Freudentanz: Valentin Gschmeißner feiert mit den Betreuern an der Bande sein erstes Zweitligator. foto: andreas Mayr

Wieder in ruhigem Fahrwasser

Garmisch-Partenkirchen - Der SCR hat sich mit dem 4:1-Sieg über die Lausitzer Füchse rehabilitiert - Gschmeißners erstes Zweitligator

Nominell besteht der Kader der SC Riessersee in der DEL 2 aus 20 Feldspielern und zwei Torhütern. In der vergangenen Woche ist die Teamstärke allerdings stark geschrumpft. Erst meldete sich am vergangenen Montag Markus Eberhardt (Handwurzelbruch) ab, am Mittwoch brach bei Verteidiger Sepp Staltmayr das Schienbeinköpfchen, seit Donnerstagabend steht auch Florian Thomas auf der Verletztenliste. Bei ihm besteht Verdacht auf eine Fraktur des Fußes. Schwuppdiwupp hat sich der Kader auf fünf Verteidiger und elf Stürmer reduziert. Die opferten sich auf. Erst der Kraftakt in Bremerhaven, dann gestern Abend der klare 4:1-Erfolg im Olympia-Eisstadion gegen die Lausitzer Füchse. „Respekt, was die 14 Feldspieler nach der langen Heimfahrt von Bremerhaven geleistet haben“, lobte SCR-Trainer Toni Krinner, nach einem Wochenende, das Coach und Mannschaft vier Punkte brachte und den SC Riessersee nach Tagen voller Turbulenzen - ausgelöst durch zwei deftige Niederlagen - wieder in ruhigeres Fahrwasser.

Der Spielberichtsbogen wies auf Seiten des SCR zwar 14 Feldspieler auf, doch Krinners Vertrauen erhielten nur die verbliebenen fünf Verteidiger und neun Stürmer. Florian Imminger drückte die gesamten 60 Minuten die Bank. Was für den 18-Jährigen nicht unerwartet kommt. Seine erste Zweitliga-Saison ist ein Lehrjahr. Dass George Kink nur im ersten Drittel für einige Sekunden aufs Eis durfte, kommt hingegen eher unerwartet. Eigentlich war er als fester Bestandteil des dritten Sturmes vorgesehen. Doch in den vergangenen Wochen rutschte er immer weiter nach hinten, war zuletzt nur noch Ergänzungsspieler. Zuerst lief ihm Markus Eberhardt den Rang ab, jetzt gab Krinner Valentin Gschmeißner den Vorzug. Der dankte ihm das Vertrauen mit dem Treffer zum 2:0 nach 31 Minuten. Es war Gschmeißners erstes Zweitligator. Die Frage, was den Ausschlag für Gschmeißner und gegen Kink gegeben habe, beantwortete Krinner kurz und knapp: „Die Leistung ist der Grund.“ Im Doppelpack - zum 3:0 und 4:0 - traf Robert Dee, in dieser Saison bisher nicht als Torjäger aufgefallen und ein bisschen schon zum Fehleinkauf abgestempelt. Er messe einen Spieler nicht an Toren, sondern an der Einstellung, machte Krinner klar.

Einstellung, Wille und Leidenschaft, die er beim 1:8 in Heilbronn und beim 1:5 gegen Kaufbeuren vermisst hatte, sie sind wieder da. Und gleich beherrscht der SCR eine Mannschaft vom Kaliber der Lausitzer Füchse. Das Verhältnis der Großchancen hieß 13:3, der 4:1-Erfolg damit gerecht, weil Riessersee das Spiel dominierte, die Mannschaft war, die agierte. „Deshalb war unser Sieg hochverdient“, meint Krinner.

Dem wollte Füchse-Trainer Dirk Rohrbach nicht widersprechen. „Natürlich gehen die drei Punkte für den SCR in Ordnung.“ Rohrbach bekrittelte in seine Analyse genau jene Punkte, die Krinner vor einer Woche angesprochen hatte. „Mir haben, Leidenschaft, Wille und Feuer gefehlt.“ Der Riesserseer Übungsleiter stand daneben und schmunzelte. „Es ist schön zu hören, dass wir Trainer immer an denselben Schrauben drehen müssen.“ Allerdings hatte in Krinner in der vergangenen Woche keine Feinjustierung vorgenommen, sondern grundlegende Dinge angesprochen. Wie es scheint, mit Erfolg. „Ich bin sehr stolz auf das, was die Mannschaft geleistet hat.“

Peter Reinbold

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