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Zuschauerrolle beendet: Toptorjäger Scott Bartlett (r.) steht SCR-Trainer Marcus Bleicher wieder zur Verfügung.

Die schnelle Heilung: Top-Torjäger Bartlett wieder dabei

Garmisch-Partenkirchen - Sechs Wochen nach seiner schweren Verletzung feiert Toptorjäger Scott Bartlett sein Comeback gegen den EV Landsberg.

Er ist wieder da. Sechs Wochen war Scott Bartlett krank, ab heute spielt er wieder, Gott sei Dank. Der Torjäger des SC Riessersee, der mit 18 Treffern noch immer die interne Schützenliste anführt, stand seit dem 5. Dezember nicht mehr im Punktspielbetrieb der Eishockey- Oberliga Süd. In der Heim-Partie gegen den EC Peiting hatte sich Bartlett einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen. Die Ärzte hatten sich mit dem Spieler auf eine konservative Behandlung verständigt. Mit Reha-Maßnahmen bei Physiotherapeut Hans Bader (Body&Care) und in den USA hatte der 26-Jährige versucht, so rasch wie möglich wieder spielfit zu werden.

Das ist ihm gelungen – überraschend schnell. „Bei solch einer Verletzung muss das Gelenk rund sechs Wochen lang stabilisiert werden“, sagt Sportorthopäde Ingo Tusk von den Frankfurter Rotkreuz- Kliniken. Frühestens acht Wochen nach dem Unfall könne ein Verletzter mit dem Training beginnen. Bartlett scheint ein kleines medizinisches Wunder zu sein. „Er hat in dieser Woche ganz hervorragend und fast schmerzfrei trainiert“, sagt Riessersees Trainer Marcus Bleicher. SCR-Geschäftsführer Ralph Bader lobt den „großen Willen“ seines Vorzeige-Profis. „Wir haben ihn zu keiner Zeit unter Druck gesetzt. Die Entscheidung, am Wochenende zu spielen, hat er ganz alleine getroffen.“

Sie kommt allerdings zur rechten Zeit. Bartlett, der bis zu seiner Verletzung mit Florian Vollmer und George Kink den besten Angriff der Liga gebildet hatte, soll das Loch schließen, das die Sperre von Vollmer reißt, der nach der dritten Zehnminuten-Strafe für ein Spiel zuschauen muss. Wunderdinge erwartet Bleicher von Bartlett freilich noch nicht. „Bis er wieder ganz der Alte sein wird, braucht es sicher noch einige Wochen“, vermutet er. Die Zeit will er ihm geben. „Wenn er zu Beginn der entscheidenden Playoff- Wochen wieder in Bestform ist, bin ich zufrieden.“

Die vier Spiele bis zum Ende der Vorrunde am 30. Januar soll Bartlett zur Eingewöhnung nutzen. Dass Riessersee mit Landsberg, Deggendorf, Selb und Passau auf vier der Papierform nach eher leichtere Gegner trifft, „dürfte ihm helfen“, meint Bleicher. An Landsberg und Deggendorf haben die Riesserseer jedoch etliche schlechte Erinnerungen. Die Heimniederlage gegen das Schlusslicht vor einem Monat dokumentierte den Tiefpunkt der damaligen Krise, die Deggendorfer nahmen dem SCR bereits sechs Zähler ab. „Gegen Mannschaften von diesem Kaliber haben wir einfach zu viele Punkte gelassen“, meint Bader. Aus Schaden scheint man klug geworden zu sein. „Wir bringen jeder Mannschaft Respekt entgegen“, sagt Bleicher.

Trotzdem ist er zuversichtlich, was die Erfolgsaussichten angeht. Platz drei ist nicht das Ziel seiner Wünsche. „Ich will noch weiter nach vorne kommen.“ Er rechnet damit, dass sich die Konkurrenten um die Spitzenpositionen, Bad Tölz, Peiting und Füssen, in den direkten Duellen gegenseitig die Punkte abnehmen. „Wenn wir unsere beiden Spiel am Freitag und Sonntag erfolgreich gestalten, dann könnte das schon nach diesem Wochenende geklappt haben.“ Mithelfen kann jetzt wieder Scott Bartlett.

Peter Reinbold

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