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Die Interimslösung: Marcus Bleicher ist Platzhalter für den Nachfolger des geschassten SCR-Trainers Axel Kammerer.

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Für vier Spiele: Bleicher beerbt Kammerer

Garmisch-Partenkirchen – Die Entscheidung, sie stand schon seit vergangenen Donnerstag fest. Am Montag setzte sie Ralph Bader in die Tat um und entband Axel Kammerer vom Amt als Trainer des SC Riessersee.

Um arbeitsrechtliche Maßnahmen zu vermeiden, nennt der SCR-Geschäftsführer sie branchenüblich „Beurlaubung. Die Niederlage gegen Kaufbeuren hat für mich den Ausschlag gegeben. Es war ein ganz schwerer Entschluss. Er tut mir menschlich leid, doch er musste sein.“

Der Trainer, der den Abstieg vermeiden soll, ist noch nicht gefunden. Mit einem Kandidaten steht Bader in Kontakt. Auch scheinen die Verhandlungen schon weit gediehen. Allerdings könnte der neue Mann die Kammerer-Nachfolge aus persönlichen Gründen erst in acht bis zehn Tagen antreten. Um wen es handelt, will Bader nicht sagen. Er gibt den Maurer-Meister und behandelt den Namen als Verschluss-Sache streng geheim. „Erst wenn er unterschrieben hat, gehe ich an die Öffentlichkeit.“ Mitte November, als Kammerer schon einmal kurz vor der Entlassung gestanden war, soll Bader Kontakt zu Derek Mayer aufgenommen, aber einen Korb bekommen haben. Der ehemalige SCR-Kapitän hatte zuletzt als Co-Trainer bei den Ice Tigers Nürnberg gearbeitet. Auch über Gespräche mit Toni Krinner, Ex-Coach des DEL-Clubs Hannover Scorpions, wurde damals spekuliert. „Gerüchte kommentiere ich nicht“, sagt Bader.

Fest steht, dass in den nächsten zwei bis vier Spielen Marcus Bleicher als Interimslösung den SC Riessersee betreuen wird. Der 45-Jährige, Trainer der Oberliga-Meistermannschaft der Saison 2010/11, hat sich bereit erklärt zu helfen. „Ralph hat mich angerufen, und ich habe mich spontan dazu entschlossen“, sagt er. Die Unstimmigkeiten mit Bader, die im Sommer 2011 dazu führten, dass er im Unfrieden schied, nennt er „längst ausgeräumt und verjährt“.

Bleicher weiß, dass er als Zwischenlösung ein Mann auf Abruf ist. Er hat die Spiele des SC Riessersee gegen Heilbronn, Landshut und Hannover besucht und dabei „Licht und Schatten“ bemerkt. Er sieht seine Aufgabe nicht darin, alles auf den Kopf zu stellen. „Eishockey ist schon erfunden, das brauche ich nicht zu tun. Ich will versuchen, die Mannschaft mental aufzubauen.“ Heute, an seinem freien Tag, wird sich Bleicher, der lieber seine sichere Stelle als Postbote behalten will, als wieder ins Trainergeschäft einzusteigen, mit seiner Aufgabe befassen, die am Mittwoch mit dem ersten Training beginnt. „Ich werde versuchen, die passenden Worte zu finden. Und dann bereiten wir uns auf das Landshut-Spiel am Freitag vor.“

Peter Reinbold

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