Jetzt zählen nur noch Siege: André Oesterreich (Nummer 32) und Co. dürfen sich in der Landesliga-Abstiegsrunde eigentlich keinen Ausrutscher mehr leisten. Nun geht’s gegen Spitzenreiter EHC Bayreuth.

Eishockey - Abstiegsrunde

Bears-Neu-Coach Tomasik: „Die Spieler haben es selber in der Hand“

Der SE Freising ist Letzter in der Landesliga-Abstiegsrunde. Doch der neue Trainer Gregor Tomasik sieht durchaus noch Chancen, wie er im FT-Interview betont.

Freising – Die Eishackler der Black Bears Freising haben ein spielfreies Wochenende hinter sich und sind doch der große Verlierer in der Landesliga-Abstiegsrunde. Grund dafür sind die Erfolge der direkten Konkurrenten aus Pegnitz, Trostberg und Bayreuth im Kampf um den Klassenerhalt. Der Abstand zum rettenden Ufer ist dadurch mittlerweile auf sechs Punkte angewachsen. Der neue Freisinger Trainer, Gregor Tomasik, ist sich der Schwere seiner Mission bewusst, sieht aber durchaus noch Chancen, wie er im FT-Interview betont.

Herr Tomasik, was haben Sie gedacht, als Sie die Ergebnisse der Konkurrenz vom vergangenen Wochenende gelesen haben?

Ich hab’ gedacht, puh, das wird richtig hart! Aber – es sind immer noch sechs Spiele, und daraus kann man 18 Punkte holen. Ich denke mir sogar, wenn du von den sechs Partien vier gewinnst, könntest du vielleicht auch noch durch sein.

„Alle sechs Matches sind Endspiele – es gibt kein spezielles mehr.“

Was wären denn auf Ihrer Rechnung die vier Pflichtsiege?

Für mich spielen Rechenspiele momentan gar keine Rolle. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. Alle sechs Matches sind Endspiele – es gibt kein spezielles mehr. Wenn du ganz safe sein willst, musst du alle Partien gewinnen oder zumindest fünf davon. In dieser Liga ist alles möglich, wie man an unserem Sieg vor knapp zwei Wochen gegen Vilshofen sehen konnte. Die waren noch ungeschlagen – und dann patsch, 1:7 beim Letzten in Freising. Jetzt ist Bayreuth Tabellenerster, und vielleicht schlagen wir die ja auch. Wir müssen was tun, unsere Spieler haben es jetzt selber in der Hand.

Gregor Tomasik: „Die Mannschaft weiß, dass sie sich voll reinhängen muss.“

Wenn alles optimal läuft, wen könnten die Black Bears in der Tabelle noch hinter sich lassen?

Wenn man sich die Tabelle anschaut, kann das eigentlich nur noch Pegnitz sein. Vielleicht auch noch Waldkirchen, wobei die schon elf Punkte haben, aber dafür ein Spiel mehr als wir. Daher werden die drei Partien in den nächsten zehn Tagen wegweisend sein. Gegen Pegnitz und Waldkirchen am 21. und 22. Februar musst du sowieso gewinnen, außerdem sollten wir an diesem Freitag schon mal den Tabellenführer aus Bayreuth ärgern. Wenn du in diesen drei Spielen sechs oder mehr Punkte machst, bist du im Rennen. Verlierst du alle drei oder holst nur drei Punkte, dann wird es sehr, sehr schwierig.

„Ich habe versucht, ein einfaches Spielsystem mit meinem Team durchzuziehen.“

Ihr Team hatte eine Woche spielfrei und war nur im Training. Nach dem ersten Kennenlernen, was macht Ihnen Mut, dass das Team es packen könnte?

Ein neuer Trainer bringt immer frischen Wind rein. Das ist im Eishockey wie in jeder anderen Sportart. Da spielt so eine Mannschaft wieder ganz anders, denn jeder Spieler muss sich neu beweisen und Gas geben. Beim Sieg in der ersten Partie gegen Vilshofen hatte ich ja die Reihen etwas umgestellt und versucht, ein ganz einfaches Spielsystem mit meinem Team durchzuziehen. Das hat gut geklappt. Wie es weitergeht, mit welcher Taktik wir spielen werden, entscheide ich Woche für Woche auf Basis der Trainingseindrücke. Wenn du als neuer Trainer kurz vor Saisonende kommst und Feuerwehrmann spielen musst – dann kannst du keine riesigen taktischen Änderungen mehr verlangen, sonst kommt die Mannschaft total aus dem Konzept. Du musst es den Spielern so einfach wie möglich machen, damit sie wieder in ihren Spielfluss kommen. Die wissen selber, wie und um was es geht. Und ich habe das Gefühl, die Mannschaft weiß auch um die brisante Lage, und dass sie sich voll reinhängen muss.

„Was nächste Saison ist, darüber mache ich mir erstmal keine Gedanken.“

Mussten Sie zum Job als Feuerwehrmann an der Bande bei den Black Bears erst überredet werden? Und könnte es – egal, wie es ausgeht – eine Fortsetzung mit dem Trainer
Tomasik in der nächsten Saison geben?

Überreden nicht direkt, aber ich musste schon erst einige Details zum Beispiel mit meinem Arbeitgeber abklären, bevor ich die Zusage bis Saisonende gegeben habe. Die Mannschaft selbst kannte ich ja in großen Teilen schon. Etwa aus meiner Zeit in Pfaffenhofen oder privat, weil einige Spieler aus Ingolstadt und Umgebung kommen. Was nächste Saison ist, darüber mache ich mir erstmal keine Gedanken. Jetzt zählen nur die nächsten Wochen, diese sechs Spiele. Was danach passiert, und was ich zukünftig im Verein machen werde, das weiß ich noch nicht.

Interview: Josef Fuchs


Nächster schwerer Brocken für die Freisinger Puckjäger

Der Freisinger Eishockey-Landesligist steht nach seinem spielfreien Wochenende noch mehr mit dem Rücken zur Wand als davor: Die direkten Konkurrenten Pegnitz und Bayreuth holten je zweimal Zählbares, der Abstand auf den rettenden sechsten Platz in der Abstiegsrunden-Tabelle beträgt nun schon sechs Punkte. 

Aber noch können die Black Bears 18 Zähler aus den verbleibenden sechs Partien holen – und immerhin wurde vor zwei Wochen an der Isar der Tabellenführer aus Vilshofen gestürzt. „Warum sollte das gegen Bayreuth nicht wieder klappen?“, fragt sich der neue Trainer Gregor Tomasik vor seinem zweiten Auftritt an der Bande der Black Bears. Der Gegner, die Tigers aus Bayreuth, sei zwar momentan gut drauf und hat zwei Siege in Serie gefeiert, aber zumindest etwas ärgern möchte Tomasik die Gäste aus Oberfranken schon. 

So wie beispielsweise im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Abstiegsrunde Ende Januar: Da unterlagen die Bären in Bayreuth nur knapp mit 3:4 und waren zumindest in der Nähe eines Punktgewinns. Bei den ersten beiden Partien in der Hauptrunde sah das noch anders aus: Vor heimischer Kulisse konnten die Freisinger gegen die verdiente, aber erträgliche 1:3-Niederlage nichts machen. Im Auswärtsspiel bei den Oberfranken setzte es dann allerdings eine satte 1:8-Klatsche für die Oberbayern. 

Die Aufgabe für die Black Bears könnte am Freitagabend also kaum schwieriger sein. Aber wenn es mit dem Klassenerhalt klappen soll, muss auch aus solchen Spielen Zählbares her. Spielbeginn ist um 20.15 Uhr in der Weihenstephan Arena.

jfu


Die Tabelle:

Landesliga-Abstiegsrunde 1

Vilshofen - Trostberg:  Fr., 19.30 Uhr

Pegnitz - Waldkirchen:  Fr., 20.00 Uhr

Freising - Bayreuth:  Fr., 20.15 Uhr

Waldkirchen - Pegnitz:  So., 17.30 Uhr

Selb - Vilshofen:  So., 18.00 Uhr

1. EHC Bayreuth        7   20:20   15

2. ESC Vilshofen        7   27:26   13

3. TSV Trostberg        9   32:32   12

4. VER Selb               8   27:31   12

5. ESV Waldkirchen    7   41:31   11

6. EV Pegnitz             6   24:25    9

7. SE Freising            6   18:24    3

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