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Selbs Pech ist Riessersees Glück

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Von: Patrick Hilmes

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Profilfoto von Ryker Killins.
Ryker Killins stammt aus Kanada. © privat

Mit Ryker Killins besetzt der Eishockey-Oberligist SC Riessersee seine zweite Kontingentstelle. Kurios: Der Kanadier hatte bereits in Selb unterschrieben.

Garmisch-Partenkirchen – Manchmal kommt alles anders als man denkt. Diese Redewendung kennt Ryker Killins wahrscheinlich nicht, doch trifft sie perfekt auf seine derzeitige Situation. Der 26-Jährige aus Kanada hatte sich darauf eingestellt, künftig in Deutschland Eishockey zu spielen. Dabei bleibt es, doch das ist schon der einzige Punkt. Denn anstatt das Fichtel- lernt er künftig das Wettersteingebirge besser kennen. Statt in der DEL2 aufzulaufen, darf er in der Oberliga Süd zeigen, was er kann, statt zu den Selber Wölfen zu wechseln, heißt sein neuer Arbeitgeber SC Riessersee.

Kein deutscher Pass, kein Vertrag in Selb

Der Hintergrund: Selb hatte sich mit Killins bereits geeinigt und einen Vertrag ausgehandelt, allerdings unter der Prämisse, dass er die deutsche Staatsbürgerschaft bekommt. Doch die hat er noch nicht. „Das war unser Glück“, betont SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis. Zwar waren die Weiß-Blauen eigentlich auf der Suche nach einem großgewachsenen Defensivakteur, als Schnellschuss ist die Verpflichtung des 1,75 Meter messenden Killins aber nicht zu verstehen. „Ryker habe ich schon seit fast zwei Jahren auf dem Schirm“, erzählt Christakakis. Zunächst entschied er sich für ein Angebot des dänischen Erstligisten Esbjerg Energy, dann folgte er dem Ruf der Wölfe in die DEL2. Nun geht es doch nach Garmisch-Partenkirchen in die Oberliga. Ein Rückschritt für Killins? Nein. „Ich fühle ich mich mit der Entscheidung wirklich gut. Ich habe nur großartige Dinge über den Ort sowie die Fans gehört und freue mich einfach darauf, mich an die Arbeit zu machen.“ Zudem hat seine Internetrecherche bereits die Vorfreude geweckt. „Garmisch sieht nach einem sehr schönen Ort aus, an dem ich mein erstes Jahr in Deutschland spielen kann. Er erinnert mich fast an meine Heimat in Kanada, das wird den Übergang viel einfacher machen.“

Erfahrung in höherklassigen Ligen

Mit der Verpflichtung Killins ist die Defensive des SCR komplett. Der Rechtsschütze bringt die Erfahrung aus drei Jahren und über 100 Begegnungen in der East Coast Hockey League (ECHL) sowie einigen Einsätzen in der AHL (Zweihöchste Klasse in Nordamerika) mit. Riessersees Coach Pat Cortina hat sich vor der Verpflichtung zudem bei seinen Kontakten umgehört, was über Killins berichtet wird. Die Rückmeldung: „Nur Positives. Er ist ein sehr guter Schlittschuhläufer, hat einen guten Schuss und im Spiel ohne Scheibe trifft er auf dem Eis die richtigen Entscheidungen. Er ist in einem sehr guten Alter und hat bereits viel Erfahrung in höheren Ligen sammeln können.“

Entscheidender Impuls im Gespräch mit Coach Pat Cortina

Den finalen Impuls zur Verpflichtung gab ein persönliches Gespräch zwischen Coach und Spieler. „Als ich mich mit ihm unterhalten habe, hat er gesagt, dass er sich mit harter Arbeit weiterentwickeln will. Mit dieser Einstellung passt er sehr gut zu uns. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.“ Selbiges gilt für Killins. „Nach dem Gespräch mit Pat weiß ich, dass der SCR immer gewinnen will. Ich erwarte auch, dass wir als Mannschaft immer unser Bestes geben werden.“ Seine neuen Teamkameraden kennt er zwar noch nicht, „aber es scheint ein toller Haufen zu sein“.

Bleibt die Frage: Was passiert, wenn Killins seinen deutschen Pass erhalten sollte? Wechselt er dann doch noch zu den Selber Wölfen? Christakakis hat darauf eine direkte Antwort: „Der Vertrag beinhaltet keine Ausstiegsklausel.“  phi

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