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Neuzugang Tommi Hannus (Mitte) beim ersten Training mit seinen neuen Sturmpartnern Mitch Stephens (links) und Florian "Floppo" Zeller.

"Volle Hütte" schon heute?

Rosenheim - Wenn der Tabellenführer bei einem seiner schärfsten Verfolger gastiert, dann kann man dieses Spiel getrost als absolutes Spitzenspiel des aktuellen Spieltages bezeichnen. *Heute Abend mit Liveticker*

Und genau diese Partie findet am Freitag um 19.30 Uhr im Rosenheimer Kathrein-Stadion statt, wenn die Starbulls die Wild Wings aus Schwenningen empfangen.

Live-Ticker am Freitag ab 19.30 Uhr

Ist es jetzt der Vergleich der beiden besten Torhüter der Liga oder das Aufeinandertreffen zwei der besten Unterzahlteams, oder das Duell der beiden Brüder Philipp und Dominik Quinlan oder spielen heute Abend die beiden Teams gegeneinander, die viele ihrer Erfolge durch die mannschaftliche Geschlossenheit erzielen? Egal, es wird auch alle Fälle ein Spiel, das die Fans beider Lager elektrisiert.

Es scheint fast so, als würden die Anhänger der Schwenninger Wild Wings mehr auf das Wiedersehen mit dem Traditionsverein aus Rosenheim entgegenfiebern, als die einheimischen Anhänger der Partie gegen den Spitzeneiter. Trotz des erneuten Wintereinbruchs werden sich laut Meldungen aus Schwenningen über 500 Fans aus dem Schwarzwald auf den Weg nach Oberbayern begeben, im Stadion mächtig Alarm machen und für die nötige Lautstärke sorgen. Genauso wie die Rosenheimer Mannschaft auf dem Eis gegen das Topteam aus Schwenningen sind hier auch die Fans auf den Rängen gefordert, um dem Gegner anfeuerungstechnisch Paroli zu bieten. "Da mache ich mir bei unseren Fans keine Sorgen. Sie werden stimmlich im Vorteil sind. Gerade in solchen Spielen war auf unsere Fans immer Verlass", glaubt Starbulls-Trainer Franz Steer fest an die Unterstützung der Zuschauer. Ihm und der Mannschaft ist klar, dass immer die eigene Leistung ausschlaggebend für die Stimmung im Stadion ist und in diesem Punkt kann man dem Rosenheimer Team nicht den geringsten Vorwurf machen.

Zur Zeit überragend: Stephen Werner, der in Ravensburg drei Tore erzielte, also auch noch den Treffer in der Verlängerung zum 4:3-Sieg.

Die Starbulls sind ligaweit die einzige Mannschaft, die im bisherigen Saisonverlauf in keinem einzigen Heimspiel leer ausging. "Und das soll auch heute so bleiben", glaubt Franz Steer fest an einen oder mehrere Punkte gegen die Schwenninger. Bei den bisherigen Kartenvorbestellungen in der Starbulls- Geschäftsstelle stellt sich die Frage, ob es vielleicht schon heute eine "Volle Hütte" geben wird. Die eigentliche Aktion "Volle Hütte" im Rahmen des 5000plus-Spiels findet am Sonntag, 19. Dezember, 17 Uhr (!), gegen Kaufbeuren statt, wo die Starbulls übrigens am Sonntag gastieren. Bei diesem Spiel wird zum ersten Mal eine "Teddybär-Aktion" in Rosenheim stattfinden. Hier dürfen die Fans nach dem ersten Tor der Starbulls ihre mitgebrachten Teddybären und sonstigen Kuscheltiere für einen guten Zweck auf die Eisfläche werfen.

Doch zurück zum heutigen Spiel gegen Schwenningen: Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass sich beide Teams sehr ähnlich sind. Rosenheim und Schwenningen besitzen mit Norm Maracle und Steve Silverthorn ohne Frage die besten Torhüter der Liga. Beide Teams leben nicht von überragenden Einzelspielern - der Star ist die Mannschaft. Die Wild Wings haben mit Brock Hooten (15 Tore/15 Assists) nur einen Spieler unter den besten 20 Top-Skorern, die Starbulls mit Stephen Werner (7/18), er schoss übrigens in Ravensburg drei Tore, und Stephan Gottwald (13/10) sogar zwei. Auch im Unterzahlspiel weisen die beiden Kontrahenten fast identische Topwerte auf. Schwenningen kassierte in 85,58 Prozent kein Tor bei einem Spieler weniger auf dem Eis, Rosenheim in 85,39 Prozent. Damit liegen die beiden Teams auf Platz zwei und drei dieser Wertung. Verblüffend für zwei Spitzenteams ist die schlechte Ausbeute im Überzahlspiel. Hier belegen die Gäste aus Schwenningen den vorletzten Platz mit 14,68 Prozent Erfolgsquote, die Starbulls liegen mit 17,71 Prozent immerhin auf Rang acht dieser Wertung.

Welche Faktoren werden dieses Spitzenspiel heute entscheiden? Natürlich die Torhüterleistungen. Dann die Abwehrarbeit und ganz wichtig ist die Geduld. "Das ist die große Stärke der Schwenninger. Sie spielen sehr geduldig und warten auf Fehler im Mitteldrittel, um dann mit ihren schnellen Stürmern gefährlich zu Kontern", weiß Franz Steer und wird seine Spieler dementsprechend einstellen. Vielleicht sticht aber auch der Starbulls-Joker in Form von Neuzugang Tommi Hannus. Der Finne ist die große Unbekannte im Spiel der Rosenheimer und kann er die starke Trainingsleistung auch im Punktspiel bestätigen, wird aus dem Try-out-Vertrag für vier Spiele mit Sicherheit ein Vertrag bis zum Saisonende. Hannus wird zusammen mit Florian Zeller und Mitch Stephens eine Sturmreihe bilden, Alen Reader wechselt zu Marius Möchel und Thomas Schenkel. Konrad Reeder muss als überzähliger Kontingentspieler auf die Tribüne. "Ich habe mit Konrad gesprochen und ihm gesagt, dass wir Hannus für vier Spiele testen. Dann wird eine Entscheidung fallen", sagt Steer.

Zum Abschluss noch eine Gemeinsamkeit von Rosenheim und Schwenningen: Beide Trainer haben vor oder während der letzten Spiele auf ihre Art Kritik am Team geübt. Schwenningens Axel Kammerer hat nach zwei Niederlagen in Folge "Tacheles mit den Spielern geredet". Franz Steer hat in Ravensburg "rustikaler" reagiert: Nachdem er mit ein paar Szenen gar nicht einverstanden war, hat der Niederbayer in der Drittelpause die Kabinentür so zugeschlagen, dass das Schloss defekt war. Geholfen hat es, die Starbulls haben gewonnen und Franz Steer hat mittlerweile in Ravensburg angerufen und wird den entstandenen Schaden natürlich begleichen.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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