Starbulls: So schnell kann es gehen

Rosenheim - So schnell kann es gehen in dieser Zweiten Eishockey-Bundesliga! Vor zwei Wochen noch „gefühlter“ Zweiter, sind die Starbulls jetzt bedrängter Sechster.

So schnell kann es gehen in dieser Zweiten Eishockey-Bundesliga! Vor zwei Wochen noch „gefühlter“ Zweiter, sind die Starbulls jetzt bedrängter Sechster, weil sie in den fünf dazwischen liegenden Spielen dreimal gar nicht und zweimal nur teilweise punkten konnten.

Dem Ein-Punkt-Wochenende gegen Hannover und Dresden folgte nun eins mit null Punkten gegen Schwenningen und Kaufbeuren – nur gut, dass man im ersten Dienstags-Punktspiel der Saison dem Mitfavoriten in Ravensburg zwei von drei Punkten abnehmen konnte. Trotz der schwächeren Punktausbeute bleibt festzustellen – enttäuscht haben die Rosenheimer Eishockeyspieler trotzdem nicht. Die beiden jüngsten Niederlagen folgten exakt dem Muster wie die früheren.

Ein schneller 0:2-Rückstand schon im ersten Drittel, in dem sich die Jungs von Franz Steer in den erfolgreichen Wochen davor als unüberwindlich erwiesen hatten, und danach die nicht oder nur vorübergehend von Erfolg gekrönte Aufholjagd. In neun Spielen lagen die Starbulls in dieser Saison mit zwei Toren Abstand (0:2 oder 1:3) zurück. Sechsmal gelang ihnen zwar der Ausgleich, am Schluss aber konnten sie dabei nur dreimal noch punkten, nämlich bei den Overtime-Niederlagen gegen Bietigheim und Dresden und am Dienstag beim Overtime-Sieg in Ravensburg. Ein Sieg in regulärer Spielzeit nach Zwei-Tore-Rückstand war ihnen bislang noch nicht vergönnt.

Starbulls gegen Wild Wings

Starbulls gegen Wild Wings

Daran konnte auch der "Neue", Tommi Hannus, nichts ändern, obwohl er sich in seinen ersten beiden Auftritten bereits als Torschütze bewies. Am Freitag profitierte er noch davon, wie spektakulär der Schwenninger Ryan Gaucher seinen eigenen Torhüter überwand, zwei Tage später traf er in Kaufbeuren "eigenhändig" sogar in Unterzahl. Da auch das zweite Kaufbeurer Tor shorthanded fiel und der "Empty-Net"-Treffer, mit dem der erwähnte Schwenninger seinen Lapsus wieder gut machte, ein Unterzahltor war (ein Wild Wing saß draußen), lautet die Rosenheimer Saisonbilanz in dieser Rubrik nun 2:2. Stephen Werner hatte beim 3:1 gegen Ravensburg Ende Oktober den ersten Shorthander erzielt. Selbst hatten die Starbulls am Freitag gar nicht die Möglichkeit, in Unterzahl zu treffen, weil sie gar nicht in Unterzahl spielten! Erstmals in der zweiten Liga blieben sie von einem sehr großzügig leitenden Schiedsrichter (auch Schwenningen erhielt nur vier Minuten) gänzlich ohne Strafzeit. In sechs Jahren Oberliga war ihnen das nur zweimal passiert. Dem anderen Extrem sahen sie sich am Dienstag ausgesetzt. Fast 16 Minuten lang mussten sie sich des Ravensburger Powerplays erwehren, so lange wie noch nie in dieser Saison, und erst zum zweiten Mal kassierten sie dabei zwei Gegentreffer. Kurios: Auch gegen Crimmitschau, als dies zum ersten Mal passierte, gewannen die Starbulls!

Zehn Spiele hatte Stephen Werner das Tor nicht mehr getroffen (allerdings zehn Tore vorbereitet), nun gelang ihm in Ravensburg der erste Rosenheimer Hattrick in der zweiten Liga. Das letzte Mal, als die Starbulls-Fans einen solchen bejubeln konnten, war ein besonderes Spiel. Dylan Stanley führte am 9. April dieses Jahres sein Team mit drei Treffern zum umjubelten 9:2-Sieg im Halbfinale gegen Herne. In einem Spiel, nach dem erstmals ein Aufstieg möglich erschien, und ein Spiel, in dem eines der beiden Herner Tore von einem gewissen Thomas Schenkel erzielt wurde. Und Werners Hattrick (das dritte Tor fiel in der Verlängerung) wurde durch einen weiteren Treffer erst ermöglicht, der auch nicht unerwähnt bleiben sollte. Robert Schopf, in den Vorbereitungsspielen einer der Rosenheimer Topscorer, traf in Ravensburg zum 3:3 mit seinem ersten Saisontor und seinem ersten Punktspieltreffer seit dem 29. Januar 2010 (beim 3:4 in Herne).

Was im Spiel gegen Schwenningen ein bisschen unterging: Mit Stephan Gottwald und Christoph Melischko standen sich erstmals die überragenden Scorer der allerersten DNL-Saison 2000/2001 gegenüber. Damals hatten die beiden die Liga aufgemischt und Melischko hatte am Saisonende die Nase knapp vorn gehabt. Diesmal lautete das Duell 0:0, auch weil Gottwald schon bald verletzt passen musste. Fast schon prophetisch: Nachdem im bisherigen Saisonverlauf bis auf Fabian Zick eigentlich immer alle Mann an Bord waren, erwischt es ausgerechnet im ersten Spiel mit "überzähligem" Kontingentspieler Tim Kunes. Und so könnte es in den nächsten Wochen eventuell nicht heißen: Tommi Hannus oder Konrad Reeder, sondern Hannus und Reeder. Immerhin hatte die Nummer 21 nach langen Anlaufschwierigkeiten zuletzt in sechs Spielen vier Tore geschossen.

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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