Starbulls: Thomas Schenkel traf dreimal

Rosenheim - Wenn ein Eishockey-Zweitligist gegen einen Fünftligisten antritt, glauben wohl nur die hoffnungslosesten Optimisten an einen Sieg für den glasklaren Außenseiter.

Die Rosenheimer Mannschaft, obwohl ersatzgeschwächt, siegte vor 601 Zuschauern erwartungsgemäß mit 9:3 (4:0/2:3/3:0). Die Starbulls sind beim Spieltag am Donnerstag, spielfrei und greifen in der 2. Liga erst wieder am zweiten Weihnachtsfeiertag in Bietigheim ein.

Benefizspiel Starbulls gegen EHC Waldkraiburg

Die drei Tore für die „Löwen“ erzielten Mario Sorsak, Daniel Hämmerle und Daniel Höfner. Rosenheim erfolgreichster Schütze war Thomas Schenkel mit drei Toren. Alle Einnahmen der Partie gingen an den schwer erkrankten Andreas Bentenrieder, einen früheren Trainer der Waldkraiburger. Am Ende wurde ein Scheck über 3188 Euro überreicht, wobei der Betrag aufgrund weiterer Spenden noch weit höher ausfallen wird.

"Classic-Hockey" war die Ansage vor dem Spiel an beide Teams, es sollten also keine harten Checks gefahren werden, um Verletzungen zu vermeiden, schließlich stecken beide Mannschaften mitten in der Saison. Extremen Körperkontakt hatten die "Starbulls" aber gar nicht nötig, die Rosenheimer beherrschten die Partie von Beginn an und mit Ausnahme des zweiten Drittels, als man auch die "Löwen" vor heimischem Publikum ungestörter agieren ließ, kam die Mannschaft von Kapitän Michael Rohner nicht in Bedrängnis. Im ersten Drittel drehte Rosenheim gleich einmal auf und zeigte, warum sie als Aufsteiger in die zweite Bundesliga dennoch zu den Play-off-Anwärtern gezählt werden können: Dominic Auger (4:39 Minuten), Marcus Marsall (7:34), Florian Zeller und Thomas Schenkel (15:42) brachten die Gäste schnell in Führung.

Im zweiten Durchgang schaltete Rosenheim wohl einen Gang zurück, außerdem legten die Waldkraiburger ihren Respekt des ersten Drittels ab und fanden besser hinein ins Spiel. Zuerst erhöhte Schenkel aber noch auf 5:0 für die "Starbulls" (21:40). Dann setzte sich aber auch EHC-Stürmer Mario Sorsak durch und traf zum vielumjubelten 1:5-Anschluss (28:21). Die Starbulls aber schlugen zurück und Mitch Stephens erhöhte auf 6:1 (29:10). Dann sollte für die Industriestädter aber doch mehr, als viele vielleicht erwartet hatten, herausspringen: Zunächst traf Daniel Hämmerle nach einem tollen Spielzug zum 6:2 (30:42), wenige Minuten später beging SBR-Keeper Timon Ewert einen folgenschweren Fehler: Er eilte aus seinem Tor dem Puck an der blauen Linie entgegen, "Löwen"-Stürmer Daniel Höfner, der sonst nur bei den Junioren zum Einsatz kommt, war aber schneller. Er stahl ihm die Scheibe und traf aus spitzestem Winkel ins leere Tor (36:18). Mit 6:3 ging es also in die zweite Pause.

Die Schlussphase gehörte jedoch wieder klar den "Starbulls": Thomas Schenkel traf zum dritten Mal an diesem Abend zum 7:3 (45:55), Dominik Daxlberger und Andi Paderhuber sorgten für den 9:3-Endstand (49:51 / 59:44).

Nach langer Zeit musste der EHC Waldkraiburg damit wieder einmal eine Niederlage einstecken - gegen einen starken Zweitligisten "Starbulls" Rosenheim war das aber keine wirkliche Überraschung.

Löwen und Starbulls zeigen Solidarität

Im Sport geht es wirklich um weit mehr, als nur um das Gewinnen oder Verlieren. Der Sport kann wirklich etwas bewegen.

Diese besondere Wirkung des Sports wurde am Dienstagabend im Waldkraiburger Eisstadion wieder einmal bewiesen: Zum Benefizspiel für Andi Bentenrieder traten dort nämlich die örtlichen "Löwen" gegen den Zweitligisten "Starbulls" Rosenheim an. 601 Zuschauer waren gekommen, um diesem "Eishockeyklassiker", den es zuletzt in der Bayernliga-Saison 2003/2004 gegeben hatte, beizuwohnen. 601 Zuschauer also, die großzügig waren und helfen wollten: Denn die "Löwen" und die "Starbulls" spielten in diesem, von EHC-Sponsor ESD Dienstleistungen veranstalteten Spiel für einen guten Zweck.

Alle Einnahmen der Partie, die am Ende mit 9:3 für den Zweitligisten Rosenheim endete (siehe Spielbericht im Sportteil), gingen an Andreas Bentenrieder, einen früheren Trainer der Waldkraiburger. Bentenrieder erlitt Anfang September 2010 eine Gehirnblutung und lag darauf drei Wochen im künstlichen Koma. Wegen bürokratischer Probleme bekommt er jetzt allerdings keine staatliche Hilfe und muss seine gesamte Genesung selber finanzieren.

Das Benefizspiel zwischen dem EHC Waldkraiburg und den "Starbulls" mit Trainer Franz Steer sollte ein Beitrag zur Hilfe sein. In der zweiten Drittelpause konnte Uschi Holly, Stiefmutter von Bentenrieder, dann auch einen repräsentativen Scheck in Empfang nehmen. 3188 Euro waren zu diesem Zeitpunkt zusammengekommen. Diese Summe wird aber deutlich übertroffen. Denn auch Bürgermeister Siegfried Klika und EHC-Sponsor Adria Grill legten bei der Bekanntgabe der Summe noch etwas drauf. Und sowohl im letzten Drittel, als auch nach dem Spiel wurde noch weiter für Andreas Bentenrieder und seine Familie gesammelt.

Spenden für Andi Bentenrieder können auf folgendes Konto eingezahlt werden: Empfänger: Markt Peiting, Kennwort: Spende Sozialfonds Bentenrieder, Konto 100370, BLZ 73451450 bei der Sparkasse Peiting.

Oberbayerisches Volksblatt/Mühldorfer-Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © aj

Auch interessant

Kommentare