Torjäger im Krankenstand: Scott Bartlett (M.) wird dem SC Riessersee lange Zeit fehlen. foto: thomas sehr

Verletzungspech schlägt wieder zu

Garmisch-Partenkirchen - Riss des Syndesmosebandes: Riessersees Toptorjäger Scott Bartlett fällt acht Wochen aus

von peter reinbold

Garmisch-Partenkirchen - Der SC Riessersee hat die 1:2-Niederlage gegen den EC Peiting teuer bezahlen müssen. Das Ende der neun Spiele dauernden Heimsiegesserie ließe sich noch verschmerzen, der Ausfall von Toptorjäger Scott Bartlett ist allerdings ein Schlag ins Kontor. Der 25-jährige US-Amerikaner, dessen Entwicklung vom Billigeinkauf zum besten Schützen der Eishockey-Oberliga Süd nicht zu erwarten war, muss mindestens acht Wochen pausieren. Die SCR-Mannschaftsärzte diagnostizierten gestern Nachmittag im Klinikum Garmisch-Partenkirchen den Riss des Syndesmosebandes. Die Verletzung resultiert aus einem Zweikampf gegen Ende des letzten Drittels mit Peitings Verteidiger Hubert Schöpf. Bartlett war gegen die Bande gekracht und schleppte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht, nachdem er wieder auf den Beinen war, zur Bank. Ob die Blessur Folge eines Fouls war, vermochte SCR-Manager Ralph Bader, der sich ob der Schreckensbotschaft entsetzt zeigt, nicht zu sagen. „Der Schiedsrichter hat nicht gepfiffen, ich hab’s nicht gesehen.“

In der SCR-Geschäftsstelle ließ Bader am Montag ab 16 Uhr die Drähte glühen, zapfte alle Kanäle an. „Wir brauchen unbedingt Ersatz.“ Schon in der vergangenen Woche hatte er nach der Verletzung von George Kink - der Außenstürmer befindet sich nach seinem Innenbandanriss im Knie in Reha-Maßnahmen - händeringend nach Verstärkungen gesucht; allerdings mit wenig Erfolg. Die Kontakte, die er gestern zu einem Vermittler knüpfte, lassen ihn indes auf ein positives Ergebnis hoffen. „Das Angebot an einen Spieler ist raus.“ Den Mann, den Bader nach Rücksprache mit Trainer Marcus Bleicher ins Auge gefasst hat, soll bei seinem derzeitigen Arbeitgeber unzufrieden sein und um Vertragsauflösung gebeten haben. „Ich hoffe, er akzeptiert unsere Offerte.“

Der Bartlett-Ersatz ist nur der Transfertätigkeit erster Teil. Bader bemüht sich zusätzlich um einen Förderlizenzspieler und hat deshalb bei einem DEL-Verein angefragt. „Ich bekomme am Dienstag Bescheid, ob es klappt.“ Die Verpflichtung eines gestandenen deutschen Zweitliga-Profis, der allerdings den Finanzrahmen und den Sparetat nicht sprengen darf, und eines Perspektivspielers sähe der Geschäftsführer der SCR-GmbH als „optimale Lösung“. Lässt sich die nicht realisieren, denkt er auch über den Transfer eines Ausländers nach, der Bartlett solange ersetzten soll, bis dieser wieder fit ist.

Ins Kalkül zieht er freilich auch, dass sich alle Möglichkeiten nicht realisieren lassen. Dann erwartet er von der Mannschaft, die gegen Füssen und Peiting am Ende ihrer Kräfte schien, eine Reaktion. „Wir haben zwei Möglichkeiten: Wir zerfließen in Selbstmitleid und beklagen die Verletzten und Kranken. Ich erwarte aber, dass alle enger zusammenrücken und jeder Einzelne versucht, noch mehr aus sich herauszuholen.“ Dass ausgerechnet vor dem Derby gegen Bad Tölz, zu dem Bader eine ähnliche Zuschauerzahl erwartet wie sie die Löwen beim SCR-Auftritt hatten - am 5. November waren 4200 Fans in die Hacker-Pschorr-Arena gekommen - das Verletzungspech zugeschlagen hat, wirft ihn nicht um. „Wir werden alles tun, damit wir am Sonntag eine starke Mannschaft aufs Eis bringen“, gibt er sich kämpferisch.

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