Eine Million für Liga zwei

Rosenheim - Die offizielle Bestätigung seitens der Liga fehlt zwar noch, für die Verantwortlichen der Starbulls Rosenheim ist aber bereits jetzt klar: "Wir spielen in der 2. Liga."  **Interview mit Vorstand & Video der Pressekonferenz**

Dies konnten die Vorstände Wilhelm Graue und Karl Aicher am Freitag stolz vermelden.

Der Verein hat es geschafft, die Kosten für die kommende Spielzeit zu stemmen. Am Montag werden die Lizenzierungsunterlagen übergeben.

Dies geschieht gerade rechtzeitig, denn die Frist für die Bewerbung seitens der Eissport-Betriebsgesellschaft (ESBG) läuft am 31. Mai ab. "Ich werde selbst nach München fahren und die Unterlagen persönlich aushändigen", betonte Aicher. Diese werden dann von der ESBG geprüft und erst dann steht fest, ob die Starbulls auch wirklich in der 2. Eishockey-Bundesliga antreten dürfen - ein kleines Fragezeichen besteht also noch. Blickt man allerdings auf die vergangenen Jahre zurück, so ist im Rosenheimer Eishockey stets ordentlich gewirtschaftet worden, weshalb einer Lizenzierung wohl auch nichts im Wege stehen dürfte.

Bilder von der Pressekonferenz

Starbulls steigen auf!

Für die Starbulls-Verantwortlichen waren zwei Schritte entscheidend, um den Weg für die 2. Liga freizumachen: "Wir haben nach der Oberliga-Meisterschaft immer gesagt, dass wenn die Sponsorengespräche positiv verlaufen, wir uns dann für die 2. Liga bewerben. Das ist der Fall gewesen", sagte Aicher, der klarstellt: "Wir haben mit den bisherigen Sponsoren und neuen potenziellen Sponsoren interessante Gespräche geführt." In diesem Zusammenhang sei auch der Dauerkarten-Vorverkauf sehr wichtig gewesen. "Wir haben jetzt schon 400 Dauerkarten für die neue Saison, das ist ein Riesenerfolg", so Aicher. 129 Neuerwerber seien "fantastisch", zumal man sich bis zum Saisonstart noch mehr erhoffen darf. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte man insgesamt nicht ganz 450 Dauerkarten verkauft.

Zweites entscheidendes Kriterium für die Starbulls-Vorstände: "Wir dürfen uns die Liga nicht aussuchen. Wir haben uns sportlich für die 2. Bundesliga qualifiziert und wollen dies auch wahrnehmen", betont Aicher, der als Beispiel den Fußball hernimmt: "Hertha BSC Berlin ist auch aus der Bundesliga abgestiegen und muss mit der 2. Liga vorlieb nehmen. Die können es sich auch nicht aussuchen." Zumal im Eishockey die 2. Bundesliga durchaus Attraktivität versprüht: "Für uns ist es eine neue Liga, die von ihrem Format her berechenbarer als die Oberliga ist. Dort wird sicherlich tolles Eishockey geboten und es gibt einige sehr attraktive Spiele für uns", sagt Graue. In Sachen Attraktivität der Gegner richtet sich der Rosenheimer Blick sicherlich nach Landshut und München. "Diese Derbys sind zuschauermäßig ganz wichtig für uns - allerdings umgekehrt auch für diese Vereine", betont Aicher.

Und so gehen die Starbulls mit einem Etat in die neue Saison, der sich "am unteren Ende der Liga" befinde. Für die kommende Spielzeit sind 1,3 Millionen Euro veranschlagt, rund 300000 Euro werden für den Nachwuchs ausgegeben - bleibt also rund eine Million für die Zweitliga-Truppe, mit der Personalkosten, aber auch Reise- und Materialkosten, Schiedsrichter-Gebühren und ESBG-Abgaben beglichen werden. "Es gibt aber sicherlich auch Vereine, die ähnlich wie wir dastehen", sagt Graue. Mit den Top-Teams wie München oder Schwenningen wolle man sich da nicht messen. "Die sind für uns außerhalb jeder Norm", sagt Graue.

Klar, dass deshalb sportlich auch keine Wunderdinge zu erwarten sind: "Einziges Ziel ist erstmal der Klassenerhalt", betont Graue. Mehr könne man bisher sowieso noch nicht sagen. Allerdings: Wenn der Einstieg in die neue Liga gut klappen würde und der Saisonverlauf wirtschaftlich gut wäre, dann "könnte man das Ziel auch korrigieren", wie Aicher sachlich betrachtet feststellt. In erster Linie geht es aber wirklich darum, erfolgreich die Liga zu erhalten. Dazu ist die Unterstützung der Fans - die Starbulls haben für die neue Saison einen Besucherschnitt von 2200 pro Spiel eingerechnet - notwendig. Und dazu muss eine Mannschaft auf dem Eis stehen, bei der auch bei Niederlagen der Funke überspringt. "Die Mannschaft muss kämpfen", sagt Aicher.

Mit sieben Spielern aus dem Meisterkader ist ja in den letzten Tagen bereits verlängert worden, zwei weitere sind nun hinzugekommen: Die beiden Stürmer Robert Schopf und Fabian Zick spielen auch in der kommenden Saison im Trikot der Starbulls. Der 20-jährige Schopf markierte in der vergangenen Spielzeit vier Tore und zehn Assists in 54 Spielen, der ein Jahr jüngere Zick kam auf vier Skorerpunkte (ein Tor, drei Vorlagen) in seiner ersten Oberliga-Saison. Damit stehen bereits neun Spieler (die Verteidiger Andreas Paderhuber, Michael Rohner und Max Renner sowie die Stürmer Alan Reader, Marcus Marsall, Marius Möchel, Robert Schopf, Robin Hanselko und Fabian Zick) für die kommende Spielzeit unter Vertrag. In Gesprächen stehen die Starbulls mit weiteren Spielern aus dem bisherigen Team, unter anderem auch mit Verteidiger Niko Senger. Nachdem die Unterlagen für Verband und ESBG fertiggestellt sind, können jetzt die weiteren Spielerverhandlungen intensiviert werden. "Diese werden viel Zeit in Anspruch nehmen", vermutet Graue. Schließlich darf man sich bei einem knappen Etat keine großen Fehlschüsse erlauben. Das Vertrauen in Trainer Franz Steer und seine Kontaktleute ist bei der Starbulls-Führung allerdings groß. Wann der Kader komplett ist, lässt sich noch nicht sagen, ein erster Termin ist allerdings gesetzt: "Am 12. August geht es in Rosenheim aufs Eis, bis zum 10. August wollen wir alle Spieler da haben."

Thomas Neumeier/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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