Stimmungsvolle Ostkurve: Die Kulisse am Freitagabend war eines Derbys absolut würdig. foto: Sehr

Weiß-blaues Freudenfest

Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersee feiert vor 3000 Zuschauern einen 7:4-Erfolg gegen Rosenheim und steht nun auf Platz sechs

Es war ein Eishockey-Fest. Gut 3000 Zuschauer, elf Tore und am Ende der richtige Sieger: Der SC Riessersee feierte im Oberbayern-Derby am Freitagabend einen eindrucksvollen 7:4-Erfolg gegen die Starbulls Rosenheim und kletterte in der Tabelle damit sogar auf Position sechs.

Die Kulisse, sie war eines Derbys durchaus würdig, auch wenn noch viele Plätze im Olympia-Eisstadion frei blieben. Doch bei 7000 Plätzen ist das wenig verwunderlich. Angestachelt von den jeweiligen Fangruppen, den weiß-blauen Anhängern im Osten und den grün-weißen im Westen, legten die Mannschaften gleich ein hohes Tempo vor. Die erste Chance notierte der SCR. Florian Vollmer traf allerdings nur den Pfosten nach knapp vier Minuten. Auf der Gegenseite testete Michael Baindl Goalie Hardi Wild, der mit dem Schoner zur Stelle war.

Den ersten Jubelsturm im Stadion löste SCR-Kapitän Tim Regan aus. Er bekam einen Pass durch die Mitte, die Rosenheimer Verteidiger kümmerten sich nicht um ihm, und der Oldie vernaschte Top-Torhüter Norm Maracle zum 1:0. So wie es auf dem Eis hin und her ging, so gestaltete sich auch das Ergebnis. Peter Kathan fälschte die Scheibe zum 1:1 ab, auf der anderen Seite patzte dann Maracle: Der ließ sich von Tobias Biersack mit einem Schuss aus spitzem Winkel übertölpeln - der SCR-Stürmer hatte fast von der Torlinie abgezogen. Doch kein Team schaffte es, sich abzusetzen. In Unterzahl hatte der SCR Pech: Sepp Staltmayr verlor seinen Schläger, dann ließ sich Christian Völk umkurven - Cory Quirk hämmerte den Puck ins Netz zum 2:2.

Kaum anders lief es im zweiten Drittel. Beide Teams drückten weiter aufs Gaspedal. Die gefährlicheren waren zunächst die Riesserseer: Greg Collins hatte die große Chance zum 3:2. Zu diesem Zeitpunkt stand übrigens schon Beppi Mayer im Tor der Rosenheimer. Und der musste nach 28 Minuten dann auch hinter sich langen: Brock Sheahan zog in Überzahl von der blauen Linie ab, Lubor Dibelka schnappte sich den Abpraller - der SCR lag wieder vorne. Danach neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend. Bis Sheahan, diesmal auf der anderen Seite, in den Fokus rückte: Er wollte Asselin zunächst die Scheibe mit dem Schläger wegstechen, scheiterte und stand dann zu weit weg, um den Kanadier noch stellen zu können - 3:3.

Mit Powerplay für den SCR ging es in den Schlussabschnitt. Und diese Chance nutzten die Hausherren erneut: Staltmayr schlenzte, den Abpraller schob Collins flach am Torhüter vorbei. Zum vierten Mal die Führung für die Gastgeber, doch der offene Schlagabtausch ging weiter: Als die Riesserseer sich bei einem Konter zu sehr vors Tor zurückzogen, profitierte Stephan Gottwald davon und glich wieder aus. Es war unglaublich, kein Team ließ locker. Nach dem Gesetz der Serie wäre also der SCR wieder an der Reihe gewesen. Und tatsächlich: Benjamin Barz hielt die Kelle in einen Schlenzer von Florian Vollmer, und der Puck flutschte ins Netz.

Erst jetzt passierte etwas Neues an diesem Abend: Rosenheim hatte keine Antwort mehr parat. Dafür der SCR: Regan nutzte eine weitere Unachtsamkeit der Rosenheimer Hintermannschaft, lief allen davon und vollstreckte gnadenlos zum 6:4. Das war’s nun - die Starbulls waren platt. David Appel packte sogar noch das 7:4 drauf und machte das Freudenfest komplett. (cf)

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