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Er hat unterschrieben - auf unbestimmte Zeit: Toni Krinner (rechts) mit SCR-Geschäftsführer Ralph Bader.

Vertragslaufzeit offen

SCR-Trainer Toni Krinner: „Ich liebe verrückte Dinge“

Garmisch-Partenkirchen – Ein Rendezvous mit der Vergangenheit ist’s für ihn. Am Montag ist Toni Krinner als neuer SCR-Trainer an jenen Ort zurückgekehrt, an dem er als 20-jähriger Spieler Triumphe feierte – ins Olympia-Eisstadion von Garmisch-Partenkirchen.

In der Saison 1987/88 erzielte er für den SC Riessersee in der 2. Bundesliga in 48 Spielen 92 Punkte und spielte mit Ferdinand Strodl und Fred Ledlin unter der Regie von Coach Vlado Dzurilla im ersten Sturm. „Ich mache das auch, weil ich schöne Erinnerungen an Riessersee habe“, sagt er. Mit Abschluss der Relegationsrunde endete damals sein Engagement. Der SCR war pleite und der Insolvenzverwalter machte den Spieler Krinner zu Geld, weil zu jener Zeit im deutschen Eishockey noch Ablösesummen gezahlt wurden.

Jetzt ist er wieder da – als Trainer des SC Riessersee und als Nachfolger des in der vergangenen Woche beurlaubten Axel Kammerer. Wie lange er diesmal bleiben wird? „Da sind wir flexibel“, sagt der 45-Jährige. „Ich bin in alle Richtungen offen.“ Die Verhandlungen mit SCR-Manager Ralph Bader beschreibt er nicht nur in diesem Punkt „als offen und ehrlich. Er war immer ein fairer Verhandlungspartner.“ Die Dauer des Vertrages wird zum großen Teil davon abhängen, wie erfolgreich er arbeiten wird. Der SCR ist Tabellenletzter der 2. Bundesliga, der Klassenerhalt in großer Gefahr. Eine Aufgabe, die ihm keine Angst bereitet. Ganz im Gegenteil. „Ich sehe sie als große Herausforderung. Ich liebe Herausforderungen“, sagt Krinner.

Die Aufgabe SC Riessersee hat er nicht allein übernommen, weil er Geld verdienen muss. Von seinem letzten Arbeitgeber, dem DEL-Club Hannover Scorpions, erstritt er in einem Arbeitsgerichtsprozess eine Netto-Abfindung von 95 000 Euro. Er habe Eishockey nie als Job betrachtet, sagt er. „Es ist für mich Leidenschaft, und ich bin immer gut für verrückte Dinge. Die Aufgabe Riessersee ist so etwas.“ Trotz aller Verbundenheit sieht er den SC Riessersee auch etwas als Sprungbrett, um seine in Stocken geratene Karriere anzuschieben. Krinner ist ein relativ junger und vor allem ehrgeiziger Trainer. „Es muss doch legitim sein, als Sportler nach dem Höchstmöglichen zu streben“, sagt er. „Die DEL ist immer ein Thema.“ Wobei er weiß, dass seine Person „nach den Vorkommnissen in Hannover auch skeptisch gesehen wird“.

Diese Skepsis ist Bader fremd. Die Person Krinner hatte er als Kammerer-Nachfolger erstmals auf dem Schirm, als sich der 16-fache Nationalspieler am zweiten Weinachtsfeiertag die Partie gegen Crimmitschau anschaute und dafür extra eine VIP-Karte erwarb. „Wir haben uns damals nur lose unterhalten“, gesteht Bader. Als sich Bader nach der Niederlage gegen Kaufbeuren entschied, Kammerer zu ersetzen, war Krinner sein erster Ansprechpartner. Nach zwei Treffen in Bichl waren sie sich einig. Dass ein Bad Tölzer nicht nahtlos den anderen Bad Tölzer ablöste, sondern Marcus Bleicher für zwei Spiele aushalf, hat einen profanen Grund. Mit seiner Lebensgefährtin und den Kindern verlegt Krinner seinen Lebensmittelpunkt derzeit von Hannover in seine Heimatstadt. „So ein Umzug ist eine aufwändige Sache, die ich erst organisieren musste“, sagt er. Jetzt, da alles geregelt ist, steht Eishockey wieder im Mittelpunkt. Sein erster Arbeitstag beim SC Riessersee beginnt heute um 9.50 Uhr mit dem ersten Training.

Peter Reinbold

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