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Zick-Siegtreffer in Verlängerung

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Fabian Zick gelang in der dritten Minute der Overtime der Siegtreffer für die Starbulls in Schwenningen. © OVB

Schwenningen - Wie der Sieg zustande kam, danach fragt morgen schon niemand mehr. Festzuhalten aber bleibt, dass sich die Starbulls am Abend beim Spitzenreiter durchsetzen konnten.

Vor 3.046 Zuschauern gewannen die Rosenheimer Eishockeyspieler in einer keineswegs guten Partie mit 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung mit viel Dusel bei den Schwenninger Wild Wings und sind dadurch in der Tabelle auf den sechsten Platz gerückt. "Keine Frage, der Sieg war sehr glücklich. Aber meine Mannschaft hat überragend gekämpft", sagte Starbulls-Trainer Franz Steer nach der Schlusssirene, der froh war, dass seine Mannschaft mit fünf Punkten an diesem Wochenende die verkorkste Vorwoche mit null Zählern, zwei herben Pleiten und 13 Gegentoren vergessen gemacht hat: "Es scheint so, als hätten wir das gut verkraftet!"

Fazit von Charivari-Reporter Christian Baab:

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Das Spiel hatte vorher aus Sicht der Gäste im eisigen und tief verschneiten Schwarzwald ideal begonnen: Rund zweieinhalb Minuten waren gespielt, als Dominic Auger die Scheibe vom rechten Bullykreis eigentlich harmlos auf den Kasten des teils unsicheren SERC-Goalie Sinisa Martinovic schlenzte. Der ließ nach vorne abprallen, wo Matt Caruana blitzschnell reagierte und den Puck unhaltbar unter die Latte schaufelte - 0:1 (3.). Die Antwort der Hausherren folgte aber prompt. Es lief das einzige Überzahl-Spiel des ersten Drittels - in dieser Phase war die Partie auch noch sehr fair - als Dan Hacker aus zentraler Position zu einem verdeckten Schuss unter die Latte ansetzte - keine Chance für Pasi Häkkkinen, 1:1 (5.). Zuvor hatten die Rosenheimer die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone bringen können. Anschließend verflachte die Begegnung bis zum ersten Wechsel deutlich, wobei die "Wildschwäne" allerdings ein Chancenplus zu verzeichnen hatten.

Im Mittelabschnitt wurde es spielerisch "unschön" - und auch deutlich ruppiger. In einer zerfahrenen Partie nahmen jetzt vor allem die Rosenheimer unnötige und teils richtig dumme Strafen wie zum Beispiel Greg Squires, der 10 Minuten aufgebrummt bekam, weil er dem Referee seine Meinung geigte. Auch Verteidiger Bryan Schmidt bekam eine "Diszi", weil er Gegenspieler Stefan Meyer unschön mit dem Stock voraus von hinten gegen das Torgestänge rammte. Riesenglück hatte dagegen Torschütze Caruana, der nach einem fiesen Check gegen Marc Wittfoth, der daraufhin benommen vom Eis geführt werden musste, ungeschoren davon kam. Eigentlich hätte das Match für den Kanadier in dieser Szene beendet sein müssen. Caruana war es auch, der die beste Starbulls-Chance im zweiten Drittel bezeichnenderweise in Unterzahl hatte, als er mit einem Break an Martinovic scheiterte. Ein Abspiel zu Squires wäre wohl besser gewesen. Die Gastgeber waren nun spielbestimmend, konnten ihr vielen Powerplay-Minuten aber nicht in viele Großchancen, geschweige denn in Tore umlegen. Für SERC-Trainer Stefan Mair ein Hauptgrund für die Niederlage: "Das erste Überzahlspiel war noch gut, danach haben wir das nicht gut gespielt, vor allem mit zwei Mann mehr auf dem Eis!"

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Auch in den letzten 20 Minuten blieben auf beiden Seiten viele Aktionen Stückwerk. Vor allem bei den Starbulls, die defensiv allerdings solide standen, fehlte im Aufbauspiel die Passgenauigkeit. Richtig interessant wurde es erst noch einmal in den letzten 60 Sekunden der regulären Spielzeit. Erst eine Riesenchance für den aufgerückten Verteidiger Beppo Frank, der Martinovic aus spitzem Winkel allerdings nicht überwinden konnte, ehe im direkten Gegenzug SERC-Verteidiger Marcus Götz die Scheibe ans Lattenkreuz hämmerte - 30 Sekunden wären da noch zu spielen gewesen. Das war aber immer noch nicht alles, denn Sekunden später hatte auch noch Robert Schopf nochmals den Siegtreffer für Rosenheim auf dem Schläger. Er zielte aber ein wenig zu hoch. So fiel die Entscheidung erst in der dritten Minute der Verlängerung, als Fabian Zick das Spielgerät nach Vorlage von Michi Baindl im Fallen via Innenpfosten zum Siegtreffer über die Linie beförderte.

Damit hatten sich die Starbulls mit viel Glück den Zusatzpunkt gesichert, den Steer aber einzuordnen wusste: "Ein Zähler war auf jeden Fall verdient, weil meine Mannschaft alles gegeben und auch Ausfälle weggesteckt hat. Allerdings haben wir vor allem im zweiten Drittel viel zu viele Strafen gezogen." Ein Lob muss man neben Häkkinen im Kasten diesmal vor allem noch Michi Baindl zollen, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Micky Rohner als gelernter Stürmer kurzerhand zum Defender umfunktioniert wurde. Steers Kollege Mair war dagegen enttäuscht: "Wir waren vor dem Tor nicht gut genug. Wenn man nur einen Treffer erzielt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man am Ende mit leeren Händen da steht!"

Das Spiel in der Statistik:

SERC Wild Wings - Starbulls Rosenheim 1:2 (1:1, 0:0, 0:0, 0:1) n.V.

Tore: 0:1 (3.) Matt Caruana (Dominic Auger, Beppo Frank), 1:1 (5.) Dan Hacker (Chris Schmidt, Bob Hennigar - Überzahl-Tor), 1:2 (63.) Fabian Zick (Michael Baindl, Andrej Strahkov - GWG).

Schiedsrichter: Sascha Westrich (Zweibrücken).

Strafen: Schwenningen 6 plus 10 für Adam Borzecki - Rosenheim 18 plus jeweils 10 für Greg Squires und Bryan Schmidt.

Zuschauer: 3.046.

mw

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