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Ein Squires-Tor für die Ewigkeit

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Von: Martin Weidner

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Rosenheim - Erst gejubelt, dann gebibbert und am Ende groß gefeiert! So erging es den Starbulls und ihren Fans in Spiel sechs gegen die Cannibals.

Über dieses Match wird man in Eishockey-Rosenheim noch lange reden: In einem denkwürdigen und an Spannung und Dramatik kaum noch zu überbietenden Spiel setzten sich die Grün-Weißen am Abend in einem proppenvollen Kathrein-Stadion vor 4.415 Zuschauern mit 3:2 (1:0, 0:2, 1:0, 1:0) nach Verlängerung gegen Landshut durch und haben damit den "Viertelfinal-Sack" zugemacht: Die Innstädter haben ihren Erzrivalen endgültig ausgeschaltet und stehen nach dem vierten Sieg in der Serie im Halbfinale!

Obwohl sich die gesamte Mannschaft für ihren unglaublichen Kampfgeist und Einsatzwillen ein Sonderlob mehr als verdient hat, war es einmal mehr Greg Squires, der den Unterschied ausmachte. Nach seinem frühen Führungstreffer war es über 66 Minuten ein Match auf des Messers Schneide, bis der kleine Amerikaner sich in der Overtime in die Annalen des Rosenheimer Eishockeys eintrug und dem Gegner mit seinem "Game Winning Goal" den "Todesstoß" versetzte.

Die Serie gegen Landshut:

Spiel 1: Genialer Auftakt in die Play Offs

Spiel 2: Jetzt ist Zündstoff in der Serie

Spiel 3: Landshut schlägt zurück

Spiel 4: Drei Matchbälle für die Starbulls

Spiel 5: Große Moral bleibt unbelohnt

Doch der Reihe nach: Die Starbulls, bei denen Andrej Strahkov nach kurzer Zeit wegen zu starker Rückenschmerzen ausfiel, begannen in einer intensiven Partie sehr ordentlich und versuchten gleich, den Gegner unter Druck zu setzen. Im Verlauf des ersten Drittels musste man den Rosenheimern ein Chancenplus zusprechen. Die besten Gelegenheiten hatten Ryan del Monte und Michi Fröhlich, der nach seiner Rückkehr zusammen mit Robert Schopf und Stephan Gottwald die dritte Reihe bildete. Mit der Rosenheimer Führung klappte es aber erst in der 15. Minute, als nach Klassevorarbeit von Matt Caruana und Max Renner Greg Squires frei vor Goalie Timo Pielmeier auftauchte und eiskalt verwandelte.

Apropos Robert Schopf: Hinterher widmete die Mannschaft ihm den Sieg, denn trotz der Tatsache, dass in der vergangenen Woche sein Vater verstorben war, stellte sich der junge Stürmer schon am Karsamstag wieder in den Dienst der Mannschaft!

Landshut im zweiten Drittel stark

Im Mittelabschnitt kam Landshut zunächst groß auf. Ausgangspunkt war der Ausgleichstreffer für die Gäste im Powerplay in der 22. Minute, als Jaroslav Kracik einen Schuss von Martin Davidek unhaltbar für Pasi Häkkinen abfälschte. Zwei Sekunden später hätten die Starbulls übrigens wieder vollzählig gespielt. Nun erhöhten die Niederbayern den Druck sukzessive und brachten die Gastgeber dadurch teilweise stark in Bedrängnis. Deswegen war die EVL-Führung in der 30. Minute keineswegs unverdient, als Davidek nach Vorarbeit von Kracik und Frantisek Mrazek zum 1:2 einnetzte.

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Die weiteren Samstagsspiele in der Statistik

Weil die Kannibals gut spielten und den Starbulls irgendwie die Ideen zu fehlen schienen, herrschte vor dem letzten Drittel in der grün-weißen Fankurve nicht gerade viel Optimismus. Doch Coach Franz Steer fand in der Kabine einmal mehr die richtigen Worte, denn die Starbulls kamen mit großer Leidenschaft und unbändigem Willen zurück auf das Spielfeld. Der Ausgleich durch Norman Hauner in der 48. Minute war zwar in der Entstehung vielleicht etwas glücklich, unverdient war er aber sicher nicht. Davor und danach hatten die Hausherren nämlich noch gute Gelegenheiten, das Spiel bereits in der regulären Spielzeit zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Doch die "Eishockey-Götter" hatten etwas spannenderes vor: Sie schickten beide Teams wie schon am Donnerstag in die Verlängerung - diesmal mit dem besseren Ende für die Starbulls. Es lief die 66. Minute, als Squires nach einer etwas undurchsichtigen Situation im Slot an den Puck kam und diesen unter die Latte des Landshuter Tores schaufelte. Der Rest war grenzenloser Jubel auf den Rängen in Grün und Weiß.

Video: Die Trainer bei der PK

"Haben Eishockey mit Herz gezeigt!"

Trotz aller Brisanz in der Serie fanden hinterher beide Trainer lobende Worte füreinander. "Ich gratuliere Rosenheim zum Weiterkommen. Wir wollten die Serie unbedingt nochmal nach Landshut bringen. Leider hat das nicht geklappt. Im zweiten Drittel haben wir richtig zugelegt, leider ist es uns nicht gelungen, höher in Führung zu gehen. In der Verlängerung hatte dann diesmal Rosenheim das glücklichere Ende für sich", sagte Landshuts Jiri Ehrenberger. Franz Steer war einmal mehr stolz auf seine Mannschaft: "Meine Mannschaft hat Eishockey mit Herz gezeigt. Im letzten Drittel sind dann richtig „geil“ gewesen, das Spiel zu ziehen. Das war pure Leidenschaft. Wir konnten da nochmal zusetzen und hatten da dann auch das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite!"

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Landshut Cannibals 3:2 n.V. (1:0, 0:2, 1:0, 1:0)

Tore: 1:0 (16.) Gregory Squires (Max Renner, Matthew Caruana), 1:1 (22.) Jaroslav Kracik (Martin Davidek, Kamil Toupal - Überzahl-Tor), 1:2 (30.) Martin Davidek (Jaroslav Kracik, Frantisek Mrazek), 2:2 (48.) Norman Hauner (Ryan del Monte, Michael Baindl), 3:2 (66.) Gregory Squires (Beppo Frank - GWG).

Schiedsrichter: Christian Oswald (Kaufbeuren).

Strafen: Rosenheim 10 - Landshut 14.

Zuschauer: 4.415.

redro24/mw

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