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Trainer Franz Steer verspricht harte Arbeit.

Steer: "Norm Maracle ist top"

Rosenheim - "Ich kaufe kein neues Auto, das nur drei Räder hat", der seit kurzem 52-jährige Starbulls-Trainer Franz Steer (verheiratet, drei Kinder, passionierter Jäger) bemüht immer mal wieder Vergleiche aus dem richtigen Leben, um auszudrücken, warum er im Eishockey Entscheidungen so und nicht anders getroffen hat.

Hier ging es um Tyler Burton, der den Gesundheitscheck nicht bestanden hatte und wieder zurück nach Kanada geschickt wurde. Kurz vor dem Saisonstart beantwortete Franz Steer die Fragen der OVB-Sportredaktion.

Sie haben sich überraschenderweise von drei Leistungsträgern der letzten Saison getrennt. Warum haben Claus Dalpiaz, Ron Newhook und Dylan Stanley keinen neuen Vertrag erhalten?

Ich wollte bessere Spieler für die 2. Bundesliga finden.

Können die neuen Ausländer die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen?

Das wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Sie sind läuferisch und technisch sehr gut und sie passen auch als Typen sehr gut in das Team.

Prominentester Neuzugang ist Torhüter Norm Maracle. Wie haben die Starbulls diese Verpflichtung realisiert?

Normalerweise kannst du einen Spieler wie Maracle nicht bezahlen. Bei einem Gespräch mit Iserlohns Trainer Liebsch über den Spieler Ben Simon hat er mich gefragt ob ich einen Torwart suche. Er hätte einen für mich, der unbedingt in Deutschland spielen will. Es war Maracle. Ich habe dann mit meinem Stiefsohn Gerrit Fauser gesprochen, der mit Norm letztes Jahr in Köln gespielt hat. Er bestätigte die Meinung von Uli Liebsch, dass Maracle ein super Typ und ein super Torwart sei. Mein Sohn hatte die Handynummer von Maracle und nach einem Telefonat mit ihm schickte ich Norm ein Angebot, was ich für diese Position ausgeben kann. Das hat er dann sofort angenommen.

Maracle ist ein außergewöhnlicher Typ und von der Statur her nicht unbedingt ein Leistungssportler. Was macht ihn so einzigartig?

Dieser Spieler hat den Stanley-Cup gewonnen, hat in der KHL, AHL und DEL gespielt und überall Topleistung gebracht. Wenn man so einen Spieler bekommen kann, dann muss man ihn nehmen. Ich habe mich dann an meine aktive Zeit erinnert. Da ist mir der tschechische Nationaltorwart Wladimr Dzurilla eingefallen. Der hatte eine ähnliche Figur - und das war ein Weltklasse-Torwart. Als Typ ist Maracle ein ehrlicher, bescheidener und lustiger Familienmensch und als Torhüter ist er ein Topspieler. Das beweist er täglich.

Mit Dominic Auger wurde ein starker Verteidiger verpflichtet. Ist er das i-Tüpfelchen, das den Kader endgültig zweitligatauglich macht?

Die Zweitligatauglichkeit müssen wir noch beweisen und Dominic wird uns da sicher weiterhelfen.

Wie viele Kontingentspieler haben Sie kontaktiert und blieb ein Gespräch in besonderer Erinnerung?

Es sind mir sicher einige hundert Spieler angeboten worden. Die Ernüchterung kam allerdings, als es um die Gehaltsvorstellungen ging. Ein Spieler hatte ein Angebot von uns, alles war klar, ich habe auch mit dem Spieler gesprochen, zwei Flüge reserviert, nur - der Spieler hat sich danach weder bei seinem Agenten noch bei mir gemeldet (Anmerkung der Redaktion: Der Spieler war Mark Derlago).

Was darf während der Saison nicht passieren?

Dass das Umfeld die Nerven verliert. Die Mannschaft braucht die Hilfe der Fans. Jeder wollte hier in Rosenheim die 2. Liga und wir spielen mit dem gleichen Budget wie letztes Jahr, was die Sache nicht einfacher macht. Wir werden sicher Lehrgeld bezahlen müssen.

Was können Sie den erwartungsfrohen Starbulls-Fans versprechen?

Dass wir sehr hart arbeiten, um erfolgreich zu sein.

Welche Teams zählen Sie zu den Topfavoriten der Liga?

Ravensburg, Schwenningen und Bietigheim.

Am ersten Spieltag spielfrei, dann ein Auswärtsspiel in Bietigheim, zu Hause gegen Hannover und dann in Dresden - der Saisonstart ist für einen Aufsteiger alles andere als einfach.

Das ist sicher nicht optimal für uns. Die Liga-Verantwortlichen hätten meiner Meinung nach den Aufsteiger mit einem Heimspiel beginnen lassen müssen.

Und am 5. Spieltag kommt Landshut nach Rosenheim. Für Sie als gebürtiger Landshuter ein ganz besonderes Spiel, oder nicht?

Ich bin Trainer in Rosenheim und möchte natürlich gegen Landshut gewinnen.

Interview: Hans-Jürgen Ziegler ( Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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