Torhüter Christian Schneider des SC Riessersee
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Trübe Aussichten: Torhüter Christian Schneider fehlt dem SCR wohl für drei Wochen.

Eishockey

SC Riessersee: Trotz Minikader große Vorfreude auf den Heimauftakt gegen Memmingen

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Groß ist das Aufgebot des SC Riessersee nicht, Verstärkung aus München wird es auch keine geben, und die Verletzungssorgen sind schon wieder enorm beim Eishockey-Oberligisten: Dennoch geht das Team von Trainer George Kink optimistisch in die Partie gegen Topteam Memmingen

Garmisch-Partenkirchen – Sie spielen. Das ist die wichtigste Erkenntnis, die Pana Christakakis gleich am Donnerstagmorgen loswerden wollte. Also rief der Geschäftsführer der SCR-Eishockey-GmbH direkt beim Tagblatt an. Die Verantwortlichen der Memmingen Indians hatten die Abstrichergebnisse ihrer Spieler erhalten – alle negativ. Positiv für die Eishockeyfans. Denn tatsächlich steigt heute Abend (20 Uhr) die Vorbereitungspartie zwischen dem SC Riessersee und dem Zweiten der vergangenen Oberliga-Saison, die im März jäh unmittelbar vor den Playoffs ihr Ende gefunden hatte.

„Die Vorfreude ist riesig“, sagt Trainer George Kink. „Die Mannschaft ist heiß auf das erste Heimspiel.“ Und das sogar vor Fans. Die aktuelle Corona-Situation macht es möglich, dass die Partie vor 1000 Zuschauern in der großen Olympia-Halle stattfinden kann. Wie viele es werden? Christakakis kann es nicht abschätzen. Schließlich sind die Auflagen hoch. Die Besucher müssen Formulare ausfüllen, die Temperatur wird gemessen, es gibt Einbahnstraßen im Stadion (wir berichteten). Wie viele Fans sich das antun, das wird sich zeigen. Das Grundinteresse am Eishockey in Garmisch-Partenkirchen ist vorhanden. Das macht er deutlich. Ein Indikator für ihn ist die Zahl der verkauften Dauerkarten. Bei 450 ist er angelangt – inklusive der Jahrestickets für Sponsoren. „Aktuell haben wir damit 88 weniger als im Vorjahr.“ Ein Wert, der nach all dem Corona-Hickhack durchaus positiv zu beurteilen ist.

Wie den Zuschauern wird es heute Abend auch den Sportlern ergehen. Denn bevor sie ins Stadion dürfen, müssen sie sich einer Temperaturmessung unterziehen und einen Fragebogen ausfüllen. Da geht es allen gleich.

Verletzungspech schlägt zu: Torhüter Christian Schneider fehlt drei Wochen

Beim SCR dürfte der Aufwand in dieser Hinsicht überschaubar bleiben. Denn die Mannschaft ist immer noch stark dezimiert. Das Verletzungspech hat in den ersten zwei Wochen seit dem Trainingsstart bereits gnadenlos zugeschlagen. Zuletzt hat es jetzt noch Torhüter Christian Schneider erwischt, auf den der SCR nun wohl rund drei Wochen verzichten muss. Mehr als die mittlerweile gängige Unterkörperverletzung gibt es dazu nicht zu vermelden. Da das Münchner DEL-Team zu einem Testspielwochenende nach Berlin aufgebrochen ist und selbst jeden Mann auf dem Eis braucht, bekommt der SCR diesmal auch keine Verstärkungen vom Kooperationspartner. „Es hilft nichts, da müssen wir durch, so kriegt jeder bei uns viel Eiszeit.“ Denn auch Uli Maurer, Simon Mayr und Luca Allavena müssen für heute Abend passen. Marcus Weber, der Überraschungstransfer aus Nürnberg, steht erst ab kommenden Montag beim Heimatklub auf dem Eis. Dafür sind die Radu-Brüder Anton und Thomas wieder mit von der Partie. „Das tut uns gut“, sagt Kink. „Sie sind frisch und heiß auf Eis.“

In puncto Torhüter könnte sich sogar noch etwas tun. Die Riesserseer haben einen Deal in der Hinterhand. „Vielleicht passiert noch etwas kurzfristig“, verrät Kink. Mehr freilich nicht. Sonst muss eben Sebastian Pfeuffer von der DNL in den Kasten.

Aushilfen von der U20 gibt es derzeit grundsätzlich eher nicht. Denn hinsichtlich der Corona-Rahmenbedingungen gilt beim SCR die Regel: „Wir schauen, dass wir in unserer eigenen kleinen Blase bleiben“, verdeutlicht Kink. Somit geht’s mit einem Mini-Team gegen Memmingen. Das darf nun immerhin im heimischen Stadion ran. Für den Coach hat der Auftakt eine Art Signalwirkung: „Jetzt kommt alles ins Rollen.“

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