jetzt ist er zurück bei seinem Heimatverein. Und mit dem will er diese Saison so weit wie möglich kommen. „Ich freu’ mich schon richtig auf die Playoffs. Dafür spielen wir schließlich das ganze Jahr.“

Damit für die entscheidende Phase der Meisterschaft die Ausgangslage stimmt, will der SCR möglichst noch Rang vier erobern. Punkte müssen also her. Wenn’s geht, gleich heute gegen Peiting. „Die sind gerade richtig gut drauf und legen ihren Fokus aufs Verteidigen“, sagt SCR-Trainer George Kink. Bedeutet für sein Team: „Wenig Konter zulassen.“ Und kommt doch mal ein Stürmer durch, steht hinten immer noch ein Verteidiger mit Namen Heiß. Silvan Heiß.

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