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„Nur der SCR“ haben die Mitglieder des SCR-Fanclubs BSG auf das Dach der Wee-Arena geschrieben.

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SCR-Stichelei auf dem Tölzer Stadion hat ein Nachspiel

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Mit vier Bannern auf dem Dach der Tölzer Arena haben die Fans des SC Riessersee für einen Gag gesorgt. Während die Polizei die Aktion entspannt sieht, kocht ECT-Geschäftsführer Christian Donbeck. Vor dem Derby am Freitagabend kündigt er Konsequenzen an.

Garmisch-Partenkirchen/Bad Tölz– Die Bilder des Kunstwerks verbreiteten sich schnell. Der Film, den die Blue Supporters Garmisch (BSG) gedreht hatten, schaffte es sogar innerhalb kürzester Zeit auf die Bildschirme der Bad Tölzer Polizeiinspektion. Alois Grünwald bestätigt: „Im Kollegenkreis ist das Video angekommen.“ In drei Minuten präsentieren die Garmisch-Partenkirchner Fans, wie sie die Wee-Arena in Bad Tölz – Heimstätte des Erzrivalen – zur 90-Jahr-Feier der Löwen ein klein wenig umgestaltet haben. Auf dem Dach legten sie vier Banner aus, die sich natürlich nur aus der Luft erkennen und lesen lassen. „Nur der SCR – 10 Jahre BSG“ schrieben die Anhänger so auf das Stadiondach. Ein Geburtstagsgruß an den großen Lokal-Konkurrenten – versehen mit viel Schmäh.

In den Riesserseer Fankreisen kommt die Aktion gut an. Sie erinnert an eine ähnliche Idee zu Oberliga-Zeiten. Damals hatten die Gäste ein SCR-Plakat in die Tölzer Kurve geschmuggelt, das die Gastgeber später zum Gelächter aller präsentierten. Kreativ finden daher viele das Handeln der BSG, die in den vergangenen Jahren ab und an auch in der Kritik gestanden war. Die Fanclub-Mitglieder, die im Video anonym bleiben, waren über die Feuerleitern der Arena auf das Dach gelangt. Mit Pflastersteinen hatten sie nach Angaben der Polizei die Schriftzüge befestigt. Schaden haben die Beamten keinen festgestellt. Deshalb sehen sie den Gag entspannt. „Man schmunzelt und ist froh, dass nichts passiert ist“, sagt Polizei-Sprecher Grünwald, der jedoch dringend abrät, so etwas nachzuahmen oder nochmals zu probieren. Nicht einmal eine Anzeige (möglich wäre wegen Hausfriedensbruch) liegt bei der Inspektion vor. Die Tölzer Stadtwerke als Betreiber der Sportstätte haben den Fall lediglich „zur Kenntnis gebracht“, wie Grünwald erklärt. Zwei Werke-Mitarbeiter begutachteten das Dach, fanden aber keine Beschädigungen. Vorsorglich teilte die Polizei dem Träger mit: „Wenn’s noch irgendetwas gibt, soll er sich einfach melden.“ Für die Beamten ist der Fall damit abgehakt.

Nicht allerdings für Christian Donbeck. Er hält gar nichts vom BSG-Scherz. „Ich kann schwer verstehen, warum die das tun“, sagt der Geschäftsführer des Zweitligisten. Er hat umgehend reagiert und die Hausordnung geändert. „Wir werden künftig alle Transparente verbieten“, betont Donbeck. Schade finde er es, dass Fans auf diese Weise auf sich aufmerksam machen. „Man kann es leider nicht verhindern.“ Deutlich entspannter sieht die Polizei die Lage. Sie stört sich mehr an gefährlichen Aktionen, wie den gezündeten Böllern, die beim bislang letzten Derby aus der SCR-Kurve Richtung Eisfläche geflogen waren. Grünwald betont: „So etwas wollen wir vermeiden.“

Auf jeden Fall sorgt der Vorstoß der BSG für Zündstoff vor dem zweiten Aufeinandertreffen am heutigen Freitag in Garmisch-Partenkirchen. Los geht’s – das ist neu – bereits um 19.30 Uhr. Das Duell der Fans beeindruckt Toni Söderholm wenig. Der Trainer konzentriert sich aktuell nur auf sein Team. Das geht so weit, dass der Finne betont: „Ich hab’ nicht einmal eine Sekunde über Tölz nachgedacht.“ In der ersten Woche nimmt er sozusagen die Rolle des Grundschullehrers auf Eis ein. Ausnahmslos Grundlagen vermittelt er seinen Profis, von denen fast alle unter 25 Jahren sind. Passen, Spielaufbau, Arbeit in der Defensive, Unterzahl – mit diesen Schlagwörtern umschreibt er die ersten Einheiten. Söderholm ist noch sehr weit davon entfernt, sich auf eine endgültige Aufstellung festzulegen. Erst nach den sechs Testspielen fällt die Entscheidung. Er weiß ja noch nicht einmal, was seine ganzen neuen Profis können. Frühestens in ein, zwei Wochen möchte er eine Einschätzung treffen. Er betont nur: „Es gibt Potenzial.“ Zum Start der Vorbereitung muss der Coach aber gleich einen schlimmen Rückschlag hinnehmen. Verteidiger Christian Hummer fehlt mindestens drei Wochen. „Ein kleiner Unfall“, sagt Söderholm. Immerhin erhält der SCR im Derby Unterstützung aus München. „Es kommen einige“, kündigt der Coach an. Nur wer hilft, weiß er noch nicht genau.

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