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Schweigt zur Zukunft : Toni Söderholm. 

Erst dann trifft der Coach eine Entscheidung

SCR: Söderholm will Fakten auf dem Tisch

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Wie es um den SCR bestellt ist: Coach Toni Söderholm weiß es nicht. Deshalb kann er auch noch nicht sagen, wie seine Zukunft aussieht.

Garmisch-Partenkirchen – Immer wieder klingelt dieser Tage das Handy bei Toni Söderholm. Die Spieler wollen wissen, was Sache ist. Ob zumindest der Trainer etwas weiß, wie es um den angeschlagenen Eishockey-Klub bestellt ist. Doch der Finne kann ihnen nicht viel sagen. Denn auch er hat keine Informationen. „Ich weiß nichts“, sagt er offen, „momentan habe ich nicht so viel damit zu tun.“

Zu Beginn der Woche stand er mit den jungen Spielern des EHC Red Bull München auf dem Eis, startete mit ihnen bereits in die Vorbereitung auf die neue Saison. Was die Zukunft bringt, das weiß der Trainer des Jahres der DEL2 aber derzeit nicht. „Ich warte – wie alle anderen.“ Eine bescheidene Situation, „vor allem für die Spieler. Die meisten haben Familie und stehen jetzt vor einer ungewissen Zukunft“.

Söderholm erfährt erst kurz vor der Veröffentlichung des Offenen Briefs von der Situation

Wie es bei Söderholm weitergeht – der 40-Jährige möchte nicht spekulieren. „Das bringt ja nichts.“ Ob er beim SCR in der Oberliga seine Arbeit fortsetzen würde? „Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich will erst alles auf dem Tisch sehen, will genau wissen, wie es weitergeht. Dann werde ich entscheiden.“ Verständlich. Lange könne es ja nicht mehr dauern. Spätestens bis 31. Mai muss Klarheit herrschen her. Das Ultimatum steht. Bis dahin müssen beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) die Lizenzunterlagen für einen Start in der Oberliga eingereicht werden. In der DEL2 ist bereits am Donnerstag Abgabe-Schluss.

Unglaublich: Auch für Söderholm gab es während der Saison keinerlei Anzeichen einen finanziellen Schieflage. Er hat wie die Spieler erst kurz vor der Veröffentlichung des Offenen Briefes durch Gesellschafter Udo Weisenburger überhaupt von der misslichen Situation erfahren. „Klar wusste ich, dass wir sparen müssen, dass es schwieriger werden könnte, dass wir nicht vier Reihen mit Topscorern haben werden.“ Dass ein Rückzug in die Oberliga bevorsteht oder gar Schlimmeres – „das macht mich sehr, sehr traurig“. Von weiteren Abgängen als denen von Lubor Dibelka, Valentin Gschmeißner und Felix Thomas hat er bisher nichts gehört. Die Rückkehr von Richie Mueller nach Frankfurt sei seines Wissens auch noch nicht endgültig. Aber verübeln kann er es keinem der Profis. „Viele warten sicher noch, was hier passiert, aber es wird nicht einfach für alle, einen neuen Job zu finden.“ Vor allem nicht in der DEL2. „Ich werde den Jungs helfen, wo es geht.“

Winkler fordert Ende der Funktionärs-„Schlacht“

Söderholm selbst ist in der glücklichen Lage, grundsätzlich beim EHC München angestellt zu sein. Klappt es beim SC Riessersee nicht, steht er zumindest nicht mit leeren Händen da.

Vom großen Kooperationspartner des SCR gibt es derweil nicht viele Neuigkeiten. „Wir warten weiter ab, was sich in Garmisch-Partenkirchen tut“, betont Geschäftsführer Christian Winkler. Der EHC habe nach den erfolgreichen Jahren kein Interesse, sich gleich den nächstbesten Verein als neuen Verbündeten zu schnappen. Klar, dass der frühere Torhüter des SCR die Vorgänge in seiner Heimat sehr genau verfolgt. Was ihn stört: „Diese Bader-Weisenburger-Schlacht muss ein Ende haben“, fordert er. „Jetzt geht es nicht mehr um einzelne Personen, sondern um den Verein. Es bringt nichts, wenn weiterhin Schneebälle von rechts nach links fliegen oder andersherum.“ Wichtig sei, für den Fortbestand des Eishockeysports in Garmisch-Partenkirchen eine Lösung zu finden. „Ich bin mir sicher, dass beide in ihrer Zeit nur das Beste für den SCR wollten, und sie haben ihn beide über Wasser gehalten.“ Dass genau dieses Unterfangen in der Marktgemeinde nicht so einfach ist, „ist auch keine neue Erkenntnis“.

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