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Zeit für die Raupe: Nach dem entscheidenden 7:5-Sieg über den SC Bietigheim feiert die U20-Mannschaft des SC Riessersee im heimischen Olympia-Eissportzentrum den Klassenerhalt in der DNL II.

Hoffen auf Einnahmen beim Spiel der Profis gegen EHC München

Der SCR-Nachwuchs im Aufwind

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Dr. Martin Fleckenstein ist zufrieden. Die Entwicklung im Nachwuchsbereich des SC Riessersee passt. Mit einer speziellen Aktion hofft der Verein beim Spiel der Profis gegen den EHC München wichtige Einnahmen zu generieren.

Garmisch-Partenkirchen – Auf den Sonntag freuen sich alle im Eishockey-Umfeld von Garmisch-Partenkirchen: Der große Bruder kommt, der EHC Red Bull München besucht seinen Partner unter der Alpspitze und trägt erstmals ein Spiel im Olympia-Eissportzentrum (16 Uhr) gegen den SC Riessersee aus. Der dreifache DEL-Meister und aktuelle Vize-Champion gegen den Oberligisten.

Auch Dr. Martin Fleckenstein sprüht vor Vorfreude. Denn der Nachwuchs des Altmeisters soll ebenfalls von diesem sportlichen Spektakel profitieren. „Die GmbH hat uns den VIP-Raum zur Bewirtung überlassen“, sagt Fleckenstein. Der Verein darf eigene Tickets zum Preis von 50 Euro für die Partie verkaufen und will die speziellen Gäste der Partien auch ein wenig umsorgen. „Es wird Getränke geben und ein Catering.“ Fleckenstein denkt an feine Häppchen. „Aber nur Kleinigkeiten.“ Sonst rechnet sich die Aktion wohl kaum. Denn: Es soll schon etwas für den Nachwuchs hängenbleiben. Das ist der klare Gedanke dahinter. „Logisch ist das eher als Spende an die Kinder und Jugendlichen im Verein zu sehen.“ Immerhin: Die neue Tribüne auf der Südseite des Stadions wird nur für jene VIP-Gäste des Nachwuchses geöffnet. Eine zweite Aktion läuft noch zugunsten des Vereins: Dauerkarten-Inhaber haben grundsätzlich freien Eintritt. Wenn sie sich aber entschließen, ein normales Ticket (10 oder 15 Euro für Steh- oder Sitzplatz) zu kaufen, geht auch dieser Erlös direkt an die Talente von morgen.

Die Zusammenarbeit zwischen GmbH und e.V. funktioniert besser denn je

Die Einbindung in diesen außergewöhnlichen Eishockey-Tag in Garmisch-Partenkirchen soll eines klar herausstellen: Die Zusammenarbeit zwischen GmbH und e.V. funktioniert besser denn je. „Die Entwicklung ist sehr positiv“, sagt Fleckenstein, der selbst im neuen Wirtschaftsbeirat für den Profi-Spielbetrieb sitzt. „Wir sind sehr eng zusammen.“ Das beste Beispiel war das Länderspiel im vergangenen Frühjahr. Der SCR hat dieses als Einheit über die Bühne gebracht und somit auch ein schönes Plus erwirtschaftet. Der Vorsitzende nennt nur ein simples Beispiel: „Wir mussten das Stadion komplett putzen. Eine Firma hätte uns tausende Euro gekostet.“ Also fanden sich rund 20 Elternteile, die kurzerhand selbst ausschwärmten und die Arena durchschrubbten. „Dadurch hatten wir weniger Ausgaben, das Geld blieb uns.“

Solcherlei Aktionen sind aber nicht nur da, um das gute Miteinander zu demonstrieren. Der Nachwuchs braucht die Einnahmen. Daraus macht Fleckenstein keinen Hehl. „Das Programm, das wir fahren und auch fahren möchten, kostet Geld. Ohne das Länderspiel wären wir vergangene Saison sicher auf 10 000 Euro Minus sitzengeblieben.“ So kam das neue Team an der Spitze mit einer Null durch. Letztlich ein großer Erfolg, schließlich wollte der Verein unbedingt den ältesten Nachwuchs nach dem Klassenerhalt in der DNL II halten. Und diese deutschlandweite Liga ist nicht unbedingt ein Schnäppchen. „Das hat sich heuer aber deutlich verbessert. Bis auf Dresden und Iserlohn ist das eine rein bayerische Liga.“ Beispielsweise ist der EC Bad Tölz erstmals aus der Eliteklasse in die zweite abgestiegen. Krefeld, Schwenningen und Weißwasser sind weggefallen. „Drei weite Fahrten“, unterstreicht Fleckenstein.

Der SCR ist wieder attraktiver im U20-Bereich

Auch sportlich hat sich die Situation beim Team, das weiterhin Harry Wittlinger coacht, verbessert. „Durch den Klassenerhalt hat sich da schon was getan.“ Der SCR ist wieder attraktiver im U20-Bereich. Natürlich eben auch durch das Leuchtturm-Projekt der Kooperation mit München. Die läuft auch im Nachwuchs immer besser. „Das nimmt Fahrt auf, wir bekommen vier oder fünf Spieler für die kommende Saison, zwei oder drei sogar fix mit Pass bei uns, die anderen mit Doppellizenz“, betont Fleckenstein. An die 25 Spieler sollen es für die kommende Saison werden. In der abgelaufenen Spielzeit musste sich die Mannschaft oft mit maximal zwei Blöcken durchschlagen. „Aber die Jungs haben extrem gut mitgezogen.“ Für Fleckenstein und sein Team – Heinz Fischbacher als Dritter Vorsitzender ist mittlerweile ausgeschieden, sein Posten soll aber auch nicht mehr besetzt werden – war Saison eins in diesem Amt ein Lehrjahr. „Wir haben auch Lehrgeld bezahlt“, räumt der Vorsitzende ein.

Beispielsweise, als beim U11-Team Trainer Ludwig Wendler hinwarf. „Wir haben zu langsam reagiert, um die Position wieder zu besetzen.“ Es wurde ein wenig chaotisch. Das soll nicht mehr passieren. Im Trainerbereich möchte der SCR ebenfalls „das Niveau immer weiter anheben“. Anton Raubal, zuletzt in Frankfurt, könnte ein Kandidat für die Zukunft sein. Sonst ist Fleckenstein froh, so ein engagiertes Team an Coaches zu haben. „Aber wir sind um jeden froh, der mitmachen will, und wenn es nur stundenweise ist.“ Wie beispielsweise die Ex-Spieler Stephan Wilhelm und Markus Jocher, deren eigene Söhne nun mit Eishockey beginnen. „Wir empfangen Jeden mit offenen Armen.“ Damit die aktuell rund 160 Kinder beim SCR auch weiterhin gut ausgebildet werden können – und der Nachwuchs wieder ein verlässlicher Zulieferer für die Erste Mannschaft sein kann. Denn darauf fußt das Gesamtkonzept beim SCR. Fleckenstein: „Und nur so kann es im Gesamten auch funktionieren, wenn wir uns Profisport auf die Dauer leisten können wollen.“

Die SCR-Trainer im Nachwuchsbereich

U7: Andreas Maier, Stephan Wilhelm und Markus Jocher.
U9: Corey Morgan.
U11: Hans Konstanzer.
U13: Martin Holzer, Josef Lehner und Andreas Raubal.
U15: Dennis Spanke.
U17: Stefan Meyer und Michael Edelmann.
U20: Harry Wittlinger und Ron Chyzowski.

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