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Harte Zeiten macht Udo Weisenburger durch. Er muss nun die Weichen für die Zukunft stellen. 

Eishockey: SC Riessersee

Weisenburger und der letzte Kampf

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Verzweifelt versucht die Führung des SC Riessersee, Profi-Eishockey in Garmisch-Partenkirchen zu retten. Udo Weisenburger hat sich an Gläubiger und Gönner gewandt. In den nächsten zwei oder drei Tagen soll sich die Zukunft des Klubs entscheiden.

+++ Update +++: Nach einem Treffen mit Gönnern und Sponsoren gibt es offenbar „positive Signale“, wie Udo Weisenburger betont. „Wir sind dabei, alles in die Wege zu leiten. Wir sind auf einem Weg, der uns Hoffnung macht.“ Er könne und dürfe sich zum jetzigen Zeitpunkt bloß nicht weiter äußern. „Wenn wir jetzt was falsches sagen, springt uns vielleicht ein Gläubiger ab.“ Der Verein werde alles versuchen, um am Spielbetrieb teilzunehmen „Die nächste Woche wird entscheidend.“

Garmisch-Partenkirchen– Udo Weisenburger hat seine Aufklärungsstunde verschoben. Er findet, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um alle Unterlagen und Details zum Absturz auf den Tisch zu legen. Dafür fehle ihm die Zeit. Der Geschäftsführer des SC Riessersee verspricht aber: „Später wird alles aufgedeckt.“ Vielleicht schon in zwei, drei Wochen.

Die viel wichtigere Frage soll sich Weisenburger zufolge in den nächsten zwei oder drei drei Tagen klären: Wie geht es weiter beim Ex-Zweitligisten? In dieser Zeit möchte er die „Weichen stellen“, die die finanziell stark angeschlagene GmbH Richtung Profi-Eishockey führen sollen. Es gehe jetzt nur darum, „den SCR zu retten“. Anschuldigungen, wie sie Ralph Bader mit einer Stellungnahme (siehe Kasten) an sämtliche Medienvertreter der Region erhoben hat, „bringen uns jetzt nicht weiter“.

Am Freitag unterrichtete er sämtliche Gläubiger über seinen Plan, die GmbH mit einem Schuldenschnitt am Leben zu erhalten. Sie sollen auf (einen Großteil) ihrer Forderungen verzichten. Zum Wohl des SC Riessersee. Außerdem berief der Wahl-Grainauer ein Sponsorentreffen ein, in dem er die prekäre Lage schilderte, und nahm Kontakt zu sämtlichen Gönnern der Vergangenheit auf. Weisenburger betont: „Die Zeit drängt.“ Er möchte vorfühlen, „wie weit der gute Wille der Leute geht“. Möglicherweise beteiligt Weisenburger auch die Fans an einer Rettungsaktion. Die Pläne für das Crowdfounding, mit dem der Unternehmer „Altlasten“ abbauen wollte, hat er vor Wochen ausgearbeitet, aber nach dem Schock dieser Tage schnell wieder verworfen. Bei den Anhängern möchte Weisenburger erst betteln, wenn es eine realistische Chance auf eine Rettung gibt. „Wir verschießen nicht das Geld der Fans“, betont er. Der Wille der Gläubiger entscheidet nun. „Erst brauchen wir Klarheit.“

Beeindruckt hat ihn die Bereitschaft vieler Anhänger. Einige haben bereits angeboten, eine lebenslange Dauerkarte zu lösen. Alle Anhänger, die ihr Saison-Ticket für die Spielzeit 2018/19 bereits erstanden haben, vertröstet er. Der SCR werde sie nicht vergessen. Bloß in Panik solle keiner verfallen. Im SCR-Büro gingen und gehen in diesen Stunden zig Anrufe ein. So viele Anfragen könne sein Team gar nicht beantworten, betont Weisenburger. Zumal die Führung mit diesem Samstag weiter schrumpft. Stefan Endraß legt einen Familien-Urlaub ein. Diese Reise hatte er bereits im September gebucht. Weisenburger betont, es stehe ihm nicht zu, den Verwalter der Finanzen aufzuhalten. „Man kann auf seine Familie nicht verzichten.“ Tag und Nacht habe Endraß zuletzt gearbeitet. „Er hat alles vorbereitet.“

Für die Zeit ohne seinen letzten Mitarbeiter hat der Kulissenbauer den langjährigen Geschäftsstellen-Mitarbeiter Paul Karl sowie Praktikant Corey Morgan an seine Seite geholt. Im Tagblatt-Gespräch räumt Weisenburger einen „weiteren Fehler“ ein: „Einen Mann wie Stefan Endraß hätte man viel früher holen müssen, so einen brauchst du.“  „Das Verständnis fürs Geschäft“ habe gefehlt. Wie der SCR-Boss am Samstag klarstellte, ist die Kritik nicht auf das SCR-Büro bezogen. „Das hat alles gegeben.“ Vielmehr spricht er sich damit selbst an. Endraß, seit 1. März im Amt, gehe „analytisch“ an die Sache heran. „Er hätte uns viel Ärger erspart.“ Weisenburger selbst habe keine Zeit zum Nachschauen gehabt, was im Büro „tagtäglich abläuft“.

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