Derby bleibt Derby – auch in einem Vorbereitungsspiel: SCR-Akteur Simon Mayr schnappt sich Rosenheims Maximilian Vollmayer.
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Derby bleibt Derby – auch in einem Vorbereitungsspiel: SCR-Akteur Simon Mayr schnappt sich Rosenheims Maximilian Vollmayer.

Zwei freie Tage als Belohnung

SC Riessersee ringt Rosenheim trotz kleinem Aufgebot mit 5:2 nieder

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Im dritten Vorbereitungsspiel gelang dem SC Riessersee beim 5:2 gegen die Starbulls Rosenheim der erste Sieg.

Garmisch-Partenkirchen –Wenn man nach dem Polizeiaufgebot ging, dürfte dieses Derby glatt als Hochrisikospiel gegolten haben. Jedenfalls positionierten sich zahlreiche Beamte hinter den beiden Fanlagern, die man jeweils in die Ecken der gegenüberliegenden Sitzplatztribünen geleitet hatte. Bei den Anhängern stieß die erhöhte Präsenz nicht gerade auf Sympathien.

Doch zum einen hat niemand vergessen, was früher bei diesen Eishockey-Ligaduellen zwischen dem SC Riessersee und Rosenheim los gewesen war, zum anderen treffen beide Teams am 7. Oktober im Eröffnungsspiel aufeinander. Ein bisschen Symbolik musste im Vorfeld wohl sein. Sollte das Derby am Saisonstart tatsächlich so friedlich wie erfolgreich ablaufen wie dieser Test, hat natürlich auch niemand was dagegen – mit Ausnahme der Rosenheimer. 5:2 siegten die Riesserseer und verdienten sich gleich einmal zwei freie Tage von Trainer Pat Cortina.

Harte Trainingswoche liegt hinter den Weiß-Blauen

Der Coach sprach von „einer langen Woche“. Sieben Tage hintereinander hatten die Profis trainiert. In neun Einheiten verabreichte Cortina seinen Plan vom Eishockey. Nach dieser ordentlichen Dosis samt Spiel sagt er: „Man sieht den Fortschritt.“ Global betrachtet ging es ihm um die Einstellung. Wie gegen Bad Tölz traten die Werdenfelser mit nur 14 Feldspielern an. Über kurze Sicht mache das nichts aus, doch nach so einer knackigen Woche war dieses Spiel schon eine Sache des Charakters und der Kraft. „Wir hatten eine sehr gute Arbeitsmoral und viel Wille“, erkennt der Coach. Im ersten Drittel sogar zu viel. Drei Strafzeiten in ungünstigen Situationen leistete sich der SCR und knüpfte - ungewollt natürlich – an die Partie in Tölz an. „Wir regeln das“, verspricht der Trainer. Damit dieser Trend nicht zur schlechten Gewohnheit wird – wie in der Vorsaison. Cortina sagt: „Lieber ein bisschen mehr Energie als zu wenig.“ Gut nur, dass die Rosenheimer nicht sonderlich einfallsreich waren und sämtliche Überzahlsituationen (deren fünf) ungenutzt ließen.

Felix Linden setzt den Schlusspunkt aus 60 Metern

Ja, die Effektivität machte den Unterschied. Nach Abschnitt eins hieß es 1:1 nach Toren, allerdings 13:2 nach Schüssen pro Rosenheim. Und den Treffer der Gäste schoss auch noch der SCR, respektive sein Torwart Daniel Allavena, selbst, der wenig später mit defektem Schlittschuh vom Eis ging, aber nach drei Minuten wieder zurückkehrte. Für den Rest war’s eine ausgeglichene, wie unterhaltsame Partie. Cortina gefiel das Passspiel, das vor allem bei den Toren zum 2:1 (Anton Radu) und 3:2 (Florian Vollmer) ein Faktor war. Beide Treffer fielen im Slot, direkt vor dem Tor. Zweimal netzte der SCR zudem im Powerplay ein – beim 2:1 und 4:2 von Nicolas Appendino. Felix Lindens 60-Meter-Schlenzer ins leere Tor war nicht nur ein schöner Abschluss sondern auch das Sinnbild für die effektiven Riesserseer. Coach Cortina beobachtete zudem bessere Arbeit in der Defensive. „Wir waren kompakter.“ So ließ sich das Personaldefizit ausgleichen. „Mittel- und langfristig sind 14 aber zu wenig.“ Deshalb nun auch mehr Pause als üblich. Cortina sagt: „Ruhe ist eine Waffe.“

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