Viel gelernt: Marcus Weber sammelte beim EHC München Erfahrungen in der Deutschen Eishockey-Liga. foto: bse-press

Wiederbelebte Beziehung

Garmisch-Partenkirchen - Verteidiger Marcus Weber von den Nürnberg Icetigers soll beim SC Riessersee Spielpraxis sammeln

Die Eishockey-Beziehung zwischen dem SC Riessersee und den Nürnberg Icetigers besteht seit knapp zehn Jahren. Es war in der Vergangenheit eine mit Höhen und Tiefen. Besonders innig war das Verhältnis, als Günther Hertel als Alleingesellschafter beim SCR und beim DEL-Club das Sagen hatte. Als der Nürnberger Unternehmer, der mit seinem Geld beide Gesellschaften alimentierte, an seinen Clubs das Interesse verlor, reduzierte sich der Kontakt auf Managementebene auf ein Minimum. In den vergangenen Monaten ist neuer Schwung in die Beziehung gekommen. Der Grund: Bei den Thomas Sabo Icetigers hat Christoph Sandner die Geschäftsführung übernommen. Sandner, der lange Jahre beim SC Riessersee spielte und der in Garmisch-Partenkirchen mit Frau und Kind lebt, und SCR-Macher Ralph Bader kennen und schätzen sich.

Erstes Ergebnis der wiedererwachten Kooperation: Marcus Weber, der bei den Nürnbergern einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, erhält eine Förderlizenz für die Riesserseer und soll bei seinem Heimatverein zum Einsatz kommen. „Ich bin Nürnberg sehr dankbar, dass diese Lösung geklappt hat“, sagt Bader. Der 20-jährige Verteidiger, der aus dem SCR-Nachwuchs stammt und der zuletzt zum Kader des Oberligisten EC Peiting gehörte, will versuchen, sich bei den Icetigers durchzubeißen. „Ich habe in Nürnberg unterschrieben und nicht beim SCR. Mein Ziel ist es, mich in der DEL durchzusetzen. Riessersee ist aber eine Möglichkeit, um Spielpraxis zu sammeln, falls ich es nicht schaffe.“ Den Kontakt zu den Nürnbergern stellte Peppi Heiß, der ECP-Trainer her. Der ist nicht nur Webers Onkel, sondern auch sein Agent. Nach ein paar Telefonaten mit dem Verantwortlichen der Icetigers war der Deal perfekt. „Es ist schnell gegangen,“ sagt Weber, der in der vergangenen Saison 21 Mal für München in der DEL auflief. Ein Fürsprecher dürfte auch Maurizio Mansi gewesen sein. Der Co-Trainer der Münchner arbeitet jetzt als Assistent von Icetigers Chef-Coach Tray Tuomie. So sieht’s auch Weber: „Es ist auf jeden Fall nicht schlecht, wenn man jemanden kennt. Er weiß, was ich kann und ich weiß, was er von mir verlangt.“

Von dem, was der U20-Nationalspieler kann, ist auch Bader überzeugt. Nach der Saison 2011/12 hatte der SCR-Geschäftsführer dem Talent keinen weiteren Vertrag angeboten und ihm zu einer Luftveränderung geraten - und die hat ihm nach Baders Meinung gut getan. „Er hat sich in Peiting und München positiv entwickelt.“ Die Vorbereitung auf die neue Saison wird Weber in Nürnberg bestreiten und soll ab September den SCR verstärken. Hätte die Förderlizenzregelung mit Nürnberg nicht geklappt, Bader hätte versucht, mit den Kölner Haien, die sich die Dienste von Pascal Zerressen gesichert haben, ins Geschäft zu kommen. „Weber war allerdings immer unsere erste Option, weil er ein Einheimischer ist.“

In der SCR-Verteidigung ist jetzt nur noch eine Position unbesetzt. Seit klar ist, dass die Arbeitsplätze bei den neun Zweitligisten, die nicht unter dem Dach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) antreten wollen, unsicher sind, melden sich Agenten bei Bader, die ihre wechselwilligen Klienten unterbringen wollen. „Es sind sehr viele Profis auf dem Markt. Wir können uns die Spieler aussuchen“, betont Bader. prei/tf

SCR-Kader 2013/14

Tor: Bryan Hogan (Fredrikshavn/USA), Korbinian Sertl.

Verteidigung: Peter Kathan, Sepp Staltmayr, Sebastian Eickmann, Peter Baumgartner (Löwen Frankfurt), Benedikt Kastner, Marcus Weber (EC Peiting/Förderlizenz Nürnberg Icetigers).

Sturm: Tim Regan, Morten Lie (Fredrikshavn/Dänemark), George Kink (EC Peiting), Maximilian Kastner, Valentin Gschmeißner (EV Füssen), Markus Eberhardt (EHC Klostersee), Florian Vollmer, Florian Thomas, Michael Rimbeck, Andy Bohmbach (Trenton Titans/USA).

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