Schwarz-orange ist die Vergangenheit, weiß-blau die Zukunft: Peter Baumgartner trägt bald das SCR-Trikot. foto: storch

Schnelle Einigung

Garmisch-Partenkirchen - Peter Baumgartner, Kapitän der Löwen Frankfurt, wechselt zum SC Riessersee

Manchmal vergisst Ralph Bader die Zeit. Als Entschuldigung nennt er dann den Stress, weil jeder von ihm etwas wolle. Zum Beispiel Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der schnell eine E-Mail braucht oder diverse Agenten, die versuchen, dem Manager des SC Riessersee einen ihrer Klienten aufzuschwatzen. Da Plaudern und Kommunikation zum Geschäft gehören, verquatscht sich der 48-Jährige häufig. So können aus einer halben Stunde eine Stunde, aus fünf Minuten 30 Minuten werden, wenn er einen Rückruf versprochen hat, weil er eine Personalie verkünden möchte.

Zur Verpflichtung von Peter Baumgartner brauchte Bader weder die Hilfe eines Spielervermittlers noch dauerte das Gespräch mit dem 26-jährigen Kapitän der Löwen Frankfurt besonders lange. „Ein Anruf und wir waren uns einig“, sagt er. Die Vorarbeit hatte Trainer Toni Krinner geleistet, der Baumgartner aus seiner Zeit als Chef-Coach beim DEL-Club Hannover Scorpions kennt. Als Hannover auf Sparkurs ging und einige Stars den Verein verließen, schaffte Baumgartner sofort die Sprung vom Verteidiger Nummer sieben, der nur in Notsituationen zum Einsatz kommt, zum Stammspieler. „Er hat sehr gute Leistungen gebracht“, sagt Krinner, der ihn damals gerne behalten hätte, doch die wirtschaftlichen Zwänge ließen einen neuen Vertrag nicht mehr zu. „Der siebte Verteidiger wurde ersatzlos gestrichen“, erinnert sich Krinner.

Nach der Station Hannover Indians (2. Liga) landete Baumgartner in der vergangenen Spielzeit beim ambitionierten West-Oberligisten Löwen Frankfurt. Als Kapitän führte er das Team bis ins Playoff-Halbfinale. Im Viertelfinalspiel bei den Tölzer Löwen nahmen Bader und Krinner ihren Wunsckandidaten unter die Lupe. Was sie sahen, gefiel beiden. „Er ist körperlich präsent und räumt auf“, charakterisiert Bader den neuen Mann. „Wir haben ihn hauptsächlich wegen seiner Defensivstärke geholt“, erklärt Krinner. Da der SC Riessersee in der kommenden Saison nur noch einen ausländischen Verteidiger unter Vertrag nehmen will, weil eine Kontingentstelle durch den US-amerikanischen Torwart Bryan Hogan blockiert ist, bemühten sich Bader und Krinner verstärkt um Baumgartner. „Gute deutsche Verteidiger zu bekommen, ist sehr schwierig, weil es nur wenige gibt“, meint der SCR-Manager.

Baumgartner ist da. Jetzt müssen Bader und Krinner noch einen Ersatz für Pascal Zerressen finden, den sich die Kölner Haie geangelt haben. Ein Mann mit Perspektive, analog Zerressen, schwebt Krinner vor. „Vielleicht können wir einen Förderlizenzspieler bekommen. Der wäre die optimale Lösung.“

Peter Reinbold

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