Referee Andreas Flad spricht mit den SCR-Akteuren Florian Vollmer (l.) und Christian Schneider.
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Hatten viel zu besprechen: Referee Andreas Flad und die SCR-Akteure um Florian Vollmer (l.) und Christian Schneider.

Uli Maurer erlöst den SC Riessersee beim 2:1-Erfolg über Peiting in der Overtime

Viel Hektik und ein spätes Happy-End

  • vonMarco Blanco-Ucles
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SC Riessersee gegen EC Peiting - ein Krimi. In den Hauptrollen: Die beiden Goalies, Matchwinner Uli Maurer und der Schiedsrichter.

Garmisch-Partenkirchen – Bei Pana Christakakis musste alles raus. Inbrünstig ballte der Geschäftsführer des SC Riessersee die Faust und schrie seine Freude über den 2:1-Erfolg in der Overtime gegen den EC Peiting heraus. Sekunden zuvor hatte Florian Vollmer seinen Spezl Uli Maurer bedient, der zum viel umjubelten Siegtreffer einnetzte.

Die Stimmung in der letzten Phase der Partie: hitzig. Unnötig hitzig. Mit mehreren zweifelhaften Entscheidungen – allen voran eine Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauer gegen Tom Horschel – hatte das Schiedsrichter-Gespann um Andreas Flad nicht nur Christakakis auf die Palme gebracht. Letztendlich aber überwog die Freude über den vierten Sieg in Folge für den SCR. Der erste Overtime-Triumph in dieser Saison der Eishockey-Oberliga.

Abendessen mit der Familie, Tagesschau gucken oder Weihnachtsgeschenke online bestellen. Ganz egal. Wer am Freitagabend die Partie der Oberliga Süd auf Sprade TV erst nach dem ersten Drittel verfolgte, hatte zuvor nichts verpasst. Fast nichts zumindest. Benjamin Kronawitter vergab die größte Chance der Gastgeber, als er bei seinem Alleingang zweimal an Peiting-Goalie Florian Hechenrieder scheiterte.

Viele Chancen, viele fragwürdige Entscheidungen

Abschnitt zwei lieferte mehr Gesprächsstoff. Deutlich mehr. Wobei der Beginn zunächst an das erste Drittel anknüpfte. Halbchance auf der einen, Halbchance auf der anderen Seite. Der meist beschäftigte Mann im Olympia-Eissportzentrum – ob der vielen Spielunterbrechungen – war der DJ des SCR. Mit dem 0:1 aus Sicht der Riesserseer änderte sich das. Schuss James Morris, Lukas Gohlke fälschte die Scheibe unhaltbar ab. Die Antwort kam postwendend. Bis dato war Eetu-Ville Arkiomaa unsichtbar. Doch plötzlich war er da und ließ den SCR jubeln. Ab diesem Zeitpunkt trug der auffälligste Mann auf dem Eis weder Weiß-Blau noch Rot-Weiß. Er trug Schwarz-Weiß. Ausgangspunkt war die Entscheidung gegen Horschel. Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauer für den Check gegen den blutend vom Feld fahrenden Nardo Natzgaam – eine zweifelhafte Entscheidung. Die fünf Minuten Unterzahl überstand der SCR nicht nur schadlos, er hatte sogar die besseren Chancen. Vollmer scheiterte aus halblinker Position. Anschließend jagte der glücklose Robin Soudek den Puck nach Alleingang über das Tor.

SCR verpasst den Sieg nach 60 Minuten

Die letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit gehörten dann klar dem Team von Trainer Georg Kink. Chance um Chance ließ es liegen. Die größte davon vergab Kronawitter aus drei Metern, als er den bereits am Boden liegenden Hechenrieder anschoß. Was der SCR auch versuchte, der Puck wollte nicht über die Linie.

Overtime. Bislang heuer kein gutes Pflaster für die Riesserseer. Aber: Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Im dritten Anlauf dieser Saison setzte sich der SCR dank seiner beiden Sturm-Routiniers Vollmer und Maurer erstmals in der Verlängerung durch. Ein Sieg des Willens. Trotz aller Widerstände.

Die Stimmen zum Spiel

George Kink (Trainer SCR): „Das war der erwartet harte Kampf. Im ersten Drittel waren wir darauf bedacht, keine Fehler zu machen, keine Geschenke zu verteilen. Das hat uns im Spiel nach vorne aber etwas gehemmt. Dennoch hatten wir durch Benjamin Kronawitter die beste Chance. Schade, dass er den nicht gemacht hat. Im zweiten Drittel hat leider der Schiedsrichter das Spiel übernommen. Er hätte einiges pfeifen können, was er nicht gepfiffen hat. Die fünf Minuten in Unterzahl haben wir stark überstanden, hätten uns da sogar selber belohnen müssen. Im letzten Drittel waren wir komplett da, haben aber fast das leere Tor nicht getroffen und uns beinahe selbst um den Erfolg gebracht. Die Szene mit Tom Horschel habe ich nicht live gesehen, aber nach dem Spiel. Der Gegner dreht sich in ihn hinein und dann erhöht der Schiedsrichter die Strafe auf Zuruf der Spieler. Das macht mich sehr sauer, denn dadurch werden wir, eines der fairsten Teams der Liga, als eines der unfairsten dargestellt.“

Sebastian Buchwieser (Trainer Peiting): „Ich bin froh über die Leistung, denn letztes Mal haben wir nicht gut gegen den SCR ausgesehen. Den Punkt sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wir waren 40 Minuten die überlegene Mannschaft, aber Riessersee hätte das Spiel auch nach 60 Minuten beenden können. Garmisch hat viele erfahrene Spieler, die das Spiel entscheiden können. Und das haben sie dann auch gemacht.“

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