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Viele Chancen, aber wieder keine Punkte

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Von: Martin Weidner

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Rosenheim – Sie hatten erstklassige Chancen. Doch weil sie daraus nur drei "Kisten" machten und fünf kassierten, gingen die Starbulls am Abend leer aus.

Vor 2.247 Zuschauern verloren die Rosenheimer Eishockeyspieler im heimischen Kathrein-Stadion letztlich mit 3:5 (2:3, 0:1, 1:1) gegen Tabellenführer Bietigheim Steelers und haben damit die dritte Niederlage in Folge kassiert. So weit hätte es aber nicht kommen müssen: Die Starbulls führten früh 2:0, kassierten dann aber zwei unglückliche Gegentore und vergaben anschließend – permanent in Rückstand liegend – mehr als ein halbes Dutzend bester Einschussmöglichkeiten. „Vielleicht muss man dann auch mal festhalten, dass wir im Abschluss einfach nicht gut genug sind“, bilanzierte SBR-Trainer Franz Steer, der damit das Heimrecht in der ersten Play Off-Runde nahezu abschreiben kann.

O-Ton Franz Steer:

O-Ton

Dabei hatte die Partie für die Hausherren optimal begonnen. Genau 53 Sekunden waren gespielt, als die Scheibe über Bryan Schmidt und Ryan del Monte zu Michi Baindl kam, der die frühe Führung besorgte. Und es kam noch besser für die Grün-Weißen: In Minute vier wurde Schmidt in Überzahl von Micky Rohner freigespielt und der hämmerte den Puck aus halblinker Position trocken zum 2:0 in die Maschen. Doch Bietigheim zeigte sich davon wenig geschockt: Verteidiger Doug Andress zog – ebenfalls im Powerplay – von der blauen Linie ab und traf mit einem „Kullerschuss“ zum Anschlusstreffer (6.). Häkkinen-Vertreter Beppi Mayer sah dabei ebenso wenig gut aus wie beim 2:2 durch PJ Fenton, der die Scheibe nach einem „Bauerntrick“ irgendwie ins kurze Eck stocherte (10.). Der Puck dürfte in dieser Szene – trotz massiver Rosenheimer Proteste – die Linie vollständig überschritten haben. Anschließend kam es sogar noch dicker für die Gastgeber: Erneut in Überzahl feuerte Andress von der blauen Linie, anschließend stand David Rodman rechts neben dem Tor genau richtig und drückte den Abpraller zur erstmaligen Gästeführung über die Linie (17.).

Das zweite Drittel verlief aus Sicht der Innstädter mehr als bitter. Erst traf Dominic Auger den Pfosten, dann vergaben unter anderem Greg Squires, Matt Caruana und Stephan Gottwald beste Möglichkeiten zum Ausgleich. Wie es geht, machten die Gäste aus Baden-Württemberg vor: Nach einem verlorenen Zweikampf hinter dem eigenen Tor kam das „schwarze Etwas“ zu David Rodman, der sich nicht zweimal bitten ließ und aus halbrechter Position zum 2:4 unter die Latte traf (27.). Auch jetzt war die Moral der Rosenheimer aber keineswegs gebrochen. Sie hatten weiterhin gute Möglichkeiten - Baindl vergab sogar einen Penalty (35.) - aber ein weiterer Treffer wollte zunächst nicht gelingen.

Auch in den letzten 20 Minuten konnte man Rosenheim das Bemühen in keiner Phase absprechen. Erst in der 49. Minute war der anfangs unsichere, aber dann sehr stark spielende Vollmer-Ersatz Andreas Mechel im Steelers-Tor neuerlich geschlagen, als ihn Squires mit einem ansatzlosen Schlenzer zum 3:4 überwand. Die Grün-Weißen drückten in der Schlussphase weiter, wurden aber 106 Sekunden vor dem Ende nach einem Konter eiskalt erwischt: Der aufgerückte Verteidiger Marcus Sommerfeld bediente Marc Heatley, der Mayer mit einem Schuss genau ins rechte Kreuzeck keine Abwehrmöglichkeit ließ – 3:5, die Entscheidung (59.).

Dass der Tabellenführer in dieser Partie das Glück des Tüchtigen hatte, musste hinterher auch deren Trainer Kevin Gaudet anerkennen: „Für uns hat das Match alles andere als gut begonnen. Dann sind wir aber im ersten Drittel zurückgekommen. Anschließend hatte Rosenheim aber zahlreiche Riesenchancen.“ Steer konnte hingegen nur den Kopf schütteln: „Das ist sehr bitter! Wie man solche Gegentore bekommen kann, ist mir ein Rätsel. Wir hatten genug Chancen, um das Match zu gewinnen.“ Außerdem regte sich der Chefanweiser über die Referees auf: „Klar, wir haben auch einige dumme Strafen genommen. Aber da waren viele Sachen dabei, die kann ich einfach nicht nachvollziehen!“

In puncto Play Offs sieht es für die Starbulls nun übrigens nicht mehr gut aus: Das Heimrecht für die erste Runde ist jetzt in weite Ferne gerückt, zumal die direkten Konkurrenten aus Landshut (6:1 in Hannover) und Ravensburg (5:2 gegen Kaufbeuren) ihre Auftritte erfolgreich gestalteten. Zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde liegen die Starbulls mit 76 Zählern weiterhin auf Rang sechs. Platz drei ist nun ohnehin nicht mehr möglich, weil die Cannibals bereits 83 Punkte auf dem Konto haben. Lediglich Ravensburg (80 Punkte) könnte man noch einholen, doch wenn die Towerstars eines ihrer beiden letzten Spiele in Dresden bzw. gegen Weißwasser gewinnen, ist auch dieses Kapitel erledigt. Die Grün-Weißen gastieren jetzt noch bei den Lausitzer Füchsen (Freitag, 19.30 Uhr) und empfangen dann am Sonntag ihren Erzrivalen aus Niederbayern (18 Uhr, Kathrein-Stadion).

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers 3:5 (2:3, 0:1, 1:1)

Tore: 1:0 (1.) Michael Baindl (Ryan del Monte, Bryan Schmidt), 2:0 (4.) Bryan Schmidt (Michael Rohner – Überzahl-Tor), 2:1 (6.) Doug Andress (David Rodman, Marcel Rodman – Überzahl-Tor), 2:2 (10.) PJ Fenton (David Rodman, Marcel Rodman), 2:3 (17.) David Rodman (Doug Andress, PJ Fenton – Überzahl-Tor), 2:4 (27.) David Rodman (PJ Fenton, Marcel Rodman), 3:4 (49.) Gregory Squires (Beppo Frank, Matthew Caruana), 3:5 (59.) Mark Heatley (Marcus Sommerfeld, Florian Schnitzer)

Schiedsrichter: Adam Niejodek (München)

Strafen: Rosenheim 16 – Bietigheim 8 plus 10 für Doug Andress

Zuschauer: 2247

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