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Verkorkstes Schlussdrittel

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Von: Patrick Hilmes

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Die Entscheidung: Jiri Neugebauer überwindet SCR-Goalie Daniel Allavena. Auf dieses 5:4 für die Gäste aus Höchstadt finden die Riesserseer keine Antwort mehr.
Die Entscheidung: Jiri Neugebauer überwindet SCR-Goalie Daniel Allavena. Auf dieses 5:4 für die Gäste aus Höchstadt finden die Riesserseer keine Antwort mehr. © ANDREAS Mayr

Der SC Riessersee hat seine siebte Saisonniederlage kassiert, eine vermeidbare. Denn die Weiß-Blauen führten in der Eishockey-Oberliga Süd lange gegen den Höchstadter EC.

Garmisch-Partenkirchen – Ein letztes Mal für unbestimmte Zeit machen die Fans des SC Riessersee im Olympia-Eissportzentrum Stimmung. Die 312 anwesenden Zuschauer feiern ihren SCR beinahe besser an als in jedem anderen Spiel dieser Saison. Doch es nützte nichts, der Höchstadter EC gewann mit 7:4, obwohl die Weiß-Blauen 38 Minuten in Führung lagen. Nach solch einer Menge an Toren sah es zu Beginn aber nicht aus, eher wie im Aufeinandertreffen zwei Tage zuvor. Da stand es nach 47 Minuten noch 0:0. Beide Teams zeichneten sich zwar von Beginn an durch viel Tempo aus, doch fehlten die Ideen in der Offensive und zugleich die nötige Präzision im Passspiel. So kam es, dass eine Einzelaktion den Torreigen eröffnete, eine äußerst starke. Zunächst blockte David Seidl einen Schuss der Gäste, gewann anschließend das Sprintduell mit seinem Widersacher und netzte rechts oben ein – 1:0 für den SCR. Und die Weiß-Blauen blieben am Drücker. In Überzahl fand Florian Vollmer Simon Mayr an der blauen Linie. Und tja, bei dem Defensivakteur läufts es einfach mit dem Toreschießen. Sein Schlagschuss bedeutete für ihn Saisontreffer Nummer sieben, für sein Team an diesem Abend das 2:0.

Kapitän Vollmer bringt SCR mit 3:1 in Front

Doch Höchstadt antworte schnell mit dem Anschlusstreffer. Großen Anteil daran hatte auch Martin Vojcak mit einem Traumquerpass durch die Riesserseer Defensive. Gegen Ende des Drittels trat dann erstmals das äußerst unglücklich auftretende Schiedsrichtergespann um Andreas Flad in Erscheinung. Bandencheck von Höchstadts Jannik Herm gegen Felix Linden. Der SCR-Akteur geht zu Boden, zieht sich die Handschuhe aus und hält sich die Hände vors Gesicht. Herms Handschuhe gehen ebenfalls zu Boden. Die Konsequenz dieser Szene: zwei Minuten für beide. Das zweite Drittel begann wie das erste: viel Tempo, keine Tore. Die erste Druckphase gehörte dann den Gästen, Und das war eine äußerst lange für Seidl und Co., die knapp vier Minuten Schwerstarbeit in der Defensive verrichten mussten – erfolgreich. Die anschließende Riesserseer Antwort: Vollmer angelte sich mit dem langen Schläger die Scheibe und schob sie ins Tor zum 3:1.

Schiedsrichter erkennen Höchstadter Schlittschuhtor nicht

Doch wieder folgte die schnelle Antwort, aber eine regelwidrige. Jari Neugebauer beförderte den Puck per Schlittschuh und aktiver Bewegung ins Netz. Flad und Co. erkannten dies aber zum Unmut der Riesserseer nicht. Ähnlich wie zuvor eine andere Szene. Die Unparteiischen wollten Filip Hadamczik auf die Strafbank schicken, doch sein Höchstadter Gegenspieler zeigte, was Fair Play heißt und signalisierte, er sei von sich aus gefallen. Weiter ging es mit einem katastrophalen Wechsel der Gäste. Dadurch war die Bahn frei für vier Riesserseer. Doch die bedurfte es gar nicht, denn der neue Mann im weiß-blauen Dress, Verteidiger Alexandre Perron-Fontaine, bewies direkt bei seinem Debüt seine Torjägerqualitäten. Doch weil Vollmer 18 Sekunden seine Defensivarbeit vernachlässigte, ging es mit einem 4:3 in die Kabine.

Beim SCR ist plötzlich die Luft raus

Im Schlussabschnitt rieben sich beide Parteien zunächst im neutralen Drittel auf, ehe Höchstadt mit einem abgefälschten Schuss ausglich. Riessersee hätte gleich doppelt in Person von Robin Soudek antworten können, doch auch das nächste Tor fiel auf der aus Sicht der Hausherren falschen Seite. Wieder war Neugebauer zur Stelle, diesmal regelkonform. Während Höchstadt immer wieder eine Antwort auf Rückstande hatte, suchte der SCR seine fortan vergeblich. Auch eine Auszeit von Pat Cortina brachte nicht den gewünschten Erfolg. Hingegen landete der Puck direkt im Anschluss im leeren Riesserseer Tor sowie noch ein weiteres Mal zum 7:4 für die Gäste. Nun muss sich der SCR fragen, wie man dieses Spiel noch aus der Hand geben konnte und gar mit drei Toren Unterschied verlieren konnte. Die erste Erklärung von Cortina nach Schlusspfiff: „Wir waren nicht clever, zu langsam, unsere Wechsel dauerten zu lange, und wir haben zu kompliziert gespielt.“ Das alles mündete in eine vermeidbare siebte Saisonniederlage, die zur Folge hat, dass der SCR nun neun Punkte Rückstand auf die Playoff-Plätze hat.

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