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Mitch Stephens hat in den letzten neun Spielen mindestens einen Skorerpunkt geschafft. Gegen Dresden 18 Sekunden vor Schluss.

Mitch Stephens Serie

Rosenheim - Nach zehn Spielen ohne Gegentor im ersten Drittel musste Starbulls-Goalie Norm Maracle gegen Hannover und Dresden gleich zweimal hinter sich greifen. Doch Mitch Stephens Serie hält.

Wird diese Kolumne ein zweites "Wikileaks"? Da stand vor einer Woche an dieser Stelle zu lesen, die Starbulls und Norm Maracle hätten die letzten zehn Spiele kein einziges Gegentor im Anfangsdrittel zugelassen, und wie reagieren die Gegner? Hannover 1:0 nach vierzehn Sekunden, 2:0 in der sechsten Minute, Dresden 1:0 nach 26 Sekunden, 2:0 in der dritten Minute - Spiele bereits entschieden? Nicht ganz.

In beiden Begegnungen kamen die Starbulls zurück, schafften den zwischenzeitlichen Ausgleich, schlidderten aber dennoch nach dem Sechs-Punkte-Wochenende gegen Freiburg und Heilbronn diesmal mit einem Punkt nur knapp am ersten Null-Punkte-Wochenende vorbei, weil Floppo Zeller exakt 18 Sekunden vor Spielende einen Verzweiflungsschuss von Dominic Auger ins Netz abfälschte. Und das mit sechs gegen fünf, einer Konstellation, die zum ersten Mal in dieser Saison für die Starbulls von Erfolg gekrönt war; zwei Tage zuvor hatten die Hannoveraner dieses Manöver noch mit einm "Empty-Net-Goal" zum 6:3 beantwortet.

Dabei kam am Sonntag der Traumsturm der Liga gar nicht so richtig ins Rollen. Zwar schoss Toptorjäger Sami Kaartinen auf Vorarbeit des Topscorers Patrick Jarrett das erwähnte 1:0 nach 26 Sekunden, aber außer einem weiteren Assist des Finnen sprang nichts Zählbares mehr heraus, im Gegenteil: Bei zwei der drei Rosenheimer Tore stand die Super-Troika auf dem Eis. Da sah es am Freitag in Hannover schon anders aus. Ausgerechnet bei dem Team, das seine (wesentlich zahlreicher als in Rosenheim erscheinenden) Fans bisher nicht gerade mit einem Offensivtaumel verwöhnt hatte, erwischten mehrere Spieler einen "Sahnetag". Björn Bombis, der das einzige Hannoveraner Tor beim 1:3 an der Mangfall geschossen hatte, bereitete gleich vier Treffer vor, Verteidiger Kevin Schmidt genoss ebenso einen Vier-Punkte-Abend (ein Tor, drei Assists), und dem Deutsch-Russen Alexej Dimitriev gelang gar ein Hattrick - der erste, den die Starbulls gestatteten, seit im Oberliga-Playoff letzte Saison der Bad Nauheimer Landon Gare ihnen dreimal "einschenkte", noch bevor die "Kraft der Leidenschaft" sich zeigte und zum Aufstieg führte.

In Hannover gibt es nichts zu erben

Aber in Hannover hatte es auch zu Oberliga-Zeiten für die Starbulls nichts zu erben gegeben. Lediglich zwei Punkte konnten sie in sechs Gastspielen (bei einem Torverhältnis von 12:29) von dort mit nach Hause bringen, beide resultierend aus Niederlagen im Penalty-Schießen. Ach ja, Niederlagen im Penalty-Schießen! Während die Starbulls in Bietigheim in dieser Lotterie noch die Nase vorn hatten (weil Norm Maracle alle drei Versuche der Steelers entschärfte und Tim Kunes die Nerven behielt), sehen sie auf eigenem Eis bei eins gegen eins kein Land. Maracle "killte" gegen Landshut und Dresden insgesamt nur zwei von sechs Penaltys, und in fünf eigenen Versuchen war nur Floppo Zeller (gegen Landshut) zu Hause abgebrüht genug.

Dennoch: Die Heimserie hat weiterhin Bestand. Von den ersten zehn Heimspielen gingen zwar vier in Overtime verloren, aber eine echte Nullnummer mutete das Team von Franz Steer seinen Fans noch nicht zu. Die Serie von zehn Spielen ohne Niederlage in regulärer Spielzeit ist ja am Freitag gerissen. Was auch auffällt: Wenn die Starbulls nach zwanzig Minuten zurück liegen, springen keine drei Punkte heraus. Fünfmal führte der Gegner nach 20 Minuten, ein einziges Mal siegten die Starbulls noch in der Verlängerung, die restlichen vier Spiele gingen verloren (drei ohne Punkt, eins in Overtime).

Fast wäre die Serie gerissen

Zum Individuellen: 18 Sekunden fehlten noch, und auch Mitch Stephens' Scorerserie wäre gerissen. Aber durch seine Vorlage zum 3:3-Ausgleich ist sie auf nunmehr neun Spiele angewachsen, in denen die Nummer 27 sieben Tore und acht Assists verbuchte. Als Vorbereiter in Erscheinung tritt immer wieder Stephan Werner, der aber seit zehn (!) Spielen nicht mehr ins Tor traf. Überfällig wäre auch ein Treffer von Alan Reader, auf den die Fans (und er selbst wohl auch) seit 13 Begegnungen warten. Marcus Marsall ist noch ganz ohne Tor, hat aber seine Berufung in den Gottwald-Sturm durch vier Assists in fünf Spielen gerechtfertigt, und auch Konrad Reeders Tor zum 1:0 gegen Dresden (er fälschte den Kunes-Kracher noch ab) war sein viertes in den letzten fünf Matches.

Quelle: rosenheim24.de

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