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Wieder eine 2:0-Führung vergeigt

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Sein Führungstreffer reichte für die Starbulls nicht zu einem Punktgewinn in Oberschwaben: Greg Squires. © Ziegler

Ravensburg - Eine 2:0-Führung tut den Starbulls in dieser Saison offenbar nicht gut: Sie mussten sich trotz dieses Vorsprungs am Abend in Ravensburg geschlagen geben.

Die Rosenheimer Eishockeyspieler verloren vor 2.700 Zuschauern in der Ravensburger Eissporthalle gegen die heimischen Towerstars letztlich mit 2:5 (1:0, 1:3, 0:2). Damit haben die Grün-Weißen zum bereits vierten Mal in dieser Saison (beim 3:2 nach Penalty in Landshut, beim 2:5 gegen Schwenningen und beim 3:4 letzte Woche beim "Skandalspiel" in Heilbronn) einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben. Das hätte nicht sein müssen, was auch Starbulls-Coach Franz Steer so sah: "Wir haben defensiv richtig gut angefangen, aber leider im zweiten Drittel dann bei den Gegentoren viele individuelle Fehler gemacht."

Ravensburg begann zunächst allerdings sehr druckvoll und hatte durch den Ex-Schwenninger Radek Krestan auch gleich eine gute Möglichkeit. Doch nach rund fünf Minuten fingen sich die Starbulls und schafften es fortan gut, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Und als die Oberbayern nach den Strafen von Alex Katjuschenko und Krestan, ausgesprochen vom sehr guten Schweizer Schiedsrichter Tobias Wehrli, plötzlich zwei Mann mehr auf dem Eis hatten, schlugen sie eiskalt zu. Über Dominic Auger und Beppo Frank kam die Scheibe zu Greg Squires, der neben der "Kiste" von Christian Rohde lauerte und die Scheibe unhaltbar unter die Latte abfälschte - 0:1 (10.). Ravensburg wusste daraufhin zunächst keine wirkliche Antwort, auch wenn NHL-Star Adam Hall, der in einer Reihe mit Brian Maloney und Alex Thiel auflief, im Powerplay zwei ganz ansehnliche Möglichkeiten hatte.

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Die weiteren Freitagsspiele in der Statistik

Bericht auf der Towerstars-Homepage

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Im Mitteldrittel hatten noch gar nicht alle Fans wieder ihre Plätze eingenommen, als es zum zweiten Mal im Towerstars-Kasten rappelte: Erst vergab Stephan Gottwald eine Großchance, dann erkämpfte sich Michi Fröhlich hinter dem Tor die Scheibe und scheiterte am Schoner von Rohde, doch Andrej Strahkov war zur Stelle und verwertete den Abpraller zum 0:2 (22.). Doch nach diesem "Schockmoment" gaben die Oberschwaben richtig Gas. Phasenweise herrschte nun regelrechter Belagerungszustand im Rosenheimer Drittel. In der 26. Minute war es dann soweit, als Tobias Bräuner knallhart abzog und Starbulls-Goalie Pasi Häkkinen mit einem Schuss unter den Querbalken keine Abwehrchance ließ - 1:2. Und im selben Muster ging es bis zur zweiten Pause weiter, auch wenn die beiden anderen Gegentore aus Gästesicht vermeidbar gewesen wären. Vor dem Ausgleich von Andreas Gawlik, der einen Abpraller ins leere Tor schob (36.), hätten die Starbulls zunächst zweimal die Scheibe wegspielen können. Steer: "Da hätte man das Ding einfach mal weghauen müssen. Das 3:2 war dann ein halbes Eigentor." Das war es in der Tat, denn als der Kanadier Frederik Cabana die Scheibe aus unmöglichem Winkel Richtung Tor schlenzte, war es wohl das Knie von Auger, das dem Puck die entscheidende Richtungsänderung gab - Häkkinen konnte nicht mehr reagieren, 3:2 (38.).

In den letzten 20 Minuten hätten die Starbulls das Ruder aber noch einmal herumreißen können. Zunächst hätte es Fabian Zick richten können, als er von Matt Kelly penalty-reif gefoult wurde. Doch Rohde entschärfte den nicht sonderlich gut geschossenen Penalty des jungen Starbulls-Angreifers (43.). Die Steer-Truppe nahm nun noch einmal Fahrt auf und hatte vor allem in einer Überzahlsituation noch zwei, drei dicke Gelegenheiten zum 3:3, ehe knapp drei Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung fiel. Und diese war passenderweise dem Superstar aus der NHL, Adam Hall, vorbehalten: Auf der linken Seite schnappte er sich die Scheibe und scheiterte zunächst an Häkkinen. Doch im Fallen bewies er seine ganze Klasse und brachte den Puck im Nachsetzen zum 4:2 im Kasten unter (58.). Ehrlicherweise muss man allerdings sagen, dass von Hall, der über 500 Spiele in der besten Eishockey-Liga der Welt auf dem Buckel hat, ansonsten aber (noch) nicht viel zu sehen war. Dass Krestan 20 Sekunden vor Schluss die Scheibe dann noch zum 5:2 im leeren Rosenheimer Kasten unterbrachte (Häkkinen war knapp zwei Minuten vor Schluss vom Eis gegangen), war letztlich nur noch für die Anzeigetafel wichtig.

"Durch eigene Fehler sind wir heute leider auf die schiefe Bahn geraten. Deswegen haben wir auch hier keinen Punkt mitnehmen können. In Ravensburg kann man sicherlich mal verlieren, aber aus meiner Sicht war heute mehr für uns drin", analysierte Steer nach dem Spiel, der im letzten Drittel Niko Senger mit einer Leistenverletzung ersetzen musste. Ab diesem Zeitpunkt spielte Max Renner, der zunächst in der vierten Sturmreihe begonnen hatte, an der Seite von Micky Rohner. Sein Kollege Petri Kujala freute sich über die Moral seiner Mannschaft: "Wir wussten, dass Rosenheim sehr kompakt steht und wollten deswegen eigentlich geduldiger spielen. Es war aber stark, wie wir nach dem 0:2-Rückstand zurückgekommen sind, auch wenn Rosenheim im letzten Drittel noch einmal die eine oder andere Chance hatte."

Das Spiel in der Statistik:

Ravensburg Towerstars - Starbulls Rosenheim 5:2 (0:1, 3:1, 2:0)

Tore: 0:1 (10.) Gregory Squires (Dominic Auger, Beppo Frank - Überzahl-Tor 2), 0:2 (22.) Andrej Strahkov (Michael Fröhlich), 1:2 (26.) Tobias Bräuner (Stephan Vogt, Raphael Kapzan), 2:2 (36.) Andreas Gawlik (Tobias Bräuner, Radek Krestan), 3:2 (38.) Frederik Cabana (Radek Krestan, Andreas Gawlik), 4:2 (58.) Adam Hall (Brian Maloney, Alexander Thiel), 5:2 (60.) Radek Krestan (Sebastian Schwarz - ENG).

Schiedsrichter: Tobias Wehrli (Schweiz).

Strafen: Ravensburg 10 - Rosenheim 6.

Zuschauer: 2.700.

mw

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