SCR-Spieler Benjamin Kronawitter (r.) und ein Selber Spieler gehen aufeinander los.
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Bekämpfen sich über die volle Spieldauer: Am Ende verlieren Benjamin Kronawitter (r.) und der SCR den Kampf.

Der SC Riessersee unterliegt in einer hochklassigen Partie den Selber Wölfen

Starke Niederlage

  • vonPatrick Hilmes
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Der SC Riessersee und die Selber Wölfe haben sich ein hochklassiges Duell in der Eishockey-Oberliga geliefert. Am Ende ging der SCR aber leer aus.

Garmisch-Partenkirchen – Irgendwas stimmte nicht, Benjamin Kronawitter wusste nur nicht, was es war. Der Stürmer des SC Riessersee legte sich im ersten Spielabschnitt dreimal binnen zwei Minuten auf den Bart. Ungläubig begutachtete er einen seiner Schlittschuhe. Seltsam, schien er sich zu denken, denn da war nichts. Von außen betrachtet sah es jedenfalls komisch aus, hatte etwas von Slapstick. Ansonsten machten Kronawitter und der SCR im Heimspiel der Eishockey-Oberliga Süd gegen die Selber Wölfe eine sehr gute Figur. Das bessere Ende hätte er verdient gehabt, doch das verbuchte der neue Tabellenführer mit 4:3 für sich.

Vollgas-Eishockey im ersten Drittel

Generell war diese Partie gegen die Wölfe alles andere als ein Ebenbild des Hinspiels. Das hatte der SCR sang- und klanglos mit 0:5 in Selb verloren. Diesmal spielten die Riesserseer mit, boten Paroli und waren im ersten Abschnitt das bessere Team. Von Beginn gaben die Mannen von Coach George Kink Vollgas und setzten Selb unter Druck. Die Gäste wiederum antworteten ebenso mit mächtig Tempo. Das Resultat: hochklassiges Oberliga-Eishockey. Trotz starker Wölfe, der SCR gab den Ton an. Erst scheiterte Robin Soudek am Gäste-Goalie, dann zielte Eetu-Ville Arkiomaa nach starkem Angriff über Florian Vollmer genauer: die verdiente Führung der Gastgeber.

Und weiter ging es, weiter mit Vollgas. Erst scheiterte Christopher Chyzowski, dann wurde er per Traumpass von Soudek bedient, mit seinem Zuspiel vor den Gäste-Kasten fand aber keinen Abnehmer. Auf der anderen Seite durften sich die Weiß-Blauen bei Goalie Christian Schneider bedanken, dass sie mit der knappen Führung in die Pause gingen.

Selb dreht die Partie im zweiten Abschnitt

Wieder gehörte die erste Chance Garmisch-Partenkirchen, wieder lag Kronawitter am Boden. Diesmal wurde er aber in aussichtsreicher Position von einem Selber gelegt, eine Strafe gab es zum Unverständnis der Gastgeber nicht. Anschließend war irgendwie das Tempo raus und der SCR aus dem Spiel. Selb bestimmte nun das Geschehen und glich durch Nicholas Miglio zunächst aus, ehe Florian Ondruschka die Gäste in ihrem ersten Powerplay mit 2:1 in Front brachte.

Doch was Selb kann, kann auch Riessersee. Nach fünf gespielten Minuten im Abschlussdrittel waren die Gastgeber erstmals in Überzahl. Und wussten sie ebenso zu nutzen: Soudek, bester Mann in der SCR-Offensive an diesem Tag, stellte auf 2:2. Nun war es wieder da, das Tempo. Und mit ihm auch die Chancen des SCR. So scheiterte Simon Mayr in Minute 48 am Pfosten, ehe sich Thomas Radu einen folgenschweren Fehler leistete. Der Verteidiger ließ sich von Brad Snetsinger hinter dem eigenen Tor die Scheibe abjagen. Pass in den Rückraum, Schuss, von Schneiders Schonern prallt der Puck direkt vor die Füße von Jan Hammerbauer – 3:2 für Selb. Jubel der Wölfe inklusive Provokation gegen die SCR-Bank. Riessersee antwortete darauf wiederum direkt auf dem Eis. Kapitän Vollmer schießt aus dem Hintergrund und erzielt das 3:3.

Beide Mannschaften drängen auf den Siegtreffer

Fortan ging es hin und her. Beide Mannschaften waren auf den Sieg aus, beide Mannschaften hatten die Chancen dazu. Das hochklassige Eishockey aus dem ersten Drittel war zurück. Die Gastgeber drückten auf den Siegtreffer, doch die Selber fuhren den entscheidenden Konter. Ondruschka setzte sich über die Außenbahn durch und brachte den Puck per Querpass vor den Kasten von Schneider. Der kniff beim Schuss von Lukas Klughardt schnell die Beine zusammen, doch irgendwie rutschte die Scheibe durch seine Schoner und über die Linie. Der bittere Schlusspunkt aus SCR-Sicht.

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