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Geht der SCR zurück in die Oberliga?

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Die Fans des SC Riessersee: Würden Sie ihrem Verein die Treue halten, wenn er in der Oberliga spielt? © BSE-Pictures

Garmisch-Partenkirchen - Die Liga kommt einfach nicht zur Ruhe: SCR-Manager Ralph Bader sieht keinen Sinn mehr in einer Teilnahme an der 2. Bundesliga. Aber auch Kaufbeuren erwägt diesen Schritt.

Ralph Bader brauchte erst einmal mal ein bisschen Zeit. Der Kopf war leer nach mehr als neun Stunden streiten und diskutieren. „Es war sehr anstrengend“, sagt der Manager des SC Riessersee. Von 9 Uhr morgens bis abends 18.30 Uhr saßen die Vertreter der Eishockey-Zweitligisten in Oberschleißheim beisammen. Zwischendurch wurde es richtig laut.

Mit dem Ergebnis der Sitzung konnte Bader ganz und gar nicht leben. Unter dem Strich stand nämlich der Beschluss, dass die 2. Bundesliga künftig mit mindestens 13 Vereinen antreten wird, eher sogar eine Erhöhung auf 14 angedacht ist. Damit wäre in dieser Saison auch der sportliche Absteiger REV Bremerhaven wieder mit von der Partie. „Es geht nicht mehr um den Sport“, wettert Bader. „Wenn das jetzt alles so durchgeht, dann kommen wir in die Richtung, dass wir einfach jedes Jahr neu darüber diskutieren, mit wie vielen Vereinen die Liga spielt. Der Sport ist momentan nichts mehr wert.“

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Für ihn ein Unding, was er so auch nicht hinnehmen will. Daher trägt er sich nun sogar mit dem Gedanken, auf die 2. Bundesliga zu verzichten und freiwillig zurück in die Oberliga Süd zu gehen. „Ich muss mir ernsthaft die Frage stellen, ob das nicht vernünftiger wäre.“ Der SCR-Geschäftsführer steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Auch der ESV Kaufbeuren erwägt, die Notbremse zu ziehen und einen Schritt nach unten zu machen. „Ich finde die Vorgänge in der ESBG nicht mehr tragbar“, sagt ESV-Vorsitzender Andreas Settele. „Ich werde meinen Vorstandskollegen empfehlen, dass wir unsere Meldung für die zweite Liga für diese Saison zurückziehen.“

Bader und Settele haben genug vom rein wirtschaftlichen Denken ihrer Kollegen in der 2. Bundesliga. Mehr, mehr, mehr – lautet offenbar das Credo bei den Konkurrenten der beiden bayerischen Vereine. „Jeder will nur mehr Mannschaften, mehr Heimspiele“, moniert Bader. „Dass die dann aber vielleicht dienstags stattfinden, interessiert niemanden.“ Ein Grund, der gegen die zweite Liga spricht, ist zudem die allgemeine Unsicherheit, wie die Spielklasse im kommenden Jahr überhaupt aussehen wird. Aus Dresden wurde nun bekannt, dass aufgrund von Problemen bei der Hallensanierung eine Teilnahme an der Liga plötzlich gefährdet sei. Sollte zudem Kaufbeuren wirklich in die Oberliga gehen – dann wird es dünn.

Christian Fellner

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