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Udo Weisenburger ist Alleingesellschafter des SC Riessersee

Schwere Anschuldigungen gegen Traditionsverein

SCR: Weisenburger und der Schuldenberg

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Gehälter sollen ausstehen, Rechnungen und Verbandsabgaben nicht bezahlt worden sein. Alles halb so schlimm, betont Udo Weisenburger. Der Chef hat sogar gute Nachrichten: Zum Ende des Jahres könnte der Verein schuldenfrei sein.

Garmisch-Partenkirchen– Bis zur ersten Million ist es nicht mehr weit. Aktueller Stand: schon 900 000 Euro, die Udo Weisenburger in den SC Riessersee investiert hat. In zwei Jahren. 100 000 Euro sind in den Vorwochen mal wieder dazugekommen. Es stört den Gesellschafter nicht, über Finanzen zu sprechen. Er verfolgt einen ambitionierten Plan. Bis zum Ende des Jahres soll der Verein ohne Schulden dastehen. Der starke Mann des SCR betont: „Der Klub hat immer noch Schulden, die wir abbauen müssen.“

Dazu zählen Gehälter und Verbandsabgaben, außerdem warten Zulieferer sowie Dienstleister auf Geld. Unsere Zeitung hat erfahren, dass die Mannschaft ihren März-Lohn (den letzten der abgelaufenen Saison) noch nicht erhalten hat. Das bestätigt Weisenburger, stellt aber klar: In dieser Woche hat der SCR die letzten Gehälter überwiesen. Außerdem wissen die Profis Bescheid. Die GmbH hat ihnen die Situation erklärt. Ein Insider aus der Führungsetage, der nicht genannt werden will, sagt: In der Szene ist das normal. Die Klubs leben von der Hand in den Mund, zögern Zahlungen gerne hinaus. Unter Weisenburgers Vorgänger Ralph Bader habe es teilweise noch länger gedauert. Einmal, sagt der Insider, floss das Gehalt erst nach fünf Monaten.

Lizenzierung „nicht gefährdet“

Auch der DEB wartet noch auf Geld. Um die 30 000 Euro sollen es sein, wie ein Informant bestätigt. Unter anderem geht es um Zahlungen für den Reindl-Pool. In diesen Topf, der gute Nachwuchsarbeit belohnt, zahlen die Klubs aus DEL2 und Oberliga ein. Nach der Saison fließt das Geld zurück. Vereine, die sich um den Nachwuchs kümmern, erhalten mehr. Zahlen sie nicht, wird die Bürgschaft, die bei der Liga hinterlegt ist, gezogen. Weisenburger aber beruhigt: Bis zur Lizenzierung „kommt das Geld“. Am 24. Mai müssen die Zweitligisten ihre Unterlagen einreichen. Der SCR-Boss sieht die Lizenzierung „überhaupt nicht gefährdet“. Im Gegenteil. Er hofft, dass Riessersee in dieser Saison sein Spielrecht ohne Anhörung erhält. In den vergangenen beiden Jahren habe er dem Klub zweimal die Lizenz gerettet. „Im letzten Moment“, wie der Chef des Kulissen-Herstellers TAA betont.

Sponsor klagt über fehlenden Betrag

Was ausstehende Rechnungen angeht, versichert der Gesellschafter: Es gebe keine Schwierigkeiten, diese in den kommenden Wochen zu begleichen. Ein Sponsor, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, spricht von einem niedrigen vierstelligen Betrag, der ihm fehlt. Zugesagt habe ihm der Verein das Geld für Ende April. „Jetzt ist Mai und ich höre nichts“, klagt er. In letzter Konsequenz müsse er sein Engagement beenden, wenn nichts auf dem Konto auftaucht. Das will er eigentlich nicht. Denn: „Mir geht’s um den Verein, um den SCR.“ Weisenburger glaubt, den Kleinsponsor zu kennen. Er habe alle Rechnungen bezahlt bekommen – die letzte diese Woche, sagt er.

Er vermutet eine gezielte Attacke. Eigentlich sei die Lage ganz anders. „Durch mein Engagement und den geleisteten Zahlungen geht es dem SCR viel besser als vor zwei Jahren.“ Er mahnt bloß zur Geduld. Zunächst brauche der Verein Zeit, den Schuldenberg abzubauen. Weisenburger vergleicht die Situation mit einem Schneeball, der wuchs und wuchs. „Der wurde seit Ewigkeiten vor sich hergeschoben.“ Einen Fehler gesteht er sich ein: „Ich habe die Finanzen lange nicht durchleuchtet. Ich wusste nichts davon.“ Seit er Ende März – nach Baders Demission – „klar Schiff gemacht hat“, reduziere der SCR die Schulden. Mittlerweile spricht er nicht mehr von einem Schuldenberg. Seinen Angaben nach tauchen nur immer wieder neue, unvorhergesehene Kosten auf. Künftig werde das nicht mehr passieren. Den Verein sieht der Geschäftsführer jedenfalls auf einem guten Weg. Er sagt: „Keine Panik, wir haben die Situation unter Kontrolle.“

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