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Ralph Bader und Udo Weisenburger

Eishockey

SCR: Bader reagiert – und fordert, Unterlagen offenzulegen

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Ralph Bader feuert zurück: In einer Stellungnahme an Medien in ganz Deutschland reagiert er auf Udo Weisenburgers Äußerungen zur finanziellen Schieflage des SC Riessersee.

Dass eine Reaktion kommen würde, das war klar. „Logisch, ich kann das ja nicht auf mir sitzen lassen, das ist Rufschädigung“, sagt Ralph Bader, der frühere Geschäftsführer und Gesellschafter der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs-GmbH. In einer dreiseitigen Stellungnahme, die er an viele Medien deutschlandweit verschickte, antwortete er am Freitagnachmittag auf die Vorwürfe, die der jetzige Boss beim SC Riessersee seinem Vorgänger macht. Udo Weisenburger sprach darin von zu teuren Spielerverträgen mit zu hohen Bonifikationen, im Nachhinein aufgelösten Sponsoren-Vereinbarungen, fehlenden Einnahmen sowie nicht oder falsch eingebuchten Verbindlichkeiten in der Bilanz.

Bader geht nun seinerseits in die Offensive, Er listet auf, wie sich die Geschäftsbeziehungen seit dem Eintritt von Weisenburger als Gönner gestaltet haben. Keineswegs leugnet er dessen großen finanziellen Einsatz. Im Frühjahr 2015 habe sich Weisenburger bereit erklärt, fehlende 200 000 Euro nach dem Wegfall eines Geldgebers „...rückwirkend zu übernehmen und auch Sponsorenverträge/Darlehen für die Saison 15/16 zu unterschreiben. Hieraus ergibt sich auch ... die von ihm genannte Summe von zirka 470 000 Euro“, schreibt Bader. Insgesamt habe Weisenburger für vier Spielzeiten rund 800 000 Euro an Fehlbeträgen „wissentlich übernommen. Rechnet man von drei Spielzeiten jeweils zehn Prozent eines Etatplanes als Fehlbetrag hinzu, kommt noch einmal eine Gesamtsumme von zirka 500 000 Euro hinzu“.

Klar stellt Bader aus seiner Sicht, dass er mit den angeführten Zahlen der abgelaufenen Vizemeister-Saison nichts zu tun habe. „Alle Spielerverträge ..., die ich noch getätigt habe, waren Herrn Weisenburger bekannt. Die Verträge Dibelka/Mueller wurden bereits im Sommer 2016 unterschrieben. Die Gehälter wurden von Herrn Weisenburger genehmigt.“ Nach Baders fristloser Kündigung habe der neue GmbH-Chef aber noch acht weitere Profis mit Verträgen ausgestattet. „Für die Höhe der Personalkosten ... war Herr Weisenburger nach meiner Kündigung ganz alleine verantwortlich.“ Von überhöhten Prämien könne auch keine Rede sein. „Mir sind Playoff-Prämien für die von mir unterschriebenen Verträge von zirka 50 000 Euro brutto (alle Spieler für alle Runden) bekannt. Dies entspricht der Einnahme von einem gut besuchten Playoff-Spiel.“

Wie Weisenburger nach dieser Saison auf ein Minus von 450 000 Euro kommt, ist Bader ein Rätsel. „In der letzten Saison müssten mindestens 500 000 Euro an Zuschauer-Einnahmen mehr als kalkuliert in der Kasse sein und nicht ein Minus von angeblich 450 000 Euro. Normal hätte diese Summe an Überschuss da sein sollen, vorausgesetzt alle Etatzahlen ... waren echt und es gab keine Etatunterdeckung.“ Bader fordert seinen Nachfolger auf, wenn er „der Öffentlichkeit gegenüber glaubhaft rüberkommen will“, seine eigenen Zahlungen an die GmbH sowie die Einnahmensituation offenzulegen.

Bader räumt in seinem Schreiben ein, in den 13 Jahren SCR „sicherlich viele Fehler“ gemacht zu haben, „zu denen ich auch stehe“. Finanziell lasse er sich aber nichts ankreiden – und listet hierfür Zahlen auf. Er verweist auf die Bilanzen, die im Bundesanzeiger für jedermann einsehbar sind. Die Auswertungen von 2011 bis 2015 zeigen – Bader war in dieser Zeit alleiniger Gesellschafter –, „einen zusammengefassten Jahresüberschuss von zirka 40 000 Euro. Der nicht gedeckte Fehlbetrag war immer durch Darlehen/Rangrücktritte abgedeckt. Diese waren ... Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Lizenzierung“.

Eines stört Bader an den Aussagen Weisenburgers besonders: Dass dieser stets behauptet, von nichts gewusst zu haben. „Im April 2016, nachdem Herr Weisenburger ein Jahr an Bord war und komplette Einsicht in alle Unterlagen hatte, übernahm er die zweite Hälfte der GmbH. ... Dies war sein ... ausdrücklicher Wunsch. Welcher ordentliche Kaufmann, der Herr Weisenburger sicher sein will, macht das ohne kritische Durchsicht ... der Firmenunterlagen?“ Somit könne er nun nicht von neuen Zahlen überrascht worden sein oder pauschal von Misswirtschaft sprechen.  cf

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