Stephan Gottwald meldete sich mit einem Tor aus der Verletzungspause zurück.

Eine schöne Bescherung

Rosenheim - Rechtzeitig vor dem Fest haben die Starbulls Rosenheim ihre Mini-Krise beendet. Krise oder nicht, Franz Steers Jungs haben gegen Kaufbeuren eindrucksvoll bewiesen, dass die "stade Zeit" nicht fürs gegnerische Tor gilt.

Aber was heißt schon Krise? Einem Aufsteiger darf man sicher einmal drei Niederlagen in Folge in der nächsthöheren Liga zugestehen, ohne von Krise zu sprechen, zumal wenn zwei der drei Niederlagen gegen das absolute Spitzenteam dieser Liga stattfinden.

Während vor einer Woche in Kaufbeuren noch die Abwehrreihen beim torärmsten Rosenheimer Spiel dominierten, brachen am Sonntag alle Dämme zum torreichsten Saisonspiel und zum höchsten Saisonsieg, und das nur zwei Tage nach der klarsten Saison-Niederlage. Und nachdem die Starbulls bis zu Robert Schopfs Tor in Schwenningen 81 Minuten lang ohne Treffer geblieben waren und dabei erstmals sechs Gegentore in Folge kassierten! Grund war, dass die Rosenheimer den Allgäuern, die in der Tabelle dennoch weiter vor ihnen liegen, sowohl in der Breite als auch in der Spitze deutlich überlegen waren.

Fangen wir an der Spitze an! Der neue Traumsturm Gottwald - Werner - Hannus sammelte nicht weniger als zwölf Scorerpunkte, wobei Stephen Werner nicht nur sein zweiter Hattrick gelang, sondern auch noch mit fünf Scorerpunkten der Saisonrekord. So eindrucksvoll in Szene gesetzt hatte sich ein Rosenheimer Block nicht mehr seit dem 20. Februar 2009, als beim 8:4-Sieg in Rostock die beiden Verteidiger (!) Ryan Fairbarn und Matthias Bergmann je fünf Punkte machten und Dylan Stanley und Ron Newhook je drei Punkte beisteuerten. Und auch dass zwölf verschiedene Spieler am Offensivoutput beteiligt waren, hatte es heuer noch nicht gegeben. Zuletzt teilten sich am 11. Dezember 2009 beim 8:5 gegen Bad Nauheim 13 Spieler die wie diesmal 23 Scorerpunkte. Auch wieder mit dabei beim Punkte sammeln: Mitch Stephens (zwei Assists), bei dem man nach vier punktlosen Matches wirklich von einer Mini-Krise sprechen konnte, und Niko Senger mit seinem ersten Punktspieltor seit dem 3. April 2009. Wie üblich dabei auch Tommi Hannus, der bisher in all seinen vier Begegnungen (dazu im Pokalspiel am Dienstag) getroffen hat! Aber wenn man Senger erwähnt, sollte man auch Max Meirandres nicht vergessen, der in Schwenningen seinen ersten Scorerpunkt in der 2. Liga schaffte.

Eindrucksvolles Ende eines kleinen Tiefs

Guter Zweck: Waldkraiburg vs. Starbulls

Auch das Powerplay funktionierte plötzlich wieder. Hannus und Gottwald trafen in Überzahl nach einer Durststrecke von fast 19 Minuten in elf Überzahlphasen. Aber vielleicht konnten sie ja am Freitag in Schwenningen Anschauungsunterricht nehmen, als die Wild Wings (sonst nicht gerade eine Macht in Überzahl) gleich viermal Rosenheimer Strafzeiten wirklich bestraften. So etwas war den Starbulls seit dem 29. Februar 2008 nicht mehr passiert, als sie beim 2:8 in Bad Tölz in neun Unterzahlphasen gleich sechs (!) Gegentreffer kassierten.

Man konnte schon ziemliche Gegensätze beobachten an diesem Himmel-und-Hölle-Wochenende. In Schwenningen erstmals fünf Gegentore (zum 0:5) ohne eigenes Dagegenhalten, am Sonntag fünf eigene unbeantwortete Treffer (von 3:2 auf 8:2). Am Freitag dreimal ein Fünf-Tore-Rückstand, der insgesamt 18,5 Minuten Bestand hatte, am Sonntag zweimal Plus Fünf mit insgesamt zehneinhalb Minuten Dauer und für 19 Sekunden sogar eine Führung mit sechs Toren Differenz. Auch das gab es heuer noch nie. Weitere Saisonrekorde: In Schwenningen natürlich negative mit den kürzesten Spannen für vier, fünf, sechs und sieben Gegentore, gegen Kaufbeuren die positiven mit Topwerten für schnellstes Tor nach Beginn (30 Sekunden im zweiten Drittel) und ebenfalls Rekorde für den schnellsten Vierer-, Fünfer-, Sechser-, Siebener- und Achterpack. Da kann man doch im letzten Spiel vor Weihnachten wahrlich von einer schönen Bescherung sprechen!

Quelle: rosenheim24.de

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