+
Freut sich über den neuen Vertrag mit dem EHC München: SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis.

Klubs bündeln auch weiterhin ihre Energien

SCR und EHC München setzen Kooperation fort

  • schließen

Die Zusammenarbeit geht weiter: Der SC Riessersee und der EHC Red Bull München gehen auch in die kommende Spielzeit als Kooperationspartner.

Garmisch-Partenkirchen – Auch Christian Winkler hatte seine Zweifel. Der Manager des EHC München bestreitet das erst gar nicht. Einen Oberligisten als Kooperationspartner? Der noch dazu nach einer Planinsolvenz in der Abstiegsrunde antreten muss? Ob das den Ansprüchen des amtierenden deutschen Meisters genügt? Knapp eine Saison später lässt sich festhalten: Ja, tut es. Sogar mehr als das. „Es könnte eigentlich kaum besser laufen“, betont Winkler. Die logische Folge: Der EHC und der SC Riessersee setzen ihre Zusammenarbeit fort. Auch in der kommenden Spielzeit bündeln die Klubs ihre Energien.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Winkler hebt zum einen die kurzen Wege hervor. Rund eine Autostunde trennen die Standorte. Auch spontane Treffen zwischen den Verantwortlichen sind ohne großen Aufwand möglich. „Das erleichtert vieles.“ Zum anderen – und dieser Punkt dürfte an oberster Stelle stehen – entwickeln sich die Förderlizenzspieler des EHC wie gewünscht weiter. Beim SCR erhalten sie Eiszeit, übernehmen Schlüsselrollen im jungen Team, sind keine Mitläufer wie noch zu DEL2-Zeiten. „Ein klarer Vorteil eines Partners in der Oberliga“, sagt Winkler. Und ein Modell das offenbar Schule macht. Ihm zufolge führen bereits weitere DEL-Teams Gespräche mit Drittligisten.

SCR kein gewöhnlicher Oberligist

Wobei nicht vergessen werden sollte, dass die Werdenfelser kein gewöhnlicher Oberligist sind. Nahezu tägliches Training auf dem Eis, Rundum-Versorgung durch ein Physio- und Ärzte-Team sowie regelmäßige Athletikeinheiten im Fitnessstudio – die Strukturen beim SCR sind nach wie vor professionell. „Das setzen wir natürlich voraus“, sagt Winkler. „Nur so werden unsere Spieler besser.“ Beispiele dafür, wie gut der Austausch mit Garmisch-Partenkirchen den talentierten Münchnern tut, gibt es reichlich. Ob Jakob Mayenschein, Daniel Fießinger, Emil Quaas oder Tobias Eder, um nur einige zu nennen – „sie haben alle einen großen Schritt nach vorne gemacht.“

Dass die Situation für die Sportler, die oftmals erst am Spieltag erfahren, ob sie in München oder Garmisch-Partenkirchen auflaufen, nicht immer einfach ist, verschweigt Winkler nicht. „Natürlich fallen sie uns nicht um den Hals, wenn es heißt, sie spielen am Wochenende Oberliga und nicht DEL.“ Aber durch die identisch ausgerichteten Spielsysteme des EHC und des SCR bleiben die Aufgaben auf dem Eis stets die gleichen. Die Umstellung ist gering. In beide Richtungen. „Jeder weiß sofort, was er zu tun hat.“ Von unmotivierten oder beleidigten Spielern also keine Rede. „Sie sind gerne beim SCR, weil sie merken, dass es ihnen gut tut.“

Christakakis: „Für uns ein Segen“

Profiteur der Partnerschaft ist selbstredend auch Riessersee. Ohne die Verstärkung aus München hätte sich die Mannschaft von Trainer George Kink wohl auch heuer deutlich schwerer getan. „Für uns ist die ganze Geschichte ein Segen“, unterstreicht SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis. „Die EHC-Spieler erhöhen die Qualität enorm.“ Doch neben dem sportlichen Aspekt ist ihm auch der persönliche Draht zu Winkler wichtig. „Er steht zu unserem Verein.“ Das habe der vergangene Sommer gezeigt, als der Garmisch-Partenkirchner bei der Planinsolvenz seine Kontakte in der Eishockey-Welt nutzte. „Ohne ihn hätte es schlecht ausgeschaut.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wachter: „Hier weiß ich, was ich habe“
Er hat den Plan, höherklassig zu spielen. Noch aber geht er nicht in Erfüllung. Philipp Wachter (23) ist Realist. Er hängt noch ein Jahr dran beim SC Riessersee, um sich …
Wachter: „Hier weiß ich, was ich habe“

Kommentare