Riessersee und Memmingen vor dem SCR-Kasten, der von Daniel Allavena gehütet wird.
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Riessersee und Memmingen lieferten sich einen harten Fight, mit dem glücklicheren Ende für die Gäste.

SC Riessersee verliert trotz guter Vorstellung gegen Memmingen in der Verlängerung

Starker Beginn, bitteres Ende

  • vonPatrick Hilmes
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Dem SC Riessersee gelingt eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur 0-5-Pleite am Freitag gegen Selb. Zu einem Sieg gegen den ECDC Memmingen reicht es dennoch nicht. Die Partie sollte ein bitteres Ende für den SCR nehmen.

Garmisch-Partenkirchen – Am Ende herrscht dann doch wieder Frust. Der SC Riessersee verliert daheim gegen den ECDC Memmingen mit 4:5 nach Verlängerung. So lauten die schlechten Nachrichten aus SCR-Sicht. Der Rest war hingegen deutlich positiver.

Das beste erste Drittel der Saison

Lethargisch und unsicher: So präsentierten sich die Riesserseer in den vorherigen Anfangsdritteln der Saison, insbesondere am Freitag in Selb bei der verdienten 0:5-Pleite. Nicht so gegen Memmingen. Der SCR war von der ersten Minute an hellwach, druckvoll, mit Zug zum Tor. Und auch schnell im ersten Powerplay. Die erste Dreifach-Chance wurde noch von Benjamin Kronawitter und Florian Vollmer vergeben. Doch die zweite wurde direkt in die Führung umgewandelt. Nach Block gewann der Puck an Höhe. Als er wieder auf dem Eis landete, zappelte er auch schon im Netz. Der Neue, der Tscheche Robin Soudek, hatte zugeschlagen.

Memminger Doppelschlag

Doch die Freude währte nicht lange. Kaum waren die Memminger wieder vollzählig auf dem Eis, präsentierten sie den Gastgebern ihre Antwort – und wie. 24 Sekunden später führte der ECDC. Die Defensive der Weiß-Blauen gewährte nun reichlich Platz und der ECDC nutzte das eiskalt aus. Der Schwung des SCR war dahin. Und dann auch noch ein Powerplay für den Gegner. Doch anstatt der Gäste jubelten die Riesserseer. Memmingen vertändelte die Scheibe und Uli Maurer war auf und davon. Mit all seiner Routine guckte er sich Goalie Lukas Steinhauer aus und verwandelte – 2:2 (15.) Und weiter ging es in Richtung Gäste-Kasten. Erst bekam Vollmer den Puck nicht unter Kontrolle, dann vergab Eetu-Ville Arkiomaa nach Alleingang. Auf der Gegenseite leistete sich Anton Radu einen dicken Fehlpass, der unbestraft blieb, ehe Chritsopher Chyzowski aus dem Rückraum und Soudek nach Solo scheiterten. Es war ein kurzweiliges, unterhaltsames erstes Drittel. Kein Vergleich zur Partie gegen Selb. Der SCR zeigte sich deutlich verbessert, wusste Memmingen zu beschäftigen.

SCR geht mit 4:2 in Front

Das galt auch für den Beginn des zweiten Durchgangs. Aus der Verteidigung heraus lösten es Arkiomaa und Maurer stark. Beide wanden sich auch durch die Memminger Abwehrreihe. Am Ende war es Maurer, der den SCR wieder in Front brachte. Anschließend dasselbe Bild wie in Drittel eins. Die Garmisch-Partenkirchner verbuchten in Unterzahl die beste Chance durch Arkiomaa. Doch nach und nach erspielten sich die Memminger Vorteile. Ein ums andere Mal musste Goalie Daniel Allavena eingreifen. Quasi aus dem Nichts dann das 4:2. Luca Zitterbart fing tief im Memminger Drittel einen Klärungsversuch ab und fand Kronawitter. Doch erneut war der ECDC nicht verlegen um eine schnelle Antwort – 4:3.

Ein verhängnisvoller Scheibenverlust

Auch zu Beginn des dritten Drittels gaben die Gäste den Ton an und drückten auf den Ausgleich. Einmal mehr war es Allavena, der sie an den Rand der Verzweiflung bringt. Doch eben nicht darüber hinaus. Den Memmingern gelang noch das 4:4 durch Samir Kharboutli. Es blieben vier Minuten auf der Uhr, zwei davon bestritt der SCR in Überzahl. Alles in eigner Hand also. Das Powerplay blieb aber ungenutzt. Verlängerung. Und in der hatte direkt Kronawitter die Chance, die Riesserseer jubeln zu lassen. Er traf nur den Puck vor dem beinahe verwaisten Tor nicht. Und so kam es, wie es so oft im Sport kommt. Am gesamten Abend war der SCR anfällig für frühe Scheibenverluste. So auch in den Extra-Minuten. Ausgerechnet Doppel-Torschütze Maurer verlor die Scheibe und Kharboutli beendete diese sehenswerte Partie.

Stimmen zum Spiel

George Kink (Trainer SC Riessersee): „Der SpradeTV-Kommentator und die Berichterstattung des Spiels gegen Selb war katastrophal. Wir haben gegen Selb nicht ein Alleingang zugelassen. Doch das ist eine Mannschaft, die stark an der Scheibe ist. Das haben wir auch von den Memmingern gewusst. Das ist eines der laufstärksten Teams. Wir haben gefightet bis die Energie leer war. Ich freue mich über den Punkt. Logisch, dass man sich wünscht, wir hätten das Ding nach Hause geschaukelt. Wir machen auch noch zu viele individuelle Fehler, daran müssen wir arbeiten.“

Sergej Waßmiller (Trainer ECDC Memmingen): „Wir haben gewusst, dass es hier schwierig wird. Garmisch-Partenkirchen hat richtig Druck gemacht. Wir hatten damit unsere Probleme. Im zweiten Drittel wurde es besser. Im dritten haben wir gearbeitet, geackert und uns dafür belohnt. Aber Eishockey dauert 60 Minuten. Wir müssen von Beginn an voll da sein.“

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