Schaun mer mal: Der TEV Miesbach hängt derzeit in der Warteschleife. Gibt es einen Ersatzwettbewerb oder ist für den Meister trotz Top-Form die Saison vorbei?
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Schaun mer mal: Der TEV Miesbach hängt derzeit in der Warteschleife. Gibt es einen Ersatzwettbewerb oder ist für den Meister trotz Top-Form die Saison vorbei?

EISHOCKEY BAYERNLIGA - TEV-Vize Stefan Moser zum Abbruch der Saison und den Folgen

„Das Eis abzutauen ist für uns beim TEV Miesbach keine Option“

  • vonThomas Spiesl
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Die Saison in der Eishockey-Bayernliga wurde – wie berichtet – nach Rücksprache mit allen Vereinsvertretern in ihrer ursprünglichen Form abgebrochen. Wie man beim TEV Miesbach die aktuelle Situation bewertet, haben wir Stefan Moser, Vize-Vorsitzender und Sportlicher Leiter, gefragt.

Miesbach – Wie und wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wird aktuell diskutiert. Eine Entscheidung wird es frühestens kommende Woche geben. Im Interview mit der Heimatzeitung erklärt Stefan Moser, Sportlicher Leiter und Zweiter Vorsitzender des TEV Miesbach, wie sich diese Entscheidung auf den Verein auswirkt.

-Herr Moser, der Abbruch der Bayernliga-Saison ist beschlossen. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Wie hat sich der TEV Miesbach in die Diskussion der Bayernligisten eingebracht?

Stefan Moser, Vize-Vorsitzender und Sportlicher Leiter

Wir hätten gerne weitergespielt, aber die Unterbrechung und jetzt der Abbruch sind für uns nachvollziehbar. Zu Beginn der Saison wurde beschlossen, trotz der Beschränkung auf 200 Zuschauer zu starten und man hatte gehofft, dass im Laufe der Saison wieder mehr Zuschauer zugelassen werden. Am Ende waren es nur noch 50 oder gar keine Zuschauer mehr – das trifft jeden Verein wirtschaftlich. Die Entscheidung, ob wir eine Pause machen, wurde uns dann durch den Lockdown von der Regierung abgenommen. Für uns ist das keine ideale Konstellation, da die Mannschaft gut drauf war und unser Hygienekonzept funktioniert hat.

-Gibt es auch beim TEV Spieler, deren Arbeitgeber eine Teilnahme am Spielbetrieb, vor allem auswärts bei hohen Inzidenzen, untersagen, um Infektionen vorzubeugen?

Bei uns ist das nicht vorgekommen, und dieses Argument kann ich auch nicht nachvollziehen. Bei unseren bisherigen drei Auswärtsspielen gab es vom TEV-Team bestehend aus Trainer, Betreuern und Spielern keinen Kontakt mit Personen vom gastgebenden Verein. Das ist natürlich eine gewisse Eigenverantwortung, aber wenn man durch einen separaten Eingang ins Stadion geht und sich an die jeweils gültigen Hygienevorschriften hält, dann findet abseits des Eises kein Kontakt statt. Somit wäre nur eine Übertragung auf dem Eis möglich, und diese halten auch die Mediziner für sehr unwahrscheinlich.

-Wenn es denn weitergeht: Welche Form eines Pokals oder einer Bayerischen Meisterrunde würden Sie bevorzugen? Welcher Modus wäre sinnvoll? Und wie viele Vereine müssten daran teilnehmen, damit es sportlichen Wert hat?

Die Problematik ist, dass der Bayerische Eissport-Verband, der BEV, einerseits möglichst viele Mannschaften ins Boot holen möchte, die weiterspielen. Andererseits ist die Frage, wie man es darstellt, eine Saison mit 15 Mannschaften abzubrechen, weil es nicht umsetzbar ist, um dann nach vier oder sechs Wochen Unterbrechung mit einem neuen Modus mit zwölf oder dreizehn Teams weiterzuspielen, ohne dass sich die Voraussetzungen geändert haben. Die Vereine fordern jetzt vom BEV einen Modus-Vorschlag, um dann zu entscheiden, ob sie teilnehmen.

-Eine schwierige Situation.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz, weil ein sinnvoller Modus ja davon abhängig ist, wie viele Mannschaften teilnehmen. Meiner Meinung nach müssten sich erst die Vereine festlegen, ob sie noch mal spielen möchten. Steht die Anzahl fest, könnte man sicherlich einen geeigneten Modus finden. Von unserer Seite aus wäre einen Modus wünschenswert, der einen regelmäßigen Spielbetrieb bis zum Ende der Saison und weitere 24 bis 30 Spiele vorsieht. Letztlich wird aber die Pandemielage entscheiden, wie viele Spiele stattfinden noch können.

-Wie lange ist es sinnvoll, das Eis bei einer Verlängerung des Lockdown zu erhalten? Wie versucht man beim TEV, die Kinder bei Laune zu halten? Den Nachwuchs dürfte es wohl am härtesten treffen.

Das Eis abzutauen ist für uns keine Option. Das Hygienekonzept wurde an die 8. Infektionsschutzverordnung angepasst. Es trainieren momentan die Damen aus Planegg als Profimannschaft in der Halle sowie die BEV-Kaderspieler. Zudem haben wir die Nutzung der Eisfläche durch zwei Personen oder einen Haushalt möglich gemacht. Die Eisfläche wurde unterteilt, somit kann auf beiden Seiten des Spielfelds eine Trainingsgruppe aufs Eis gehen.

-Wird das gut angenommen?

Die Zeiten waren bisher fast alle ausgebucht, und wir werden diese Eiszeiten auch weiterhin unserem Nachwuchs anbieten. Wir prüfen auch, ob Trainingsformen mit einer Unterteilung der Eisfläche in vier Flächen und einem Trainer im Mittelkreis möglich sind, um noch mehr Kinder zurück aufs Eis zu bringen. Ein solcher Trainingsbetrieb unter strengen Auflagen ist für die Spieler aus unserer Sicht eher gesundheitsfördernd denn -gefährdend. Es ist dringend erforderlich, das Eis so lange wie möglich vorzuhalten, weil insbesondere die Nachwuchsspieler sonst eventuell zu anderen Vereinen, Sportarten oder in Vollzeit zur Playstation abwandern.

-Ein totaler Abbruch der Saison ohne weitere Spiele im Herrenbereich würde für einige Vereine wohl das Ende bedeuten. Gibt es bei anderen Klubs auch Befürworter, die in diesem Winter nicht mehr spielen wollen oder werden?

Es gibt Vereine, die nicht wissen, wie oder ob es weitergeht, weil der Betreiber das Eis abgetaut hat. Andere Standorte haben angekündigt, das Eis abzutauen, falls der Lockdown verlängert wird. Letztlich ist das eine Verhandlungssache der Vereine mit ihren Hallenbetreibern. Das wird entscheidend sein, ob ein Verein an einem Spielbetrieb mit neuem Modus teilnehmen kann. Aber das kann nur jeder Klub selbst lösen.

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