Heimatzeitung-Reporter Thomas Spiesl saß dagegen fast alleine im weiten Rund der Eishalle.
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Heimatzeitung-Reporter Thomas Spiesl saß dagegen fast alleine im weiten Rund der Eishalle.

Testspiel des TEV Miesbach in unterschiedlichen Sichtweisen erlebt

Das etwas andere Stadionerlebnis

  • vonThomas Spiesl
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Beim ersten Heimspiel der Vorbereitung des TEV Miesbach waren noch keine Zuschauer zugelassen. Eine Betrachtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Miesbach – Auch wenn es das Wetter nicht vermuten ließ, bei 26 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein fand am Sonntag das erste Eishockey-Heimspiel des TEV Miesbach seit dem Saisonabbruch im März statt. Am Stadion-Eingang wartet bereits Eisschützen-Chefin Reinhilde Ulrich auf die Gäste, um sie in einer Anmeldeliste abzuhaken.

Mit Maske geht es in die Stadiongaststätte, knapp 50 Besucher verfolgen das Match auf einer Großbildleinwand. Heiß begehrt waren die Plätze an der Glasscheibe zum Stadion, durch die man das Spiel auch direkt verfolgen konnte. Unvermeidbar ist dabei ein Zeitverzug der Übertragung von etwa einer Minute. Während die Fans an der Scheibe also bereits die Miesbacher Treffer bejubeln, befindet sich auf der Leinwand noch der Gegner im Spielaufbau. Doch daran gewöhnen sich alle schnell. „Besser so, als gar kein Eishockey“, lautete die Devise.

Die Übertragung läuft flüssig und Heimatzeitung-Mitarbeiter Christoph Fetzer kommentiert die Partie gewohnt souverän. Langsam trudeln auch in den TEV-Fan-Whats-App-Gruppen erste Kommentare ein: „Für erste Mal haut das überragend hin“, „Bildqualität, Kameraführung und Kommentator sind viel besser als beim Spiel in Füssen“.

Moser: „Komisch ist das schon“

Im Stadion hingegen: gähnende Leere. Bis auf die Spieler, das Bankpersonal und die Schiedsrichter, die jetzt Handschuhe tragen müssen, verliert sich etwa ein Dutzend Leute in der Eishalle. Neben Fetzer und Kameramann Pascal Schöneborn sind dies unter anderem die beiden TEV-Vorsitzenden Dieter Taffel und Stefan Moser sowie der letztjährige Coach Peter Kathan. Hinzu kommen einige Order an den Ein- und Ausgängen, die dafür sorgen, dass die Fans das Spiel nicht im Stadion verfolgen, und der TEV-Fotograf.

„Es ist angenehm, dass man mal eine Runde durch das Stadion drehen kann, ohne nachher zehn neue Aufgaben zu haben“, scherzt Moser und fügt an: „Komisch ist das schon, aber man muss realistisch sagen, dass wir bei dem Wetter normalerweise auch bloß etwa 150 Zuschauer gehabt hätten.“

Logenplätze in der Stadionwirtschaft konnten rund 50 Dauerkarten-Inhaber des TEV Miesbach ergattern.

Die Übertragung auf Sprade TV scheint jedenfalls anzukommen, über 100 Mal wurde das Spiel online zum Preis von fünf Euro gebucht, davon profitiert natürlich auch der Verein. Nach einigen Minuten haben sich aber auch alle an die neue Situation gewöhnt und es bleibt genug Zeit für einen Plausch mit dem Ex-Coach, der noch immer mit „seinem“ Team mitfiebert. „Es ist ein gutes Spiel und es fallen Tore, da kann man nicht jammern. Als Zuschauer hat es mir gefallen –auch ohne Zuschauer. Ich kann mich noch an das Spiel in Brixen letztes Jahr erinnern, da waren es ähnlich wenig Leute im Stadion“, sagt Kathan.

Sprade TV als Karriere-Sprungbrett?

Auch Wirtin Aline Brunner ist zufrieden: „Alle haben sich an die Regeln gehalten und die Leute freuen sich, dass sie sich wieder treffen können, anstatt zu Hause zu sitzen. Ich habe mich vor allem gefreut, meine Stammgäste wiederzusehen.“ Taffel zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Der erste Test ist gelungen, technisch läuft alles einwandfrei. Für das schöne Wetter bin ich mit dem Besuch zufrieden. Jetzt brauchen wir noch dringend Helfer für die Übertragungen auf Sprade TV, vielleicht kann das auch ein Sprungbrett für den einen oder anderen sein.“

Auch wenn es am Ende keinen TEV-Sieg gibt, steht fest: Im Extremfall kann Eishockey auch mit strengen Vorgaben funktionieren und – auch wenn es etwas merkwürdig anmutet – besser als gar kein Spielbetrieb ist diese Möglichkeit auf alle Fälle.

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