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Nicht zum Lachen: SCR-Trainer George Kink und seine Mannschaft sind zum Nichtstun verdonnert. Die Absage der Playoffs in der Oberliga trifft den SC Riessersee hart.

Eishockey

Ungeplante Virus-Vollbremsung beim SC Riessersee

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Saisonende für den SC Riessersee. Trainer George Kink glaubt, es wäre viel möglich gewesen. Hat aber Verständnis für die Absage der Playoffs.

Sie haben nochmal alles rausgehauen. Achtmal zappelte der Puck zum Abschluss der Meisterrunde in der Eishockey-Oberliga im Tor der Lindau Islanders. Der zehnte Erfolg in Serie hievte den SC Riessersee sogar noch auf Rang drei der Tabelle. Die Ausgangslage: ein Traum. Zum Playoff-Auftakt am morgigen Freitag sollten die Hannover Scorpions ins Olympia-Eissportzentrum kommen. Doch 48 Stunden nach dem Abpfiff in Lindau ist nichts mehr so, wie es vorher war. Das Thema Corona-Virus hat das deutsche Eishockey am vergangenen Dienstag eingeholt und überholt. In der DEL und der DEL2 ist die Saison beendet. Und auch in der Oberliga hat der SCR ab jetzt Urlaub. Zwangsurlaub. Die Playoffs sind abgesagt.

SC-Riessersee-Trainer Kink: „Aus sportlicher Sicht eine Katastrophe“

Eine Auszeit, die für Trainer George Kink und seine Mannschaft zur Unzeit kommt: „Aus sportlicher Sicht eine absolute Katastrophe“, betont Kink. „Die Vorfreude auf die Playoffs war bei uns riesig.“ Viele der jungen SCR-Spieler standen vor ihren ersten K.o.-Duellen. Doch statt in einer best-of-five-Serie gegen die Scorpions aus Hannover anzutreten, kommt jetzt das abrupte Ende einer bislang erfolgreichen Spielzeit. „Mit unserem momentanen Lauf wäre viel möglich gewesen,“ glaubt Kink. Anstatt sein Team auf den Gegner einzustellen und Spielzüge im Training einzustudieren, muss der Coach überlegen, wie es jetzt weiter geht.

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Am Dienstagabend wurde die Mannschaft informiert. „Die Enttäuschung bei den Jungs war natürlich groß“, räumt Kink ein. Kein Wunder: Schließlich stand der Höhepunkt der Spielzeit bevor. Die Saisonphase, auf die sich der SCR so gefreut hatte. Alles haben die Garmisch-Partenkirchner in den vergangenen Monaten getan, um sich eine Topausgangslage zu erarbeiten. Platz vier war das anvisierte Ziel. Es wurde erreicht. Dank der Siegesserie sogar übertroffen. Doch die Bemühungen waren letztlich alle umsonst.

SC Riessersee: Vorbereitungen für Heimspiel waren in vollem Gang

Dabei liefen die Vorbereitungen für das Heimspiel gegen die Scorpions auf Hochtouren. „Wir hatten schon Hotel und Eiszeiten miteinander abgestimmt“, sagt Kink. Denn am Montag und Dienstag war noch alles in Ordnung. „Wir hatten das Thema natürlich auf dem Schirm, aber immer mit der Hoffnung, dass wir spielen können.“ Jetzt also die Vollbremsung. Der Schwung einer starken Meisterrunde wird von einer weltweiten Epidemie gnadenlos zum Stillstand gebracht. Am gestrigen Mittwoch ging’s für den SCR zum letzten Mal in dieser Saison aufs Eis. „Wir haben nochmal trainiert.“ Jetzt ist Schluss. Zumindest auf dem Spielfeld: „Wir werden uns nochmal treffen und besprechen, wie es weitergeht.“ Wann und wie das passieren wird, ist aktuell noch unklar.

Kink und alle Verantwortlichen des SCR haben natürlich vollstes Verständnis für die Entscheidung des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen. Das plötzliche Ende schmerzt trotzdem: „Bei Sportlern steht immer der Wettkampf im Vordergrund und in dem wollen Sie sich möglichst oft gegen- und miteinander messen“, sagt Kink. Der Coach selbst weiß noch nicht, was er mit der unverhofften Freizeit anfangen soll. „Ich muss das Ganze erstmal verdauen“, gibt er zu. „Es ist extrem bitter, da ich glaube, dass wir ein interessantes Kapitel in diesen Playoffs hätten schreiben können.“

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