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Stützte der Verteidigung: Christian Hummer bleibt dem SCR auch in der Oberliga erhalten.

Eishockey: Oberliga

Hummer, Heiß und ein Schwede - das sind die ersten SCR-Spieler

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Die ersten drei Verpflichtungen geben den neuen Weg des SC Riessersee vor: Mit einem jungen und hungrigen Team möcht der Club die Oberliga aufmischen. Einer der Neuen könnte sich als Kracher entpuppen.

Garmisch-Partenkirchen– Der Vorsprung der anderen ist riesig. Drei bis vier Monate schätzt Stefan Endraß. Aber – und das will der Interims-Geschäftsführer des SC Riessersee beweisen – dieser Rückstand in Sachen Kaderplanung lässt sich aufholen. Noch gibt es oberliga-taugliche Profis für den SCR. Die ersten drei Verpflichtungen hat der Oberligist am Dienstag bekannt gegeben. Verteidiger Christian Hummer verlängert, Silvan Heiß kommt aus Landshut, der schwedische Außenstürmer Victor Östling besetzt die erste von zwei Kontingentstellen.

Unter normalen Umständen wäre Riessersee mit nur einem Ausländer ins Spieljahr gestartet. Aber wenn dieser Sommer mit Rückzug aus der DEL2, Bangen um die Existenz und schließlich Planinsolvenz samt Oberliga-Lizenz eines war, dann eine anormale Jahreszeit. Fähige Import-Spieler hält der Markt selbst im Herbst im Überschuss bereit. Herausragende deutsche Profis sind in der Dritten Liga um diese Zeit dagegen eine rare Wahre. „Es ist einfacher, eine Kontingentstelle zu besetzen“, betont Endraß. Auf keinen Fall werde er in der jetzigen Lage einen überstürzten und überlegten Kauf tätigen. Lieber warten, lautet sein Leitsatz. Die Saison beginnt erst Ende September. „Wenn es uns gelingt, mit diesem Kader mitzuhalten, haben wir vieles richtig gemacht“, sagt er.

Laut Plan stellt Kooperationspartner EHC Red Bull München eine Reihe. Drei Blöcke leistet sich der Oberligist selbst. Dazu zählen auch die talentiertesten Nachwuchscracks aus dem DNL-Team. „Sie haben sich die Chance erarbeitet.“ Endraß hält diese Option für die bessere, auch wenn die Jugendspieler einige Monate länger zum Eingewöhnen brauchen. Das funktioniere selbstverständlich nur, wenn die Qualität stimmt. Endraß möchte ein „ganz klares Zeichen“ für den eigenen Nachwuchs setzen – alleine um den vielen Kindern Reiz und Perspektive zu bieten. Überhaupt werde sich die Mannschaft „sehr verjüngen“, sagt Endraß. Toni Söderholm hatte früh den Wunsch geäußert, mit hungrigen Profis arbeiten zu wollen, die es obendrein zum erschwinglichen Preis gibt. Die Red-Bull-Chefs sehen ihn als fähigen Spielerentwickler an.

Kommt aus Salzburg: Der Schwede Victor Östling führte das Team der Red-Bull-Akademie als Kapitän an.

Beide Neuzugänge passen ins Raster. Östling – erst 22 Jahre alt – könnte sich als Glücksgriff erweisen. Riessersee hätte ihn auch für die Zweite Liga verpflichtet. Der Vertrag war bereits unterzeichnet, ehe das Chaos ausbrach. Doch Söderholm hat den jungen Schweden mit seinem Konzept vom temporeichen Eishockey überzeugt – auch wenn der nächste Schritt Richtung DEL nun über die Oberliga führt. Vorige Saison führte er das Team der Salzburger Akademie-Team von Red Bull in der zweitklassigen Alps Hockey League als Kapitän an. Mit 25 Scorerpunkten (elf Toren) in 40 Partien belegte er in der teaminternen Wertung Rang drei hinter Christof Wappis und Tobias Eder.

Silvan Heiß lief zuletzt drei Jahre für den EV Landshut auf.

Verteidiger Silvan Heiß – Sohn der SCR-Legende Joseph „Peppi“ Heiß – kehrt nach drei Lehrjahren in Landshut zum Heimatverein zurück. Endraß, der den 21-Jährigen aus seiner EVL-Zeit kennt, betont: „Es ist immer das Bestreben, solche Leute in die Erste Mannschaft zurückzuholen.“ Bei den Niederbayern habe er sich gut entwickelt, doch Endraß sieht viel mehr Potenzial. Mit Christian Hummer hat der SCR einen Lehrmeister verpflichtet, der im Vizemeister-Jahr zu den besten Verteidigern zählte und problemlos bei anderen Zweitligisten untergekommen wäre. Allerdings beginnt der Ebersberger im nächsten Jahr eine Ausbildung. Endraß sagt: „Was deutsche Verteidiger angeht, ist er sehr stark und definitiv eine Stütze.“

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