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Abschied vom Publikumsliebling: Simon Mayr muss den SC Riessersee verlassen.

Mayr, Gschmeißner, Beck und Co

Abrüsten angesagt: Sieben Spieler verlassen den SCR

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Bis zum Start der neuen Saison soll der SC Riessersee schuldenfrei werden. Das geht aber nur miteinem radikalen Sparkplan. Sieben Profis des Vize-Meisters erhalten deshalb keinen neuen Vertrag mehr.

Garmisch-Partenkirchen– Udo Weisenburger ist ein Geschäftsmann, der es in seiner Branche als Kulissenbauer sehr weit gebracht hat. Den SC Riessersee aber hat er von Anfang an als Herzensangelegenheit bezeichnet. Angetrieben von der Begeisterung und dem Glanz, den dieser Verein umgibt, stürzte er sich in das Abenteuer, übernahm nach und nach alle Anteile. Heute sagt er selbst: Er war (weiß-)blauäugig. Fast 1,5 Millionen Euro hat der Wahl-Grainauer in drei Jahren in den SCR investiert und damit auch ein teures Spitzenteam geformt. Zuletzt hatte er stets betont, diese Mannschaft beieinanderhalten zu wollen. Versehen mit einer Anmerkung – quasi dem Kleingedruckten: Wenn es das Geld zulässt. Nun ist klar, dass das nicht funktioniert.

Über allem steht Weisenburgers Ziel, die GmbH zu sanieren und alle Schulden abzubauen. Nach Wünschen der SCR-Führung soll das bis zum Start der neuen Saison geschehen. Allerdings muss der Zweitligist dafür radikal abrüsten. Sieben Profis, die den Vorrundentitel und die Vize-Meisterschaft gefeiert haben, erhalten keinen neuen Vertrag. Es trifft die Torhüter Matthias Nemec und Andrew Hare, die beiden Ausländer Mattias Beck und Louke Oakley sowie die Einheimischen Simon Mayr, Valentin Gschmeißner und Christoph Frankenberg. Trainer Toni Söderholm, der sich nach dem Abschied von Tim Regan um die Kaderplanung kümmert, räumt ein: Die Finanzen sind das ausschlaggebende Thema. „Bei den meisten Entscheidungen geht es ums Geld.“

Söderholm sagt: „Die Situation ist so angespannt. Wir müssen überall sparen.“

Matthias Nemec wechselt zum EHC Freiburg.

Der Sparplan umfasst noch mehr Änderungen. In die Saison wird Riessersee mit nur drei statt der erlaubten vier Kontingentspieler starten. Einen ausländischen Stürmer hat der SCR bereits verpflichtet. Zudem bemüht er sich um Jared Gomes, der seinen Vertrag noch nicht verlängert hat. Gespart wird auch auf der Torwart-Position. „Wir werden höchstwahrscheinlich jünger“, kündigt der Coach an. Kevin Reich sieht er als erste Alternative, der weiterhin für die Werdenfelser auflaufen soll. Hinzukommen kommen ein oder zwei weitere junge Tormänner. Namen wollte Söderholm keine nennen. Allerdings ist schon vor Wochen durchgesickert, dass der frühere Rosenheimer Goalie Timo Herden nach München wechselt und in Garmisch-Partenkirchen zu Ausbildungszwecken geparkt werden soll. „Wir brauchen einen neuen Plan auf dieser Position“, betont Söderholm. Es lohnte sich nicht, Matthias Nemec weiter zu verpflichten. Er sei „nicht brutal günstig“ und habe auch nicht viel gespielt. Verletzungen, Krankheit – das Preis-/Leistungsverhältnis passte den Verantwortlichen nicht mehr. Nemec wechselt zum EHC Freiburg. Söderholm erhofft sich von seinen Neuen, dass sie sich weiterentwickeln möchten. Das gelte auch für die Feldspieler, die noch kommen sollen. Jung und hungrig – diese Prädikate sollen für den neuen – und vor allem günstigeren – SCR stehen.

Valentin Gschmeißner soll sich bei einem anderen Verein weiterentwickeln.

Darunter leiden auch drei Einheimische. Im Internet sorgen die Abgänge von Mayr, Gschmeißner und Frankenberg für Diskussionen, an denen sich auch Daniela Frankenberg beteiligt, Mutter von Christoph und Gönnerin. In ihrem Statement auf Facebook wirft sie dem SCR vor, dem Nachwuchs keine Chance zu geben und Talente zu vergraulen, weil sie keine Spielpraxis erhalten. Söderholm kontert und sagt: In der aktuellen Notlage könne der Zweitligist keine langfristige Entwicklungsarbeit leisten und Spieler langfristig aufbauen. Er brauche Profis, die ihm sofort weiterhelfen – selbst im jungen Alter. „Die Situation ist so angespannt. Wir müssen überall sparen“, betont der Finne. In rosigeren Zeiten hätten die Garmisch-Partenkirchner Mayr und Gschmeißner gehalten. Eine „sehr, sehr schwierige Entscheidung“ sei es gewesen, auch weil die zwei Burschen aus Obersöchering und Seehausen in der Kabine zu den Unterhaltungskünstlern zählten. Allerdings sieht ihr Coach die Zeit gekommen, das SCR-Nest zu verlassen und andere Teams kennenzulernen. „Das tut ihnen gut.“ In vielen Fällen kehren die Einheimischen stärker zurück, sagt Söderholm. Verteidiger Frankenberg müsse dagegen erst einmal entscheiden, ob er Profi-Eishockey spielen möchte. „Dafür muss er alles tun.“

Ebenso unklar ist, wie es mit Oakley und Beck weitergeht. Beim Schweden hatten viele über ein Karriereende spekuliert. Söderholm glaubt nicht daran. Es hat ihm imponiert, wie sich Beck nach seiner Knieverletzung zurückgekämpft hat. „Der hat noch viel Eishockey vor sich.“

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