SCR-Spieler Tobias Möller schaut frustriert nach oben.
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Frust: Tobias Möller und Co. haben sich die Niederlage in Lindau selbst zuzuschreiben. Denn der SCR war die bessere Mannschaft.

SC Riessersee schenkt den EV Lindau Islanders drei Punkte

Selber schuld

  • vonPatrick Hilmes
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Diese Niederlage hat sich der SC Riessersee selbst zuzuschreiben. Beim EV Lindau verliert der SCR mit 5:6, obwohl er über weite Strecken die bessere Mannschaft stellte.

Lindau – Es war schon immer so, es ist so, und es wird immer so bleiben. Im Eishockey entscheiden nun mal die Tore. Es hilft nichts, wie viele Torschüsse ein Team abgibt, wie viel Scheibenbesitz, wie viel mehr Spielkontrolle es hat, wie oft es in Überzahl ist. Das alles bringt nichts, wenn der Gegner mehr Tore erzielt. Das musste einmal mehr der SC Riessersee in der Eishockey-Oberliga Süd erkennen. Am Freitagabend war der SCR selbst schuld an der 5:6-Niederlage bei den EV Lindau Islanders.

Forechecking schmeckt Riessersee nicht

„Nicht schön, aber erfolgreich.“ So hatte das Tagblatt am 20. Januar 2021 getitelt. Ein Tag nach dem 5:2-Erfolg der Garmisch-Partenkirchner in Lindau. Im zweiten Aufeinandertreffen lief es genau anders herum. Der SCR war das deutlich bessere Team, trat die Heimreise aber mit leeren Händen an. Nach den ersten elf Minuten wäre das auch völlig in Ordnung gewesen. Die Gäste kamen nicht ins Spiel. Die Islanders kauften ihnen mit aggressivem Forechecking den Schneid ab und führten mit 2:0. Doch die weiteren 49 Minuten dominierte der Traditionsklub aus Garmisch-Partenkirchen. Den Anfangsknoten löste Florian Vollmer mit dem Anschlusstreffer nach starkem Rückhandpass von Nick Endreß.

Nach dem 1:5 wird die Aufholjagd gestartet

Fortan hatten die Gäste das Heft in der Hand. Doch bereits in dieser Phase zeigte sich das Problem des SCR: Er macht einfach zu wenig aus seinen Chancen, insbesondere im Powerplay. Ganze achtmal an diesem Abend agierte die Mannschaft von Ron Chyzowski in Überzahl, kein einziger Treffer wurde dabei verbucht. Deutlich besser agierten die Lindauer. Zu Beginn des zweiten Drittels machte Vollmer gerade nach seiner Strafzeit den ersten Schritt aufs Eis, da stellten die Gastgeber auf 3:1. Am Spielgeschehen änderte das nichts. Der SCR dominant, Lindau erfolgreich – 4:1 in der 28., 5:1 in der 30. Minute. Die Köpfe der Gäste hingen zwar, aber ans Aufgeben dachten sie nicht. Hingegen starteten sie ihre Aufholjagd. Anton Radu traf verkürzte auf 2:5, Moritz Miguez auf 3:5, Simon Mayr auf 4:5. Auch nach dem 6:4 der Islanders steckten Vollmer und Co. nicht auf. Sechs Minuten vor Schluss erzielte Robin Soudek das 5:6 aus Sicht der Gäste.

Auch eine doppelte Überzahl genügt nicht

Und dann lief eigentlich alles für die Garmisch-Partenkirchner. Das Momentum war auf ihrer Seite, ebenso die Schiedsrichter in einer Szene. Sie schickten einen Lindauer auf die Strafbank, einen SCR-Spieler verschonten sie. Das bedeutete in dieser Phase für die Gäste: 27 Sekunden in doppelter Überzahl. Doch wieder gelang kein Tor. Zu allem Überfluss handelte sich Soudek auch noch eine Strafe ein. Somit blieb es beim für Riessersee bitteren wie unnötigen 5:6. Der SCR hat sich an diesem Abend selbst geschlagen, nutzte seine Chancen nicht konsequent und verteilte immer wieder Geschenke, die Lindau liebend gern in Tore umwandelte. Da half auch die Torschussstatistik von 44:29 nicht.

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