SCR-Spieler Uli Maurer wird von einem Rosenheimer noch gestört, befördert die Scheibe am am Rosenheimer Goalie vorbei ins Netz zum 5:3 für den SCR.
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Die Entscheidung: Uli Maurer erzielt das 5:3 für den SCR gegen die Starbulls aus Rosenheim.

Riessersee behauptet sich in einem intensiven Derby gegen Rosenheim mit 5:3

SCR hört den Wecker

  • vonPatrick Hilmes
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Der SC Riessersee ist im Derby der Eishockey-Oberliga Süd gegen die Starbulls Rosenheim bestens aus den Startlöchern gekommen und siegt 5:3. Die Playoffs sind aber noch nicht erreicht.

Garmisch-Partenkirchen – Jeder kennt es: Morgens klingelt der Wecker, aber man hört ihn nicht, oder drückt auf die Schlummertaste. Noch ein bisschen länger schlafen. Und dann wacht man später schreckhaft auf und merkt: Verdammt, verschlafen. Das kennt auch der SC Riessersee bestens, hatte er doch in den vergangenen Partien der Eishockey-Oberliga Süd in Lindau und gegen Höchstadt verpennt, geriet in Rückstand und lief dem vergebens hinterher. Nicht so am Sonntag im Derby gegen die Starbulls aus Rosenheim. Der SCR hörte den Wecker, ging selbst in Front und ließ diesmal die Rosenheimer vergebens hinterherlaufen. Am Ende wurde ein 5:3-Heimsieg bejubelt.

SCR wie verwandelt

Die Weiß-Blauen waren im Vergleich zur Niederlage am Freitag gegen Höchstadt wie verwandelt. Statt träge und inkonsequent präsentierten sie sich hellwach, aggressiv in den Zweikämpfen und vor allem erfolgreich. Nachdem Uli Maurer noch doppelt gescheitert war, zeigte Eetu-Ville Arkiomaa seine Klasse. Der Finne machte erst seinen Gegenspieler nass, umspielte dann den Rosenheimer Goalie Andreas Mechel und schob zum 1:0 ein (2.). Den Start perfekt machte dann Maurer, der nach einem abgefälschten Schuss allein vor dem leeren Tor stand. Kein Problem für den Routinier. Somit stand es bereits nach drei Minuten 2:0 für die Gastgeber. „Endlich sind wir mal gut gestartet“, betonte SCR-Coach Ron Chyzowski, „dadurch konnten wir in Ruhe Eishockey spielen, unseren Rhythmus finden“. Und das gelang den Garmisch-Partenkirchnern weiterhin exzellent. Alles spielte sich im Rosenheimer Drittel ab, die Gäste bekamen überhaupt keine Kontrolle über die Partie, ihnen schmeckte vor allem das Forechecking der Gastgeber nicht. Erst als Arkiomaa auf die Strafbank musste, konnten die Starbulls durchatmen. Doch ihnen gelang weiter gar nichts, das Powerplay verpuffte ereignislos. „So ein erstes Drittel dürfen wir uns nicht erlauben“, haderte Rosenheims Coach John Sicinski. Als der SCR wieder vollzählig war, zeigte Moritz Miguez direkt wieder, wo es langgehen soll. Das 3:0 verpasste er jedoch.

Rosenheim wacht auf und verkürzt

Das viel dann direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs. Robin Soudek lief hinter das gegnerische Tor und suchte einen Mitspieler, fand mit seinem Pass aber Goalie Mechel. Der jedoch bugsierte die Scheibe selbst ins Tor. Beinahe hätte Louis Anders direkt das 4:0 nachgelegt, doch hingegen schlug es auf der anderen Seite ein. Der Anschlusstreffer fungierte wiederum als Wecker für die Starbulls. Plötzlich waren sie am Drücker und in der nächsten Überzahl auch erfolgreich – nur noch 3:2 für den SCR. Der aber fing sich und stellte durch einen Abstauber von Soudek den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Nun waren aber auch die Gäste im Spiel. Kurz vor der Pausensirene nutzten sie erneut eine Überzahl aus – 4:3.

Anton Radu muss nach Bandencheck ins Krankenhaus

Dasselbe Spiel wie in den ersten beiden Dritteln dann auch im letzten: Der SCR war wieder hellwach. Tom Horschel bediente Maurer per Zuckerpass quer durch die Rosenheimer Abwehrreihe, und dieser ließ sich die Chance nicht entgehen. Es folgte ein Schreckmoment: Anton Radu blieb nach einem Bandencheck bewusstlos auf dem Eis liegen (52.). Direkt wurden eine Trage und ein Krankenwagen geordert. Nach dem Spiel folgte die Entwarnung: Radu geht es gut, wird aber zur Beobachtung die Nacht im Krankenhaus verbringen. Auf dem Eis passierte danach nur noch wenig. Der SCR erstickte die Rosenheimer Angriffe meist im Keim und feierte einen verdienten Heimerfolg, weil er mal den Wecker gehört hatte und passend aufgestanden war.

Peiting kann den SCR doch noch abfangen

Da war das Tagblatt etwas zu voreilig. Aber das ist heuer auch nicht so einfach mit den ganzen Neuerungen durch Corona. Der SC Riessersee ist nicht wie vermeldet schon sicher für die Playoffs qualifiziert.

Definitiv wird am Ende der Hauptrunde die Tabelle nach dem Punktequotienten die ausschlaggebende sein, da nicht alle Mannschaften auf die maximale Anzahl an Spielen (36) kommen werden. Der EC Peiting, dessen Quarantäne nach derzeitigem Stand am 9. März ausläuft, wird aller Voraussicht nach noch zwei Partien in der Hauptrunde bestreiten – am 12. März in Passau und am 14. März in Weiden. Gewinnt der ECP diese beiden Duelle, hätte er in 31 Spielen 51 Punkte gesammelt. Das würde einen Punkteschnitt von 1,65 ergeben. Die häusliche Isolation könnte sich somit gar als Vorteil für die Peitinger entpuppen, müssen sie doch nicht mehr ihre Duelle mit den Top-Teams aus Regensburg, Rosenheim und Deggendorf austragen. Der SCR hat ebenfalls noch zwei Partien vor der Brust – am Freitag daheim gegen den EV Lindau, am Dienstag (16. März) auswärts bei den Selber Wölfen. Durch den 5:3-Heimerfolg gegen die Starbulls aus Rosenheim am Sonntag stehen die Weiß-Blauen mit 57 Punkten aus 34 Spielen da. Das macht einen Punkteschnitt von 1,68. Um für den Endspurt der Peitinger gerüstet zu sein, ist das aber noch nicht genug. Der SCR braucht aus den verbleibenden zwei Spielen drei weitere Punkte, um sicher in den Playoffs zu stehen.

Gelingt das nicht, und der ECP sammelt sechs Punkte, kann der Traditionsklub aus Garmisch-Partenkirchen noch auf Rang sieben abrutschen und müsste somit in den Pre-Playoffs um den Viertelfinaleinzug kämpfen. Als Siebter würde der SCR auf den Tabellenzehnten treffen. Das sind derzeit die Blue Devils aus Weiden.

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