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Der Matchwinner: Florian Vollmer avanciert am Freitagabend mit zwei Treffern zum Derby-Helden beim 4:3-Sieg über den EC Peiting.

Kurioses Derby samt Schiedsrichter-Verletzung und Führungswechseln

Vollmer schießt SC Riessersee in Verlängerung zum Derbysieg

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Was für ein Abend im Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen. Am Ende einer spektakulären Partie setzt sich der SC Riessersee mit 4:3 nach Verlängerung gegen Peiting durch. Zum Helden avanciert Kapitän Florian Vollmer.

Garmisch-Partenkirchen – George Kink hatte genug gesehen. Spätestens als Peitings Martin Mazanec Florian Vollmer erst zur Seite checkte, um ihm dann auch noch den Helm vom Kopf zu reißen, reichte es dem Trainer des SC Riessersee. Er holte David Tschirner und Thomas Weger zu sich an die Bande, um den beiden Linienrichtern deutlich mitzuteilen, dass er unter diesen Umständen nicht mehr weiterspielen werde. Ein seltener emotionaler Ausbruch des für gewöhnlich sehr besonnenen Kink. Wohlgemerkt: Die Aktion des Gäste-Verteidigers gegen Vollmer war ungestraft geblieben. Zu groß war für den SCR-Coach daher das Risiko, dass sich einer seiner Schützlinge verletzt, solange Hauptschiedsrichter Alfred Hascher nicht auf dem Eis war. Der hatte Mitte des zweiten Drittels einen Schuss von Quirin Bader im Gesicht abbekommen – und musste erst einmal in den Katakomben des Olympia-Eissportzentrums seine Wunde nähen lassen. So endete der Mittelabschnitt zwei Minuten früher als vorgesehen. Zeit, die stattdessen im Schlussdrittel nachgespielt wurde – wieder mit Referee Hascher an der Pfeife, der sich als hart im Nehmen zeigte und somit verdient den Applaus der 1409 Zuschauer sicherte.

Eine launige Anekdote eines ebenso launigen Eishockey-Abends am Freitag in Garmisch-Partenkirchen. In einer temporeichen Oberliga-Partie zwang der SCR den EC Peiting im Derby mit 4:3 nach Verlängerung in die Knie – und holte so den dritten Sieg in Folge.

SCR mit schwungvollem Beginn

Dabei trat das Heimteam von Beginn an entschlossen auf. Schon in der ersten Minute rauschte ein Schlagschuss von Victor Östling nur knapp über den Kasten des ECP. Den Riesserseern war anzumerken, dass ihnen das jüngste Sechs-Punkte-Wochenende einiges an Selbstvertrauen verschafft hatte. Doch blieb es trotz mehrerer guter Gelegenheiten, die der gut aufgelegte Florian Hechenrieder im Tor der Gäste allesamt entschärfte, zunächst beim 0:0. Noch schlimmer aus Sicht der Weiß-Blauen: Florian Stauder traf mit einem verdeckten Schuss sogar zum 1:0 für Peiting. Doch blieb der SCR am Drücker. Aziz Ehliz und Vollmer drehten die Partie nach jeweils starken Vorlagen von Thomas Radu und Stephan Wilhelm noch vor der ersten Pause.

Einen kurzen Bruch erlebte das Spiel des SCR, als der gewohnt umtriebige Östling eine Scheibe nahe des eigenen Tores leichtfertig an Ty Morris vertändelte. Der Routinier des ECP vollstreckte souverän zum 2:2. Nun bekamen die Gäste Oberwasser. Als Thomas Heger einen schnellen Gegenstoß mit dem 3:2 abschloss, schien die Siegesserie des SCR gerissen. Doch bewies das Team seine große mentale Stärke. Eine Minute vor Schluss holte Kink Torhüter Daniel Allavena vom Eis, setzte alles auf eine Karte. Der Schachzug ging auf. Rückkehrer Wilhelm wuchtete einen abgewehrten Schuss von Eetu-Ville Arkiomaa zum 3:3 ins Netz – und brachte sein Team somit in die Verlängerung.

Harter Hund: Schiedsrichter Alfred Hascher.

Fünf Minuten Vier-gegen-vier war also angesagt. Viele Zweikämpfe, viele Chancen – ein würdiges Finale für dieses Derby. Das bessere Ende hatte der SC Riessersee für sich. Als das Penaltyschießen nur noch 33 Sekunden entfernt war, erreichte die Scheibe Vollmer in optimaler Position. Der Kapitän blickte kurz auf, schlenzte den Puck in den rechten Winkel – und ließ sich von seinen Mitspielern unter einer Jubeltraube begraben.

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