Bittere Niederlage für wackere Starbulls

Rosenheim - Die Starbulls haben Schwenningen hervorragend Paroli geboten. Die gute Leistung wurde auch nicht durch die Niederlage getrübt, sondern durch den Ausfall zweier Leistungsträger.**Jetzt mit neuem PK-Video**

Es war ein Spiel, an das man sich eigentlich gerne erinnert: Die Starbulls Rosenheim als Aufsteiger haben dem Zweitliga-Spitzenreiter Schwenninger Wild Wings hervorragend Paroli geboten und über 60 Minuten ein intensives und temporeiches Spiel abgeliefert. Die gute Leistung wurde auch nicht durch die 2:4-Niederlage gegen den einen, entscheidenden Tick besseren Tabellenführer getrübt, sondern durch den Ausfall zweier Leistungsträger: Tim Kunes und Stephan Gottwald verletzten sich im Spielverlauf und drohen nun länger zu fehlen.

Kunes wurde gegen Ende des ersten Drittels ungestraft gefoult (Rosenheims Trainer Franz Steer: „Ein klarer Stockschlag“), ging im zweiten Drittel noch einige Wechsel aufs Eis, musste dann aber abbrechen. Noch während des Spiels ging es für den Verteidiger ins Rosenheimer Klinikum, um die Handverletzung zu untersuchen. „Wir wissen noch nicht, ob etwas gebrochen ist“, so Steer nach dem Spiel.

Starbulls gegen Wild Wings

Bei Gottwald, bislang bester Torschütze der Starbulls, wird heute die Schulter untersucht. Nach einem Zusammenstoß im zweiten Drittel war diese dem Kapitän herausgesprungen. Die Bänder dürften in jedem Fall angegriffen sein. „Das waren natürlich zwei bittere Ausfälle“, meinte Steer. Weil Kontingentspieler Kunes wohl mehrere Wochen ausfällt bleibt Tommi Hannus auf alle Fälle in Rosenheim. Jetzt suchen die Starbulls schnellstmöglich eine Ferienwohnung für ihn.

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Diese beiden Akteure hätten den Starbulls in der Schlussphase, als es an die Substanz ging, gut getan. Nach einem ersten Drittel, in dem klar ersichtlich war, wer Tabellenführer und wer Aufsteiger war, und in dem Schwenningen mit 2:0 in Führung ging, hatten sich die Rosenheimer gefangen. Zuvor bewiesen die von über 500 Fans angefeuerten Gäste ihre Dominanz und nutzten Rosenheimer Fehler wie die von Stephen Werner (Scheibenverlust gegen Brock Hooton vor dem 0:1) eiskalt aus. „Wir haben die Fehler gemacht, die wir vermeiden wollten“, haderte Steer, während Gäste-Trainer Axel Kammerer mit dem ersten Durchgang nach dem 2:0 von Dan Hacker hochzufrieden war. „Wir haben ganz stark begonnen.“ Dann aber erwachte der Kampfgeist in den Starbulls - oder wie es Kammerer ausdrückte: „Rosenheim hatte seine Tugenden wieder entdeckt, enorm gekämpft und uns das Leben schwer gemacht.“

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Nachdem man nun vermehrt Chancen hatte, gelang Dominic Auger aus dem Hinterhalt der Anschlusstreffer. Plötzlich war man wieder dran und stürmte auf den Ausgleich an - unter anderem mit Neuzugang Tommi Hannus, der Finne war nach einer Eingewöhnungsphase an immer mehr Situationen beteiligt und zeigte, dass er eine Verstärkung werden könnte. „Ich glaube, dass er uns weiterhilft. Er hat sehr gute Ansätze gezeigt, ist zudem ein guter, aufgeschlossener Typ“, charakterisierte Steer. Und Hannus durfte sich gleich in die Skorerliste eintragen, auch wenn er nur unwesentlich am Ausgleich beteiligt war. Allerdings war er als letzter Rosenheimer an der Scheibe, bevor Schwenningens Ryan Gaucher die Scheibe in bester Stürmermanier ins eigene Tor drosch. „So ein Tor sieht man auch selten“, stellte Kammerer später fest.

Doch es blieb nicht beim 2:2 und bei dem einen Punkt, den sich die Rosenheimer aufgrund ihres großen Einsatzes wohl verdient gehabt hätten. Viereinhalb Minuten vor Schluss zog Andreas Gawlik ab, Norm Maracle ließ die Scheibe nach vorne prallen und Radek Krestan staubte zur neuerlichen Führung ab. „Wir haben wieder zurück gebissen“, freute sich Kammerer, dessen Spieler Gaucher dann auch noch ins aus Schwenninger Sicht richtige Tor traf, als er die Scheibe fünf Sekunden vor dem Ende ins verwaiste Rosenheimer Gehäuse schoss. „Ich bin dennoch stolz auf die Jungs. Wir haben alle unsere Möglichkeiten ausgeschöpft und können erhobenen Hauptes das Stadion verlassen“, so Starbulls-Trainer Franz Steer. Statistik: Starbulls Rosenheim - Schwenninger Wild Wings 2:4 (0:2, 1:0, 1:2). Tore: 0:1 (8.) Hooton, 0:2 (18.) Hacker/Pinizzotto, Hooton, 1:2 (32.) Auger, 2:2 (44.) Hannus/Reader, Werner, 2:3 (56.) Krestan/Gawlik, Forster, 2:4 (60.) Gaucher/Hacker, Borzecki; Strafminuten: Rosenheim 0, Schwenningen 4; Zuschauer 3364.

tn/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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