Hoch im Kurs: Scott Bartlett soll beim SC Riessersee bleiben. foto: sehr

Zweigleisige Personalplanungen

Garmisch-Partenkirchen - Mit einigen Spielern, die auch für die 2. Bundesliga in Frage kommen, hat SCR-Manager Bader bereits Einigung erzielt

von Peter Reinbold

Garmisch-Partenkirchen - Beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) kümmert man sich wieder um den SC Riessersee, der sich vom Sorgen- zum Hätschelkind entwickelt hat. Und das selbst in diesen Tagen, in denen die Erfolge der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei alles überlagern. DEB-Präsident Uwe Harnos fand trotzdem Zeit, SCR-Geschäftsführer Ralph Bader anzurufen und ihn zu bitten, alles zu tun, damit der Aufstieg in die 2. Bundesliga realisiert werden kann. Diesem Wunsch gedenkt Bader zu entsprechen. Man könne doch nicht immer über die Clubs der Deutschen Eishockey-Liga schimpfen und dann ähnlich handeln. „Da würde ich mich doch unglaubwürdig machen.“

Am Geld hängt alles. Gelingt es dem 46-Jährigen den Oberliga-Etat, der sich in der abgelaufenen Saison auf rund 750 000 Euro belaufen haben soll, um 300 000 Euro aufzustocken, will er das Wagnis 2. Liga eingehen. Sollte er es nicht schaffen, „dann spielen wir eben ein weiteres Jahr Oberliga“. Deshalb sieht er sich gezwungen, zweigleisig zu planen - vor allem in Sachen Personal. Die Mannschaft, die den Drittliga-Titel nach Garmisch-Partenkirchen geholt hat, soll auch das Gerüst eines möglichen Zweitliga- oder eines erneuten Oberligateams bilden. Mit zahlreichen Spielern - darunter Florian Vollmer, Tim Regan George Kink, Christian Völk, Josef Staltmayr, Tobias Biersack und Michael Rimbeck -, die meisten sind Klienten des Spieleragenten Stefan Metz, führte Bader Gespräche. Mit einigen erzielte er bereits Einigkeit. Weil schriftlich nichts fixiert ist, weigert er sich allerdings, Namen zu nennen. „Wir warten so lange, bis die Tinte auf dem Vertrag trocken ist.“

Unbedingt halten möchte er Scott Bartlett. Der US-Amerikaner, der sich nach den Meisterschafts-Feierlichkeiten in den Urlaub nach Italien verabschiedete, steht bei Bader hoch im Kurs. „Ich werde alles daran setzen, dass er bei uns bleibt.“ Bartlett, als Nobody nach Garmisch-Partenkirchen gekommen, hat sich als Volltreffer erwiesen, weil bei ihm das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Diese Schiene will Bader auch bei den Verpflichtungen ausländischer Profis fahren, falls bei der 2. Liga aus Wunsch Wirklichkeit wird. Er hält nichts davon, Spieler wie Brad Self, der beim REV Bremerhaven keinen neuen Vertrag erhalten wird, zurückzuholen. „Was wir brauchen, sind junge, hungrige, unverbrauchte Leute, die wenig kosten.“ Aussagen, die darauf schließen lassen, dass die Zeit von Kyle Doyle beim SC Riessersee abgelaufen ist. Abschreiben will Bader den Kanadier, der schon in seine Heimat geflogen ist, indes nicht. „Noch ist alles offen. Wir haben vereinbart zu telefonieren.“

Ebenfalls alles in der Schwebe ist bei Sepp Lehner, Andreas Raubal und Leonhard Wild. Die Routiniers haben sich Bedenkzeit erbeten, da sich genau überlegen möchten, ob es für sie Sinn macht, ihre Karrieren fortzusetzen. Mit Wild hat Bader für nächste Woche einen Gesprächstermin vereinbart, um auszuloten, was der Torhüter zu tun gedenkt. Bereits heute steht ein Treffen mit Trainer Marcus Bleicher an. Viel deutet darauf hin, dass der 43-Jährige auch in der kommenden Saison das sportliche Sagen hat. „Ich möchte seine Meinung hören, denn er soll ja in die Verpflichtungen eingebunden sein“, betont Bader.

Klar ist seit gestern, dass Patrick Zimmermann den SCR verlässt. Der Stürmer, der sein Abitur in der Tasche hat, möchte in Augsburg studieren und hat sich dem Bayernligisten Königsbrunn angeschlossen. Ein Abgang, der Bader schmerzt. „Er hat in den Playoffs gezeigt, was in ihm steckt.“

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