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Schock: Maracle kehrt nicht zurück

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Norm Maracle.
Norm Maracle. © re

Rosenheim - Die Nachricht kam per Fax, die Nachricht kam völlig überraschend und die Nachricht ist ein Schock für die Starbulls und die Rosenheimer Eishockey-Fans:

Wie gestern Abend bekannt wurde, kehrt Torhüter Norm Maracle aus familiären Gründen nicht aus Kanada nach Deutschland zurück. Sein Vater ist krank und Maracle hat sich von seiner Frau Sarah getrennt.

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© re

"Ich werde auf alle Fälle noch einmal ein persönliches Gespräch mit ihm suchen. Wir hatten immer ein Super-Verhältnis und wir haben Norm sehr viel zu verdanken. Er war ein Glücksgriff für das Rosenheimer Eishockey", erklärte Trainer Franz Steer, der allerdings wenig Hoffnung hat, dass Maracle eventuell doch zurück kommt. Das Fax, das beim Zweiten Vorstand Karl Aicher einging und an Franz Steer gerichtet war, ist eindeutig. "Norm wird nicht mehr zu uns zurückkehren. Das ist zwar sehr schade, denn er war der Garant für unsere Erfolge in den letzten beiden Jahren", waren sich die beiden Starbulls-Vorstände Karl Aicher und Richard Diebald einig. Die Vorstandschaft und Trainer Franz Steer rechnen Norm "The wall" Maracle hoch an, dass er die Starbulls nicht zappeln und zahlen ließ - Maracle hatte einen Vertrag über zwölf Monate -, sondern die Starbulls mit folgenden Zeilen frühzeitig informierte: "Ich möchte Euch danken, dass Ihr mir die Möglichkeit gegeben habt in und für Rosenheim zu spielen. ich höre mit dem Eishockey auf, denn die Familie ist jetzt wichtiger. Ich hätte nicht 100 Prozent geben können, wenn meine Gedanken in Kanada bei meinem Vater sind. Das hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können. Es tut mir leid. Norm."

Die Starbulls-Verantwortlichen, allen voran Franz Steer, machen sich jetzt auf die Suche nach einer neuen Nummer eins. "Ob das ein deutscher Keeper ist, oder ein Ausländer wird, ist völlig offen. Auf alle Fälle suchen wir einen Top-Keeper, denn der Torhüter ist mit die wichtigste Position im Team", erklärte Richard Diebald.

Natürlich wird es schwer, Norm Maracle gleichwertig zu ersetzen. Der bullige Kanadier mit den unglaublichen Reflexen bot zwei Jahre lang Woche für Woche Spitzenleistungen und wurde in der vergangenen Saison zum Spieler des Jahres in der 2. Bundesliga geehrt. "In dieser Saison hatte er sogar noch einen besseren Schnitt und hat unser Team bis ins Finale und zur Vizemeisterschaft geführt", lobt Diebald den Ausnahmekeeper völlig zu Recht. Allerdings war er in der Finalserie gegen Landshut schon zu spüren, dass mit Maracle etwas nicht stimmt. Jetzt weiß man: Es war nicht die hohe Belastung durch die vielen Spiele oder fehlende Fitness - nein, es war die Sorge um seine Familie.

Hans-Jürgen Ziegler/Oberbayerisches Volksblatt

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