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Spitzenspiel und Pflichtaufgabe

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Spielt in Topform: Starbulls-Keeper Pasi Häkkinen.
Spielt in Topform: Starbulls-Keeper Pasi Häkkinen. © Ziegler

Rosenheim - Nach vier Spieltagen sieht es in der Tabelle gut aus für die Starbulls. So soll es nicht nur auswärts in Heilbronn weitergehen.

Die Bilanz der Starbulls Rosenheim nach vier Spielen in der 2. Eishockey-Bundesliga kann sich sehen lassen: Drei Spiele gegen die Spitzenmannschaften Landshut (zweimal) und Schwenningen, ein Derby gegen Riessersee, acht Punkte geholt, 4. Tabellenplatz mit Kontakt zu Spitzenreiter Heilbronn (fünf Spiele elf Punkte) - damit kann Trainer Franz Steer gut leben. "Nach dem schweren Auftaktprogramm hätte es auch anders aussehen können", erklärte Steer für dessen Team am Freitag um 20 Uhr bereits das nächste Spitzenspiel ansteht. Die Starbulls gastieren beim Klassenprimus Heilbronn, der am vergangenen Dienstag überraschend seine erste Niederlage hinnehmen musste. Mit der 1:3-Niederlage zu Hause gegen Hannover hat wohl niemand gerechnet.

Dieses Ergebnis zeigt wieder einmal wie ausgeglichen die 2. Bundesliga auch heuer wieder besetzt ist. "Da gibt es für uns kein leichtes Spiel. Wir müssen in jeder Partie unser volles Leistungsvermögen abrufen, um erfolgreich zu sein", sagt Steer. Das gilt natürlich insbesondere für die heutige Partie in Heilbronn, das mit Sicherheit zu den Topteams der Liga gehört. Rosenheims Coach ist zwar mit der Punkteausbeute seines Teams zufrieden, aber einige Spieler hinken leistungsmäßig noch hinter Steers Erwartungen hinterher. "Das hat verschiedene Gründe. Einige sind angeschlagen, andere können nach Verletzungen ihre Topform noch nicht haben und außerdem können wir nach dem Umbruch mit fünf neuen Ausländern nach so kurzer Zeit noch gar nicht unser Top-Niveau abrufen", erklärte Steer. Umso erstaunlicher sind die bisher erreichten acht Punkte - der Saisonauftakt ist also durchaus geglückt.

Zeit zum Ausruhen bleibt den Rosenheimer Kufencracks allerdings nicht, im Gegenteil: Das Programm in den nächsten Wochen wird nicht leichter. Am Freitag in Heilbronn, am Sonntag (18 Uhr) zu Hause gegen Bremerhaven, dann am nächsten Freitag bei einem der Meisterschaftsfavoriten Ravensburg, es folgt das Heimspiel gegen Heilbronn-Bezwinger Hannover und anschließend geht es gegen zwei Teams mit NHL-Stars: Bietigheim (am 19. Oktober auswärts) hat sich nach Crimmitschau (kommt am 21. Oktober nach Rosenheim) ebenfalls mit einem Star (Terry Joseph Galiardi, 200 NHL-Spiele) aus der besten Liga der Welt verstärkt. "Wir spielen dann gegen diese Teams, wenn sich diese absoluten Topspieler an die größere Eisfläche und an die Spielweise in der 2. Liga gewöhnt haben", blickt Steer in die Zukunft.

Zunächst aber gilt es für die Starbulls in Heilbronn zu bestehen, gegen ein Team, das den Starbulls in den beiden letzten Jahren gut gelegen ist. In zwölf Spielen punkteten die Rosenheimer sechsmal voll und einmal holte man einen Punkt. Heilbronn, das im Vorjahr nach der Doppelrunde Platz zwei belegte und wieder einmal im Play-off-Viertelfinale enttäuschend ausschied, hat sich mit drei Topspielern verstärkt: Aus Bietigheim kam Torjäger Brent Walton, der seit Jahren beständig unter den Top-Skorern der Liga zu finden ist, außerdem verpflichtete man den ehemaligen Nationalspieler Michael Hackert. Nach elf Jahren DEL kehrte der 31-jährige Stürmer aus Iserlohn in seine Heimatstadt zurück und soll mit seiner Erfahrung dazu beitragen, dass die Falken eine erfolgreiche Saison abliefern. Der neue kanadische Verteidiger David Fischer wurde einst als einer der besten Spieler seines Jahrgangs von Montreal gedraftet. Weitere Stützen des Teams sind die Brüder Adriano und Fabio Carciola, Chris Capraro sowie Michel Leveille, der mit sechs Toren erfolgreichster Heilbronner Torschütze gegen Rosenheim ist. "Das sind alles Klasse-Spieler und auch die deutschen Akteure wie die Billich-Brüder sind stark. Da dürfen wir uns im Defensivverhalten kaum Fehler erlauben" sagt Steer. Der Rosenheimer Coach kann sich zurzeit voll auf den neuen Keeper Pasi Häkkinen verlassen. Der Finne ist der erhoffte Rückhalt und weil Häkkinen momentan in Topform spielt (Gegentorschnitt 2,0), muss Backup-Keeper Josef Mayer wohl noch ein paar Spiele auf seinen ersten Einsatz warten. "Ich wollte Beppi zwar in den nächsten Spielen einsetzen, aber momentan ist Pasi für uns nicht zu ersetzen", erklärte Steer.

Dafür dürfte heute ein anderer Spieler seine Saisonpremiere feiern: Verteidiger Max Meirandres. "Er trainiert super und hat sich seine Chance verdient", lobt Steer das 19-jährige Eigengewächs. Für ihn muss voraussichtlich Max Renner weichen.

Am Sonntag, 18 Uhr, im Heimspiel gegen Bremerhaven, stellt sich der aktuelle Top-Torjäger der Liga an der Mangfall vor. Pinguins-Neuzugang Brendan Cook hat in fünf Spielen fünf Tore erzielt. Die Zukunft der Bremerhavener hing nach dem sportlichen Abstieg in der letzten Saison am seidenen Faden, sogar das komplett "Aus" des Bremerhavener Eishockeys stand zu Debatte. Weil aber kein Oberligist aufsteigen wollte, durfte Bremerhaven in der 2. Liga bleiben. Das Heimspiel gegen den Tabellenzehnten (fünf Spiele fünf Punkte) sollte für die Starbulls eine Pflichtaufgabe sein, auch wenn Franz Steer das sicher nicht gerne hört.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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