Matt Caruana führt derzeit die interne Skorerwertung bei den Starbulls Rosenheim mit sechs Punkten (zwei Tore, vier Assists) vor fünf Spielern mit jeweils fünf Punkten an.
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Matt Caruana führt derzeit die interne Skorerwertung bei den Starbulls Rosenheim mit sechs Punkten (zwei Tore, vier Assists) vor fünf Spielern mit jeweils fünf Punkten an.

Die Tiefe des Kaders beeindruckt

Rosenheim - Auch wenn manches optisch noch nicht so spektakulär wirkt wie im letztjährigen Wahnsinns-Play-off: Die Starbulls sind auch heuer wieder mächtig im Aufwind.

Zwar führt die offizielle extrem schiefe Tabelle sie nur auf Rang Vier, doch nimmt man die erreichten Punkte pro Spiel als Maßstab, haben Franz Steers Jungs nicht nur die bessere Bilanz als die vor ihnen liegenden Landshuter und Heilbronner aufzuweisen, sondern sogar ebenso wie Spitzenreiter Schwenningen bisher zwei Punkte pro Spiel, dazu das bessere Torverhältnis. Bei einer "begradigten" Zählweise wären die Starbulls sogar aktuell Spitzenreiter!

Dabei hatten sie es im Laufe der Woche immerhin mit dem Titelverteidiger Landshut, dem zum Zeitpunkt des Spieles amtierenden Spitzenreiter Heilbronn und dem Inhaber des bisher höchsten Saisonsieges (Bremerhaven, 9:2 gegen Kaufbeuren) zu tun und holten aus diesen drei Spielen immerhin sieben von neun möglichen Punkten. Und genossen Balsam für die Seele: Im 16. Spiel gegen den Lokalrivalen gelang nach acht Teilerfolgen endlich der erste Drei-Punkte-Sieg! Dabei schafften sie es zweimal, fünf Treffer nacheinander ohne ein Gegentor zu erzielen (zuerst drei gegen Landshut plus zwei in Heilbronn, später fünf gegen Bremerhaven) und unterstützten Pasi Häkkinen dabei, einmal 58:13 Minuten und - noch wachsend - 51:40 Minuten ohne Gegentor zu bleiben. Kleiner Wermutstropfen: Heilbronn schaffte es bereits zum vierten Mal in dieser Liga, die Starbulls trotz eines Zwei-Tore-Rückstandes noch zu besiegen, was zuvor zum ersten Mal auch den Schwenningern gelungen war. Kurios: In allen sechs Spielen heuer führten Gottwald & Co. mit 2:0 oder 3:1, konnten aber nur vier davon auch siegreich beenden. Im Vorjahr waren sie da souveräner: Von 25 Matches mit Zwei-Tore-Vorsprung gewannen sie 24, davon 23 in regulärer Spielzeit!

Um 2:0 in Führung zu gehen, sollte man von Anfang an hellwach sein, und das ist auch durchaus der Fall, denn der Bremerhavener Ausgleich am Sonntag, war das erste Gegentor, das die Grün-Weißen in dieser Saison vor der ersten Pause zuließen. Dies erinnert fast ein bisschen an die grandiosen Auftritte gleich nach dem Aufstieg in die Zweite Liga, als Norm Maracle und seine Vorderleute erst im zehnten Heimspiel (!) den ersten Gegentreffer im Anfangsdrittel kassierten. Inzwischen sind übrigens die Bilanzen aller drei Spielabschnitte positiv: 6:1 zu Anfang, 6:4 in der Mitte und jetzt 8:7 in den Schlussdritteln, die ja in den ersten beiden Spielen mit 0:2 und 0:3 an die Gegner gegangen waren.

Während man Rosenheimer in den Top 15 bei den Scorern immer noch vergeblich sucht, beeindruckt die bisher beispiellose Tiefe des Kaders oder, wenn man so will, die "Breite" der Offensive. Denn sowohl beim 4:1 gegen Landshut als auch beim 6:1 gegen Bremerhaven (übrigens gleichauf mit zwei anderen Ergebnisse der zweithöchste Heimsieg seit dem Aufstieg) beteiligten sich gleich elf Spieler als Scorer, so viel wie seit 37 Spielen (!), dem 5:1 gegen Riessersee am 13. Januar 2012, nicht mehr. Und nach sechs Matches stehen bereits 18 verschiedene Starbulls in den Scorerlisten, darunter Dominik Daxlberger, der am Sonntag seinen ersten Pflichtspieltreffer bei den "Großen" feiern konnte, Verteidiger Max Meirandres, zuvor kaum eingesetzt, und auch Pasi Häkkinen, der seinem Shutout von vor einer Woche nun seinen ersten Assist (und zwei Tage davor auch seine erste Disziplinarstrafe) folgen ließ.

Letztere erfolgte im Zuge einer "denkwürdigen" Schiedsrichterleistung, die die Rosenheimer Rekordzahl von 73 Strafminuten erbrachte (die alte Rekordmarke von 58 Minuten stammt ebenfalls aus einem Gastspiel in Heilbronn) und sogar einen Disziplin-Fanatiker wie Franz Steer zu einer kleinen Strafe wegen Schiedsrichter-Beschimpfung anregte. Und auch wenn dieses "Ungleichgewicht" letztlich vielleicht einen oder zwei Punkte kostete, hatte es doch einen positiven Effekt: Das Penalty-Killing, schon über weite Strecken der letzten Saison eine Klasse für sich, knüpft nahtlos an diese Zeit an. Mit fast 93 Prozent Erfolgsquote, den Shorthander von Greg Squires noch gar nicht berücksichtigt, liegen die Starbulls in dieser Rubrik erstmals an der Spitze. Und im Sog dieses Aufwinds stabilisiert sich auch die andere "Special-Team"-Kategorie. War das Powerplay in den ersten beiden Spielen durch zwei gegnerische Unterzahltore sogar ins Minus gerutscht, konnte man mit Ausnahme der allerersten in jeder Begegnung mindestens einmal die Überzahl nutzen, ohne weitere Gegentore zuzulassen, und liegt in den Powerplay-Charts jetzt im Mittelfeld.

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

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