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Ohne Zuschauer, macht Eishockey nur halb so viel Spaß - und der Sport könnte sogar bedroht sein.

Sport beschäftigt Politik

Eishockey: Spiele mit Zuschauern gefordert

  • vonThomas Spiesl
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Steht der Eishockey-Sport ohne Zuschauer vor dem Aus? Diese Frage beschäftigt jetzt sogar die bayerische Politik.

Miesbach – Momentan sind die Planungen für die neue Saison für die Verantwortlichen der Eishockey-Klubs in der Region alles andere als leicht. Aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie ist weiterhin unklar, ob und wann wieder Spiele mit oder ohne Publikum ausgetragen werden können. Nun macht die Landtagsfraktion der Freien Wähler im Bayrischen Landtag den Eishockey-Anhängern Hoffnung.

Fraktionssprecher Bernhard Pohl, früher selbst im Vorstand des ESV Kaufbeuren, erklärt: „Anders als in der Fußball-Bundesliga können die Teams im Eishockey ohne Zuschauer-Einnahmen nicht überleben. Ohne volle Hallen steht der Eishockey-Sport vor dem Aus. DEB-Sportdirektor Stefan Schnaidnagel fordert einen Saisonstart bis Ende September, spätestens Ende Oktober – und zwar mit Zuschauern.

Pohl stellt eine mehrgleisige Strategie in den Raum: „Wenn es verantwortbar ist, öffnen wir die Stadien für alle. Solange das nicht möglich ist, schlage ich eine Kombinations-Lösung mit reduzierten Zuschauer-Kapazitäten, einer verstärkten Einbindung der TV- und Streaming-Anbieter mit staatlichen Zuschüssen vor.“ Allerdings sieht man sich beim DEB unter Zeitdruck, da die Saison bis spätestens April 2021 beendet sein müsse, zumal das Eis in den Stadien dann abgetaut wird.

„Task Force Eishockey“ soll Plan erarbeiten

Ein Ausfall der kompletten Spielzeit würde wohl zu Insolvenzen und Stadien-Schließungen führen. „Es wäre ein Desaster, wenn der Eishockey-Sport in Bayern einfach verschwinden würde“, erklärt Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag, in Bezug auf die etwa 90 Eishockey-Vereine in Bayern. Nun soll eine geplante „Task Force Eishockey“ mit Spezialisten aus Sporthochschulen im In- und Ausland mögliche Vorgehensweisen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs erarbeiten, die dann Sportminister Joachim Hermann vorgelegt werden.

Stefan Moser, Sportlicher Leiter des TEV Miesbach, hatte bereits erklärt, dass für die Kreisstädter Geisterspiele oder Partien vor begrenzten Zuschauern denkbar seien, wenn ein Normalbetrieb absehbar sei.

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